Kategorien
blog

Bericht aus London #wikimania2014

Teilnehmer an der Eröffnungsveranstaltung der Wikimania 2014 in London. Foto: Sebastian Wallroth, CC-BY-SA-3.0
Teilnehmer an der Eröffnungsveranstaltung der Wikimania 2014 in London. Foto: Sebastian Wallroth, CC-BY-SA-3.0

Zwei randvolle Tage Wikimania liegen hinter mir, zwei weitere folgen. Hier ein Zwischenbericht.

Donnerstag Abend bin ich in London angekommen und fand meinen Weg zum Hotel Dank der Beschreibung auf Website der Wikimania ganz gut: Mit den Gatwick-Express zu Victoria-Station, dann mit der blauen U-Bahn nordwärts, umsteigen und dann mit der schwarzen U-Bahn südwärts. Die Station Old Street hat vier Ausgänge – ich nahm den, an dem „Barbican“ stand, denn „Barbican“ (deutsch Barbakane – ein dem Tor einer Burg oder Stadtmauer vorgelagertes Verteidigungswerk) ist Bestandteil des Namens des Hotels „Thistle City Barbican Hotel“ , wie des Veranstaltungsortes „Barbican Centre„. Laut Beschreibung sollte von der Old Street rechts abbiegen und käme dann mehr oder weniger geradezu zum Hotel. Aber in welche Richtung sollte ich der Old Street folgen? Ich hatte zudem keinen Internetzugang mit meinem Handy – so konnte ich die Kartenfunktion nicht nutzen. An einer Bushaltestelle sah ich einen Umgehungsplan. Leider umfasste dieser nicht die Straße, an der das Hotel liegt. Ein freundliches Gespräch mit zwei Dresdner Touristen verhalf mit zu dem Hinweis, dass eine Straßenecke weiter eine Telefonzelle sei, an der es kostenloses WLAN gäbe.

Ein Blick auf die Karte und ich hatte meine Marschroute. Die Veranstalter hatten ein gutes Händchen bei der Wahl der Location. Alles findet in der City of London statt, dem historischen Zentrum der Stadt. Ein lebendiges, geschäftiges Viertel, in dem Angestellte, Bewohner und Touristen herumquirlen. Am Wegesrand gibt es pittoreske mittelalterliche Kirchen, ein- bis zweistöckige, mehrhundertjährige Gebäude, kleine Parks, aber auch Plattenbauhochbauten. In den Sichtachsen grüßen Landmarken wie St Paul’s Cathedral und The Shard. Auffällig ist die Allgegenwart von eisernen Zäunen. Das Hotel ist gut; vor dem Eingang stand eine große Gruppe Wikimedianer und schnatterte, dass man es drei Straßen weit hörte.

Den Freitagmorgen startete ich mit einem Full English Breakfast.

Board Training Workshop

Dann nahm ich von 9:00 bis 18:00 an einem Trainingsworkshop für Vorstands- bzw. Präsidiumsmitglieder 1 von Wikimedia-Chaptern teil.

Development House, London. Foto: Sebastian Wallroth, CC-BY-SA-3.0
Development House, London. Foto: Sebastian Wallroth, CC-BY-SA-3.0

Der Workshop fand in einem Besprechungsraum im Tiefgeschoss des Development House statt, in dessen vierter Etage das britische Wikimedia-Chapter sein Büro hat.

An meinem Vierer-Tisch saßen Vertreter aus Finnland, Polen, der Schweiz und Italien an anderen Tisch welche aus der Ukraine, Israel, Österreich, Australien, Indonesien und so weiter. Der erste Teil