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Bericht zur WikiCon 2016 – der jährlichen Konferenz der deutschsprachigen Wikipedia

WikiCon ist die jähr­li­che Konferenz der deutsch­spra­chi­gen Wikimedia-Projekte. Dort tref­fen sich Freiwillige aus der Wikipedia und ande­ren Projekten, um sich mit­ein­an­der, mit Angestellten der Fördervereine Wikimedia Deutschland, Wikimedia Österreich und Wikimedia Schweiz und mit Neugierigen aus­zu­tau­schen. Die Konferenz wird von Freiwilligen orga­ni­siert und fand 2016 in Kornwestheim bei Stuttgart statt.

Kornwestheim hat nur 33.000 Einwohner und ist bekannt für die Werke Salamander (Schuhe, plei­te), Albert Stotz (Eisengießerei, plei­te) und Kreidler (Mopeds, plei­te). Den ehe­ma­li­gen Wohlstand sieht man der Stadt noch an. Und sie schlägt sich tap­fer, wie man den Worten der wirk­lich rüh­rend um die WikiCon bemüh­ten Oberbürgermeisterin ent­neh­men konnte.

Die Konferenz fand im Kultur- und Kongresszentrum Das K“ gleich gegen­über dem Rathaus‑, äh, Wasser‑, äh, Aussichtsturm. Das K in Kornwestheim war ein vor­züg­li­cher Ort für die Konferenz. Alles war sehr offen, man lief sich immer mal wie­der über den Weg.

Am Freitag Abend wur­de fei­er­lich begrüßt und für die Foto-Wettbewerbe Wiki Loves Monuments und Wiki Loves Earth wur­de fei­er­lich ver­lie­hen. Danach gab es zwei Sessionslots.

In der ers­ten von mir besuch­ten Session berich­te­te der Wikipedianer Toter Alter Mann“ (ein Soziologe) über den Zustand der Richtlinien in der Wikipedia berich­tet. Ich hat­te ich für die­sen Vortrag ent­schie­den, weil ich wenig Ahnung von Richtlinien habe. Ich kom­me ganz gut zurecht, ohne sie kon­sul­tie­ren zu müs­sen. Es ist wohl auch so, dass eine Beschäftigung mit ihnen kei­ne Freude ist. Hab ich wohl alles rich­tig gemacht.

Danach nahm ich ein Bier zu mir und weiß nicht mehr so recht.

Die Teilnehmer waren auf meh­re­re Hotels ver­teilt, die alle etwa ein Viertelstunde Fußweg vom Konferenzort ent­fernt stan­den. Meines hieß Gasthaus zu Hasen“ und ent­pupp­te sich als frisch gebau­te Ergänzung zu einem alter­wür­di­gen Fachwerkbau mit Klimaanlage und eben­erdi­ger Dusche.

Am Samstag hieß es ab 9:30 Archive entern“ im Vortrag des der Wikipedia zuge­ta­nen Archivars Clemens Rehm, der von Archivarenseite zu berich­ten wuss­te, dass man ver­un­si­chert sei.

Im fol­gen­den Vortrag erzähl­ten meh­re­re Aktive aus der Szene der Stadt- und Regional-Wikis. Das sind Wikis, in denen Informationen zu regio­na­len Themen auf Art und Weisen gesam­melt wer­den. Es sind also kei­ne Enzyklopädien. Und das ist gut so. So kann zum Beispiel Wissen neben der Wikipedia gesam­melt wer­den, das wegen unpas­sen­der oder unbe­kann­ter Lizenzierung dort nicht hin­ein passt.

In der Session, die ich danach besuch­te, bot Ziko van Dijk einen Blick auf die vie­len Sprachen der Wikipedia und sozio­lin­gu­is­ti­sche (!) Betrachtungen. Es wur­den die Begriffe Abstandssprache, Ausbausprache und die Überdachung von Sprachen gesprochen.

Nach dem Mittagessen folg­te eine der unaus­weich­li­chen Sessions. Unter der Überschrift Warum freie Bildung und OER jeden Wikipedianer etwas ange­hen soll­te“ setz­te sich René Pickardt sym­pa­thisch-enthu­si­as­tisch für die Befreiung von an Universitäten erstell­ten Materialien und die Re-Animation der Wikipedia-Schwesterprojekte Wikibooks und Wikiversity ein. Einen brei­ten Raum nahm die Begründung ein, war­um sich Wikipedianer hier enga­gie­ren sol­len. Kurz: Weil es irgen­wie in der Satzung von Wikimedia Deutschland steht.

Den Stand der Community-Förderung stell­ten her­nach eine Freiwillige und eine Mitarbeiterin des deut­schen Fördervereins Wikimedia Deutschland vor. Die Freiwillige hat­te eine Zufriedenheitsumfrage unter einer Gruppe von Freiwilligen durch­ge­führt, die im ver­gan­ge­nen Jahr finan­zi­el­le und Projekt-Förderung vom deut­schen Förderverein erhal­ten hat­ten. Die waren durch­aus zufrie­den. Nur soll­ten die Anleitungen ein­fa­cher, die Formulare weni­ger kom­plex und die Antwortzeiten etwas kür­zer sein. Der Leiter der Community-Förderung Wikimedia Deutschlands nann­te die inter­nen Vorgaben für Antwortzeiten. Eine sehr unzu­frie­de­ne Stimme aus dem Publikum wuss­te zu berich­ten, dass die­se Vorgaben regel­ä­ßig zum Teil deut­lich über­schrit­ten wer­den. Mich wun­der­te, dass die Zufriedenheitsumfrage von einer Freiwilligen durch­ge­führt wor­den war, zumal es sich um eine ein­ma­li­ge Aktion zu han­deln scheint. Ich hät­te ver­mu­tet, dass Zufriedenheitsbefragungen zum Standard einer för­dern­den Organisation gehö­ren. Wie weiß man sonst, wie gut man sei­ne Arbeit macht?

Es folg­te das Große Gruppenfoto der gro­ßen Teilnehmergruppe. Es müss­ten 332 Personen auf dem Foto zu sehen sein (der Fotograf fehlt natürlich).

Dann ließ ich einen Sessionslot sau­sen, quatsch­te mit ein paar Leuten, sah mir einen One Laptop per Child“-Laptop an und schau­te bei einer Neulingsschulung zu.

Liste der von LibraryThing 2016 genannten sozialen Netzwerke

LibraryThing photo
Photo by lucy tar­tan 

Auf der Profilseite der sozia­len Buchverwaltungsseite LibraryThing kann man die sozia­len Netzwerke ange­ben, in denen man zu fin­den ist. Man kann in die­sen Netzwerken nach Bekannten suchen, die auch bei LibraryThing zu fin­den sind.

  1. 43Things
  2. AIM
  3. Amazon
  4. Ask500People
  5. basen­o­tes
  6. Bebo
  7. blog.hu
  8. Blogger
  9. Bloglines
  10. blog­spot
  11. BoardGameGeek
  12. bodym­o­di­fi­ca­ti­ons
  13. Bokelskere
  14. BookCrossing
  15. BookMooch
  16. Buzznet
  17. CafePress
  18. Catster
  19. CellarHQ
  20. Chasing the Frog
  21. CiteULike
  22. Clipmarks (lei­tet wei­ter auf salesforce.com)
  23. COLOURlovers
  24. Comic Book DB
  25. Comic Book Realm
  26. ComicVine
  27. Cork’d
  28. CouchSurfing
  29. Craftster
  30. DailyLit
  31. Dailymile
  32. deli­cious
  33. deviantART
  34. Digg
  35. Diigo
  36. Discogs
  37. Disqus
  38. Distributed Proofreaders
  39. Dogster
  40. Dopplr
  41. Dreamwidth
  42. DVD Aficionado
  43. DVDCrate
  44. DVDProfiler
  45. eBay
  46. eMusic
  47. Endomondo
  48. Etsy
  49. Everything2
  50. Facebook
  51. FanFictionNet
  52. FictFact
  53. FictionPress
  54. FindAGrave
  55. Findings
  56. Fishpond
  57. Flickr
  58. Flixster
  59. fra­gran­ti­ca
  60. friend­feed
  61. Friendster
  62. Fur Affinity
  63. Furl
  64. Gaia
  65. Garmin Connect
  66. Geobirds
  67. GitHub
  68. Goodreads
  69. Google
  70. Google Talk
  71. h2g2
  72. hi5
  73. Historic Naval Fiction
  74. Historypin
  75. Hyves
  76. I Heart Movies
  77. ICQ
  78. identi.ca
  79. IMDB
  80. InkedNation
  81. IRC-Galleria
  82. iTaggit
  83. jin­ni
  84. Kiva
  85. Lala
  86. Last.fm
  87. LinkedIn
  88. Listography
  89. Lists of Bests
  90. LiveJournal
  91. LoveIt
  92. Ma.gnolia
  93. Mediafire
  94. MetaFilter
  95. meta­fil­ter [num]
  96. MetaxuCafe.com
  97. Mog.com
  98. MSN Messenger
  99. Multiply
  100. Muxtape
  101. My Fitness Pal
  102. MyAnimeList
  103. MyFilmz
  104. MyFolia
  105. MyGamerCard
  106. MyMovies
  107. MySpace
  108. NaNo
  109. Netvouz
  110. Nike Plus
  111. OGDB
  112. Orkut
  113. OZtion
  114. Pandora
  115. PaperBackSwap
  116. pbase.com
  117. Photobucket
  118. Picasa
  119. Pinterest
  120. Plurk
  121. PMOG
  122. PoemHunter
  123. Pogo
  124. Postcrossing
  125. Rakkausrunot
  126. Rate My Drawings
  127. Rate Your Music
  128. Ravelry
  129. Red Room (aut­hor)
  130. Red Room (mem­ber)
  131. RunKeeper
  132. Second Life
  133. sffworld.com
  134. Shelfari (sie­he Wikipedia)
  135. ShoutLife.com
  136. Skype
  137. Slashdot
  138. Small Demons
  139. SmugMug
  140. SocialCatalogers (sie­he LibraryThing Blog)
  141. SongMeanings
  142. SourceForge.net
  143. Sporcle
  144. Spotify
  145. Spurl
  146. Squirl
  147. StackExchange
  148. Stashmatic
  149. StumbleUpon
  150. Swap.com
  151. swap­t­ree
  152. Take11
  153. Technorati
  154. TED
  155. The Haunt
  156. Title Trader
  157. Tribe
  158. Tumblr
  159. Twango
  160. Twitter
  161. Untapped
  162. Urbanspoon
  163. Vimeo
  164. Vocabulary.com
  165. We Heart It
  166. WEbook
  167. WhatIWatch
  168. WhatsOnMyBookshelf?
  169. Wikipedia
  170. WikiThing (LT)
  171. Windows Live Spaces
  172. WineLog
  173. Wonderpage
  174. Wordie
  175. WordPress
  176. Writing.com
  177. Xanga
  178. XMPP (Jabber)
  179. Yahoo Messenger
  180. Yahoo! 360
  181. Yelp
  182. Yelp (cus­tom)
  183. YouTube
  184. Zaadz
  185. zoom­in­fo
  186. Zoomr
  187. Zune

Zweiter Tag der #WikiCON15 2015 in Dresden

Birgit Müller (WMDE). Foto: Sebastian Wallroth, CC-BY-3.0

Birgit Müller (WMDE). Foto: Sebastian Wallroth, CC-BY3.0

Pünktlich halb zehn geht es los: Birgit Müller, Projektmanagerin in der Softwareentwicklung von Wikimedia Deutschland stellt das Projekt Technische Wünsche“ vor. Hauptthema des Projektes war die Kommunikation über und die Darstellung der Softwareentwicklungsprozesse. Die Ideen und Wünsche der Wikipedianer wur­den mit Umfragen ein­ge­holt. Das war eine sehr ertrag­rei­che Methode: es kamen mehr als 200 Einträge zusam­men. Der Input muss jedoch von erfah­re­nen Wikipedianern und Projektmanagern mode­riert wer­den, damit alle Seiten die Problemstellungen ver­ste­hen. Workshops ermög­li­chen dann tie­fer gehen­de Diskussionen.

Zum Abschluss ihres Vortrags gab Birgit eine inter­es­san­te Zusammenfassung von Erkenntnissen, u.a.:

  • Wikipedia ist ein kol­la­bo­ra­ti­ves Projekt – Austausch und trans­pa­ren­te Prozesse ermög­li­chen erst eine Zusammenarbeit
  • das Projektmanagement muss (Un)Möglichkeiten in der Softwareentwicklung ver­ständ­lich kommunizieren
  • Wikipedia ist ein Hobby – die Mitarbeit im Projekt soll­te Spaß machen

Wir, die haupt­amt­li­chen Mitarbeiter von Wikimedia Deutschland den­ken viel­leicht zu wenig dar­über nach, dass die Wikipedia für die Freiwilligen ein Hobby ist, das Spaß machen soll­te. – Birgit Müller (WMDE)

Danach sit­ze ich ein wenig im Schatten von Sonnenschirmen im Vorhof des Museums und füh­re ent­spann­te, ange­reg­te und auf­ge­reg­te Gespräche.

Konzentration. Foto: Sebastian Wallroth, CC-BY-3.0

Konzentration. Foto: Sebastian Wallroth, CC-BY3.0

Halb elf fra­gen Austriantraveler und Regiomontanus, wie es nach dem erfolg­rei­chen Projekt Denkmallisten in Österreich wei­ter gehen soll. Am Anfang des Projekts stand die Frage: Wie wird man mit gigan­ti­schen Denkmallisten fer­tig? Antwort: Indem man gleich rich­tig anfängt. Aus die­ser Überlegung ent­stand das Projekt Österreichische Denkmallisten. Zu Beginn des Denkmallisten-Projekts gab es teil­wei­se nur Papier; meist aber ech­te“, durch­such­ba­re PDFs, aus denen man Text kopie­ren kann; bei 37.000 unbe­weg­li­chen Denkmälern in rund 2.400 Gemeindelisten ist das trotz­dem viel Arbeit. Das weit­aus bekann­te­re Projekt Wiki Loves Monuments und das Denkmallisten-Projekt haben eine Schnittmenge; das Denkmallisten-Projekt ist jedoch für die Wikipedia wohl das wich­ti­ge­re. Das öster­rei­chi­sche Bundesdenkmalamt stell­te 2011 erst­mals maschi­nen­les­ba­re Denkmallisten mit ein­deu­ti­ger ID zur Verfügung. Im Projekt lie­fer­ten“ die Freiwilligen:

  • Fehlerkorrekturen, 
  • Aktualisierungen,
  • kom­plet­ter Vor-Ort-Besuch aller Objekte, 
  • Koordinaten aller Objekte (frü­her wur­de nur das Grundstück ange­ge­ben, auf dem das Denkmal zu fin­den war), 
  • tex­tu­el­le Kurzbeschreibung der Objekte (nicht Begründung des Denkmalwerts; die muss vom Denkmalamt kommen)

Die Schwierigkeit mit dem öffent­lich­keits­wirk­sa­men Wiki Loves Monuments ist, dass dort bevor­zugt belieb­te, leicht zugäng­li­che Denkmäler foto­gra­fiert wer­den. 3.700 Fotos der Wiener Hofburg (ohne Museen) ste­hen 2.900 Denkmäler ohne Foto gegen­über. Es ist ziem­lich klar, dass die letz­ten 10% der Denkmallisteneinträge nicht mehr mit Hilfe von über Wiki Loves Monuments her­ein kom­men­den Fotos bebil­dert werden.

Hauptfazit des öster­rei­chi­schen Denkmallisten-Projektes: Zusammenarbeit mit dem Denkmalamt ist das Um und Auf.

Ich spre­che die Referenten dar­auf an, ob sie nicht in sie­ben Wochen nach Schwerin zu WikiDACH kom­men wol­len, um mit ihren Erfolgen die dor­ti­gen Denkmalbehörden zu beein­dru­cken. Sie schei­nen nicht abgeneigt.

Ich has­te zur nächs­ten Session. Im gro­ßen Saal behaup­ten Gereon K., Renate, Martin Rulsch, Marcus Cyron und Veronika Krämer, nach der Wikimania ist vor der Wikimania“. Gereon erzählt von dem Vortrag auf der Wikimania 2015 in Mexiko-Stadt, der ihn am meis­ten beein­flusst hat. Der Vortrag Ebola Translations: How We Did it & How to Get Involved“ han­del­te davon, dass eine inter­na­tio­na­le Organisation ein mil­li­ar­den­schwe­res Informationsprogramm für afri­ka­ni­sche Länder gestar­tet hat­te, die von Ebola betrof­fen waren. Bei einer Evaluation stell­te die Organisation fest, dass sich 80% der Menschen vor Ort nicht bei ihrem Informationsprogramm, son­dern in der Wikipedia über Ebola infor­mier­ten. Daraufhin wand­ten sie sich an Wikimedia, um ein gemein­sa­mes Projekt anzu­sto­ßen. Die Herausforderung war, dass in den betrof­fe­nen Ländern vie­le Einwohner die jewei­li­gen Kolonialsprachen Französisch oder Englisch gar nicht ver­stan­den. Mit Hilfe von Translators without Borders wur­den die betref­fen­den Artikel in 110 loka­le Sprachen über­setzt. Am meis­ten war Gereon K. von dem Vorzeichenwechsel beein­druckt: Organisationen mit Weltbedeutung kom­men inzwi­schen auf die Wikipedia-Community zu.

Drei Wikipedianerinnen. Foto: Sebastian Wallroth, CC-BY-3.0

Drei Wikipedianerinnen. Foto: Sebastian Wallroth, CC-BY3.0

Danach erzähl­ten Martin Rulsch über den Stipendienprozess und Marcus Cyron über Änderungen, die das Programmkomitee für die kom­men­de Wikimania bei der Planung des Programms vor­neh­men will. Unter ande­rem mit Hilfe von anony­men Einreichungen von Vorträgen soll der Fokus auf den Austausch der Autoren gerich­tet wer­den. Der Anteil der Beiträge von Funktionären und Angestellten der Wikimedia-Bewegung soll ange­mes­sen redu­ziert werden.

Mittagspause. Es gibt Kartoffelsuppe mit Würstchen und Kartoffelsuppe ohne Würstchen. Ich mache mit Renate einen Abstecher zum Dresdner Altmarkt. Es gibt Penna Arrabiata. Wir unter­hal­ten uns über dies und das. Zum Beispiel über einen Workshop für Wikipedianer, die auf der Wikimania 2016 einen Vortrag hal­ten möch­ten. Auf dem Workshop könn­te man gemein­sam mit ande­ren die Idee zu dem Vortrag aus­ar­bei­ten und die Session vor­be­rei­ten. Zurück im Hygienemuseum ent­de­cke ich, dass es nicht nur Filterkaffee aus der Pumpkanne, son­dern auch rich­ti­gen Kaffee aus dem WMF-Automaten gibt. Ich unter­hal­te mich präch­tig mit wech­seln­den Gesprächspartnern über dies und das. Zum Beispiel die per­sön­li­che Angefasstheit, wenn eine eige­ne Bearbeitung in der Wikipedia von jeman­dem zurück­ge­setzt wird.

Lukas. Foto: Sebastian Wallroth, CC-BY-3.0

Lukas. Foto: Sebastian Wallroth, CC-BY3.0

In der nächs­ten von mir besuch­ten Session spricht Lukas Mezger über feh­len­de Strukturen für Opfer von Schmutzkampagnen, recht­li­chen Auseinandersetzungen und Stalking im Wikipedia-Umfeld. Zunächst gibt er eine Übersicht über Konflikte inner­halb und außer­halb der Wikipedia. Als gut in der Wikipedia nann­te er:

  • Es gibt Regeln.
  • Es gibt Prozesse.
  • Es gibt ein Ende, indem man ein­fach den Browser zumacht.

Aber man­che Konflikte ver­las­sen die Wikipedia.

  • Es gibt Schmutzkampagnen, die auf Konflikten inner­halb der Wikipedia beru­hen und außer­halb aus­ge­tra­gen wer­den, zum Beispiel in so genann­ten Hass-Blogs.
  • Es gibt juris­ti­sche Auseinandersetzungen.
  • Es gibt das Nachstellen (das ist das deut­sche Wort für Stalking).

Innerhalb der Wikipedia gibt es stren­ge Regeln. Zum Beispiel ist es in Diskussionen in der Wikipedia ver­bo­ten, mit recht­li­chen Konsequenzen zu dro­hen. So etwas kann zu einer Sperrung des Accounts füh­ren. Was ist aber, wenn die Konflikte die Wikipedia ver­las­sen? Lukas nennt Ratschläge:

  1. Ruhe bewah­ren.
  2. Einen Vertrauten hinzuziehen.
  3. Bei Stalking:
    1. Polizei anru­fen. 112.
    2. Wenn man sich nicht traut oder die Polizei nicht ange­mes­sen reagiert: An das Community Advocacy Team der Wikimedia Foundation wen­den. Die rufen sogar für Dich die Polizei an.
  4. Bei recht­li­chen Auseinandersetzungen: 
    1. Anwalt ein­schal­ten. Immer.
    2. Aber beson­ders, wenn Fristen gesetzt werden.
  5. Bei Schmutzkampagnen:
    1. Don’t feed the troll.
    2. Community Advocacy Team der Wikimedia Foundation einschalten.

Lukas weist dar­auf hin, dass es kei­ne Anlaufstelle von Opfern von Konflikten gibt, die die Wikipedia ver­las­sen. In der eng­lisch­spra­chi­gen Community gibt es bereits Diskussionen dazu.

In der nach­fol­gen­den Diskussion wird angesprochen:

  • Was ist mit fal­schen Anschuldigungen? Lukas meint, dass ein Zuviel an Solidarität der­zeit nicht unser Problem sei.
  • Wieso brau­chen wir noch eine Anlaufstelle? Reichen die bestehen­den nicht aus?
  • Was ist mit dem Schaden, der rea­len Personen durch Einträge in der Wikipedia entsteht?

Es folgt ein kur­zer Zwischenstopp in der Lounge, wo ich wie­der inter­es­san­te Gespräche füh­re. Zum Beispiel über die längs­te Denkmalliste in der deutsch­spra­chi­gen Wikipedia (angeb­lich Berlin-Mitte).

Entspannte Atmosphäre. Foto: Sebastian Wallroth, CC-BY-3.0

Entspannte Atmosphäre. Foto: Sebastian Wallroth, CC-BY3.0

In der fol­gen­den Session stel­len der Wikimedia Deutschland-Vorstand Christian Rickerts und der Wikimedia Deutschland-Präsidiumsvorsitzende Tim Moritz Hector in ent­spann­ter Atmosphäre kurz den Jahresplanungsprozess von Wikimedia Deutschland für 2016 vor. Die Partizipation der Mitglieder soll­te beson­ders hoch aus­fal­len und nach Einschätzung von Tim Moritz ist das auch gelun­gen. Wieder ein­ge­führt wur­den in Zahlen aus­ge­drück­te Ziele. Die Zahl von durch Maßnahmen des Vereins neu hin­zu­zu­ge­win­nen­de 20.000 Wikipedia-Autoren-Accounts führ­te zu Diskussionen, die eine Verlängerung der Session erfor­der­te. Wie schon in Mexiko-Stadt wur­de von den Veranstaltern der Session das Interesse der Leute außer­halb ihrer Kreise unterschätzt.

Zum Abend gab es ein lecke­res Büfett; allein das Zucchini-Gemüse fand wenig Anklang.

Eulenverleihung. Foto: Sebastian Wallroth, CC-BY-3.0

Eulenverleihung. Foto: Sebastian Wallroth, CC-BY3.0

Bei der Abendveranstaltung wer­den ver­dien­ten Wikipedianern Eulen ver­lie­hen. Bravo!

Erster Tag der #WikiCON15 2015 in Dresden

Ach, wie schön ist Dresden. Das Flugzeug schau­kelt über’s Elbtal und lan­det weich in Klotzsche. Die S‑Bahn ruckt an und schon bin ich im Funkloch. Klotzsches Bahnhofsgebäude hat sei­nen letz­ten Anstrich vor dem letz­ten Krieg bekom­men; die ver­ros­te­te Satellitenschüssel macht’s nicht modern. Dann: Dresden Neustadt; der Bahnhof – ein klei­ner Triumph. Dresden Mitte. Dresden Hauptbahnhof. Die Radeberger Bier-Werbung ist eine alte Vertraute. Draußen erken­ne ich nichts wie­der. Die Prager Straße ist kein brei­ter Boulevard mehr, der mit quer ste­hen­den Hotels als Segeln gen Altstadt strebt son­dern ein eige­nes Stadtviertel. Ich ver­lie­be mich neu in die­se Stadt.

Dresden Hauptbahnhof und Prager Straße

Dresden Hauptbahnhof und Prager Straße

Die WikiCON war­tet im Deutschen Hygienemuseum. Ein ein­schüch­tern­der Bau mit rie­si­gen Säulen, gigan­ti­schen Vestibülen und win­zi­gen Menschlein. Die WikiCON war­tet jedoch nicht; sie hat schon begon­nen. Die Begrüßung ist rum, es gab schon was zu Essen. Ich schütt­le ein paar Hände, freu­de­strah­le in ein paar Gesichter und umar­me den einen oder die ande­re. Ich esse ein Hühnerbein.

Auf, auf in den Raum Brühlsche Terrasse“: Ich darf den Vortragsreigen eröff­nen: Fotoexkursionen mit Neulingen und die Zusammenarbeit mit Volkshochschulen – Eine Vor- und Rückschau“

Meine zusam­men mit einer Volkshochschule geplan­ten Exkursionen fie­len man­gels Beteiligung aus, aber mein vor­be­rei­te­ter Vortrag Bessere Architekturfotos für Wikimedia Commons – Ermunterungen und Tipps für Amateurfotografen“ kommt gut an. Alle tei­len ihre Erfahrungen, zer­bre­chen sich mit mir den Kopf über bes­se­re Bildkompositionen und geben mir Tipps, wie ich den Vortrag ver­bes­sern und mei­ne Exkursionen bes­ser bewer­ben kann.

Vortragsfolien: [gview file=„https://real68er.com/wp-content/uploads/2015/09/Better_Architectural_Photography_for_Wikimedia_Commons_German.pdf“]

Danach höre ich Martin Kraft lei­den­schaft­lich über Höhen und Tiefen von Infografiken in der Wikipedia spre­chen. Fazit: Da gibt es noch viel zu tun. Grafiken kön­nen lügen oder auch mal gar kei­ne Aussagekraft haben.

Es folgt Bobo11 mit einem Erfahrungsbericht des Schweizers zu einer Fotoexkursion in Österreich. Fazit: Vorbereitung und Nachbereitung einer Fototour sind min­des­tens eben­so wich­tig wie das Fotografieren selbst; auf jeden Fall muss man dafür mehr Zeit auf­wen­den als für das Knipsen.

Ich hal­te dann noch einen zwei­ten Vortrag; dies­mal über mei­nen Selbstversuch als Nachnutzer von Bilder von Wiki Loves Monuments, der wie mei­ne ers­te Session zu höchst inter­es­san­ten Diskussionen führt.

Bier und Wein und ekli­ger Eistee und Cola und Apfelsaft auf dem Vorhof des Museums. Vor allem aber inspi­rie­ren­de Gespräche. Wenn es nur die­ser Nachmittag gewe­sen wäre, hät­te sich die Reise schon gelohnt, aber es geht mor­gen weiter!

#Wikimania 2015 /​/​Rechtliche Aspekte: Ein Schlachtgemälde

Mexiko-Stadt, 18. Juli 2015

In den Sessions Kriegsberichte von WMF Legal: Verteidigung von Benutzern und Inhalten“ und Was bedeu­tet frei‘ bei Wikimedia?“ erzähl­ten Rechtsexperten der Wikimedia Foundation aus ihrem Arbeitsalltag.

In der erst­ge­nann­ten Session wur­den Beispiele genannt, womit sich die Rechtsabteilung der Wikimedia Foundation aus­ein­an­der­zu­set­zen hat, und wel­che Lösungen sie finden.

Beispiel 1: Es gibt regel­mä­ßig Anfragen von Gerichten, staat­li­chen Stellen und ande­ren nach den per­sön­li­chen Daten von Personen, die die Wikipedia bear­bei­tet haben. Von Januar 2015 bis Juni 2015 gab es 23 sol­cher Anfragen. In kei­nem der Fälle wur­den die Daten herausgegeben.

Beispiel 2: Anfragen nach Änderung oder Löschung von Inhalten. Von Januar 2015 bis Juni 2015 gab es 234 Anfragen, von denen kei­ne pos­ti­tiv beant­wor­tet wurde.

Die Foundation geht mit sol­chen Anfragen sehr trans­pa­rent um, alles wird im Transparenzbericht dar­ge­stellt.

Es gibt aber auch Anfragen, denen nach­ge­kom­men wird. Beispielsweise hat­te jemand das Fotos eines Passes von einem Blog kopiert und bei Wikimedia Commons hoch­ge­la­den, auf dem alle per­sön­li­chen Inhalte des Passinhabers zu sehen waren. Auf Anfrage des Passinhabers wur­de das Bild sofort gelöscht.

Andere Beispiele der Tätigkeit der Rechtsabteilung:

  • Ein Autor kün­dig­te in einem Projektwiki sei­nen Selbstmord an. Die Wikimedia Foundation wand­te sich sofort an die loka­le Polizei. Dem Autoren geht es besser.
  • Ein Administrator der grie­chisch­spra­chi­gen Wikipedia wur­de von einem bekann­ten grie­chi­schen Politiker ver­klagt, da der Wikipedia-Artikel über die­sen Politiker wahr­heits­ge­mä­ße und beleg­te jedoch unbe­que­me Wahrheiten ent­hält. Dieser Fall ist immer noch anhängig.

In der zwei­ten Session prä­sen­tier­ten zwei Foundation-Mitarbeiter Ergebnisse und Erkenntnisse aus der Dateien-Metadaten-Aufräumaktion. Ziel der Aktion war Datei-Beschreibungsseiten und zuge­hö­ri­ge Vorlagen so abzu­än­dern, dass Multimedia-Dateien sämt­li­cher Wikimedia Wikis ein­heit­li­che maschi­nen­les­ba­re Metadaten auf­wei­sen. Am 18. Juli 2015 wie­sen 1.343.085 von 28.788.823 Dateien kei­ne maschi­nen­les­ba­ren Daten auf.

Hier eine Auswahl der Erkenntnisse, die ich auf­schnap­pen konnte:

  • Die meis­ten Dateien mit eini­gen weni­gen Lizenzvorlagen aus­kom­men. Die gro­ße Menge der Lizenzvorlagen wird von nur weni­gen Dateien genutzt. Die Ergebnisse der Untersuchung ste­hen auf git­hub zur Verfügung.
  • 689 der von der Wikimedia Foundation betrie­be­nen Wikis wei­sen eige­ne Dateiuploads auf. (Manchmal ist das nur eine Datei: Das Logo des Wikis.)
  • Verschachtelte Lizenzkategorien sind meist nicht sinn­voll, da oft die Vererbung von Eigenschaften nicht gege­ben ist. (Außerdem erschwe­ren sie eine Auswertung.)
  • 33 Wikis der Foundation OHNE Wikimedia Commons beinhal­ten 379.820 freie Dateien und 753.085 unfreie Dateien auf. Etwas 85% die­ser frei­en Dateien und etwa 70% die­ser unfrei­en Dateien lie­gen in der eng­lisch­spra­chi­gen Wikipedia.
  • Von den ins­ge­samt mehr als 29.000.000 Dateien lie­gen etwa 26.700.000 auf Wikimedia Commons (das sind etwa 92%) und 860.000 (3%) in der eng­lisch­spra­chi­gen Wikipedia.
  • Die meis­ten Dateien auf Wikimedia Commons sind unpro­ble­ma­tisch, vor allem weil dort Fair Use nicht zuge­las­sen ist. Ausnahmen sind Inhalte, bei denen die Wikimedia Bewegung das Copyright inne hat und Dateien, gleich­zei­tig frei und unfrei lizen­ziert sind (z.B. GFDL 1.2 und CC-BY-NC).

[gview file=„https://real68er.com/wp-content/uploads/2015/07/War_Stories_From_WMF.pdf“]

#Wikimania 2015 /​/​Mexikanische Volksmusik

2015 Wikimania opening ceremony. Foto: VGrigas (WMF), CC-BY-SA 3.0

2015 Wikimania ope­ning cere­mo­ny. Foto: VGrigas (WMF), CC-BY-SA 3.0

Mexiko-Stadt, 18. Juli 2015

Gestern sprach im Community Village mit einem Wikimedia Commons-Administrator über anste­hen­de Löscharbeiten nach der Wikimania. Obgleich es hier eine geball­te Ansammlung von Fachwissen gibt, wird es bei den Uploads mit Fotos und Videos zur Wikimania 2015 etli­che Urheberrechtsverletzungen geben. Als Beispiel nann­te mög­li­che Videos von den mexi­ka­ni­schen Volkstänzen bei der Eröffnungszeremonie. Die dabei gespiel­te Musik fal­le sehr wahr­schein­lich unter den Schutz des Urheberrechtes. Meiner Überlegung, dass man die Musik her­aus­schnei­den könn­te setz­te er zu Recht ent­ge­gen, dass sich ers­tens nie­mand die Arbeit machen wür­de und zwei­tens das Video dann deut­lich an Aussagekraft verlöre.

Bei der gest­ri­gen Busfahrt ins Anthropologische Museum saß ich neben einem mexi­ka­ni­schen Freiwilligen und frag­te ihn nach der mexi­ka­ni­schen Musik bei der Öffnungszeremonie. Er bestä­tig­te, dass die Kompositionen als Volksmusik sehr wahr­schein­lich nicht mehr urhe­ber­recht­lich geschützt sei­en. Da Musik jedoch vom Band kam, sei die Aufnahme an sich geschützt. Eine Schande!“ rief er aus und erzähl­te, dass er von einem Projekt gehört habe, Freie Aufnahmen mexi­ka­ni­scher Volksmusik zu erstellen.

Freie-Inhalte-Nerd-Gequassel halt.

#Wikimania 2015 /​/​Die coolsten Projekte aus aller Welt und Community Monitoring

Mexiko-Stadt, 17. Juli 2015

Bei der Wikimania ist es inzwi­schen Tradition, inter­es­san­te (oder jugend­sprach­lich: coo­le) Projekte vor­zu­stel­len, die im ver­gan­ge­nen Jahr im Wikimedia-Universum statt­ge­fun­den haben. Auch dies­mal waren wie­der eini­ge Perlen dabei. Besonders gefal­len hat mir das Projekt Westliches Armenien, bei dem die gro­ße Gruppe im Ausland leben­der Armenier über die Armenische Wikipedia inte­griert wird.. In einer abschlie­ßen­den Abstimmung wur­de das Projekt WikiCheese zum Sieger gekürt.

Ich wech­sel­te in eine Session zum Thema Monitoring von Communityprojekten (der eng­li­sche Titel lau­tet, etwas aus­la­den­der Crowd con­trol – How to build effec­ti­ve com­mu­ni­ty moni­to­ring for crowd­sour­ced pro­jects“). Leider kam ich sehr spät dazu, man war in die Arbeitsweise eines Workshops umge­schwenkt. Also so eine Art Selbsthilfegruppe, in der sich alle ihre Erlebnisse zu Thema mit­teil­ten. Die Ergebnisse wur­den in einem Etherpad fest­ge­hal­ten. Hier bin ich auf die Slides gespannt, da mich das Thema Messbarkeit von Projektarbeit sehr interessiert.

#Wikimania 2015 /​/​Eröffnungsveranstaltung

Wikimania 2015 Eröffnungszeremonie

Wikimania 2015 Eröffnungszeremonie

Mexiko-Stadt, 17. Juli 2015

Die tra­di­tio­nel­le fei­er­li­che Eröffnung der Wikimania Konferenz fiel tra­di­tio­nell fei­er­lich aus. Die Konferenz wird immer von Freiwilligen orga­ni­siert und der jewei­li­ge Boss hält eine Rede. Iván Martínez hielt die sei­ne auf spa­nisch und eng­lisch und sehr emo­tio­nal. Allen wur­de gedankt; eine beein­dru­cken­de Zahl Personen aus einer beein­dru­cken­den Zahl Länder nimmt in die­sem Jahr an der Wikimania teil.

Was mit schon im Vorfeld der Konferenz auf­fiel: Das Organisationskomitee kom­mu­ni­ziert vor­wie­gend in Spanisch. Das wur­de mit Stolz bestä­tigt: In die­sem Jahr ist die Wikimania mexi­ka­nisch. Und spricht spanisch!“

Dann Auftritt Lila Tretikov, Geschäftsführerin der Wikimedia Foundation. Erstmal geht es nicht rich­tig los, weil die Folien sich nicht star­ten las­sen; Wikipedia-Mitgründer Jimmy Wales steht auf und fragt, ob Computer-Experten im Publikum sehen. Dann kann Lila doch los­le­gen. Sie zeigt Landschaftsbilder, erzählt von ihrer Kindheit in Moskau und Umgebung, gefolgt von Garten- und Weinanbaufotos. Die Metapher habe ich nicht verstanden.

Sie sieht den Grund für den Erfolg der Wikipedia darin,

  • dass es jedem offen steht dar­in Wissen zu teilen,
  • dass jede Stimme zählt und jeder eine Wirkung hin­ter­las­sen kann
  • und dass alle sich bei der Wissensproduktion vereinen.

Sie berich­tet über das ver­gan­ge­ne Jahr, in dem so vie­le Mitglieder der Wikimedia Bewegung wie mög­lich zur stra­te­gi­schen Ausrichtung befragt wur­den: Listen and Learn – Zuhören und Lernen“. Es wur­den 2.468 Kommentare in 29 Sprachen von 1.295 Leuten aus 86 Ländern aus 40 Projekten ausgewertet.

Es gab erwar­te­te, aber auch uner­war­te­te Schwerpunktsetzungen. Erwartet war unter ande­rem Mobile, Zitate, Bearbeitungswerkzeuge. Erwartet waren auch Beschwerden über die Bürokratie und das all­ge­mei­ne Klima. Eher uner­war­tet war der Wunsch nach Multimediawerkzeugen, ver­bes­ser­ter Benutzerfreundlichkeit, Werkzeuge für Social Sharing und Social Networking.

Dann ging sie auf den Start des neu­en Übersetzungstools ein. Dort patz­te sie oder ihr Zulieferer jedoch. Lila ließ beklat­schen, dass im ers­ten Monat nach dem Start ca. 700 und im zwei­ten Monat ca. 8.100 Artikel über­setzt wur­den. Bei Neustart einer Applikation und vor dem Hintergrund von ca. 12.000.000 Bearbeitungen im Monat ist das noch nicht so der Kracher. 8.100 Übersetzungen sind durch­aus beein­dru­ckend, die Darstellung hat aber Geschmäckle von Schönfärberei.

Dann wies sie auf einen Fakt hin, der mir wie eine Binsenweisheit erscheint, jedoch vie­len unbe­kannt sein muss: Es gibt in den nicht-eng­li­schen Wikipedias Artikel und Inhalte, die nicht in der eng­li­schen Wikipedia zu fin­den sind. Das muss man sich mal auf der Zunge zer­ge­hen las­sen: Es gibt vie­le Autoren der eng­li­schen Wikipedia die glau­ben, dass die eng­li­sche Wikipedia die eigent­li­che Wikipedia sei, die nur noch in die ande­ren Sprachen über­setzt wer­den müs­se. Alte-wei­ße-Männer-Denkweise halt. Ich hof­fe, dass die­se Ansage Lilas Wirkung zeigt und den Anglozentrismus zurück drängt.

Dann noch eine schö­ne Ansage: Be bold. Break your own rules. – Sei mutig. Brich Deine eige­nen Regeln.“ Das lässt hof­fen, dass ein paar alte Zöpfe abge­schnit­ten werden.

https://twitter.com/Alex_Cella/status/622059536262696960

Danach eine Folie mit 2/​3“ und einem ange­bis­se­nen Apfel. Wenn ich es rich­tig ver­stan­den habe, geht es dar­um, dass wir mit den bis­he­ri­gen tech­ni­schen Mitteln nur 1/​3 des Wissens über­haupt abbil­den könnten.

Sie ging noch auf wei­te­re Aspekte ein – ich hof­fe, dass man die Rede bald irgend­wo als Video sehen kann, um die Einzelheiten ver­ste­hen zu kön­nen. Trotz mei­ner okay­en Englischkenntnisse hat­te ich Schwierigkeiten, vie­les zu ver­ste­hen. Ich hät­te wohl ein Erklärvideo gebraucht. 😉

Mal die Vortragskünste bei­sei­te las­send: Ich bin mir nicht sicher, wie ich die­se Rede ein­schät­zen soll. Einige Leute, auf deren Meinung ich etwas gebe ziem­lich begeis­tert sind, hat es mich nicht vom Hocker gehauen.

https://twitter.com/sebaso/status/622058112795590656

Auf der Hausmesse der Wikimedia Foundation sind rich­tung­wei­sen­de Aussagen wich­tig. Die hat es gege­ben. Was fehl­te war die Begeisterung, ein Mitreißen der Freiwilligen. Lila bleibt wohl unse­re küh­le Снегурочка. Nach der Rede gab es Applaus, aber auf­ge­sprun­gen ist nur das Board der Foundation.

Begeisterung kam anschlie­ßend auf, als trach­ten­tra­gen­de Tänzer zu Trompetenschmettern aus der Konserve fröh­lich das Tanzbein schwan­gen. Mexikanische Tänze sind vor allem Beinarbeit, die Damen dür­fen zusätz­lich anmu­tig die Röcke schwin­gen. Das sieht ein­deu­tig ein­fa­cher aus, als es ist, wie die ver­schwitz­ten, aber strah­len­den Gesichter der Tanzenden hin­ter­her bewie­sen. Im Publikum wur­de fröh­lich mit­ge­tanzt. Das war Klasse. ¡Hola México!

#Wikimania 2015 /​/​Workshop Erklärvideos mit @simpleshow und @wikimediaAT

Mexiko-Stadt, 17. Juli 2015

Am Vortag der Konferenz Wikimania 2015 hat­te Wikimedia Österreich einen Workshop zusam­men mit der SimpleShow Foundation orga­ni­siert. Die simp­le­show foun­da­ti­on ist eine Non-Profit-Organisation der simp­le­show GmbH. Während die GmbH für zah­len­de Auftraggeber pro­du­ziert, bie­tet die Foundation ihre Dienste Non-Profit-Organisationen an. Der Schwerpunkt liegt dabei auf kur­zen Erklärvideos, die kom­ple­xe Sachverhalte in kur­zer Zeit für jeden ver­ständ­lich ver­mit­teln. Geförderte Inhalte wer­den unter einer Creative Commons-Lizenz publi­ziert und sind frei verfügbar.

Der Workshop ist Teil des von Wikimedia Österreich, Wikimedia Schweiz und Wikimedia Deutschland betrie­be­nen Projekts Wikipedia:Erklärvido.

Bei der Herstellung der Videos wird bewusst auf weni­ge Elemente reduziert:

  • aus­ge­schnit­te­ne Zeichnungen
  • sicht­ba­re Hände, die die Zeichnungen bewegen
  • Stop-Motion-Animationen der Zeichnungen
  • eine Erklärstimme
  • Musik
  • Geräusche

Diese Elemente bie­ten trotz­dem einen erstaun­li­che Vielfalt von Darstellungsmöglichkeiten bei gerin­gem Produktionsaufwand. Der auf­wän­digs­te Teil ist die Erstellung eines Storyboards mit ein­fach ver­ständ­li­chen Texten und und leicht inter­pre­tier­ba­ren Visualisierungen. Der Produktionsprozess ist hier doku­men­tiert. Hier ein Beispiel für ein Erklärvideo:

Nach die­sem Workshop habe ich gro­ße Lust, das auch mal auszuprobieren.

Und hier die Vortragsfolien zum Download (PDF; 30,9 MB).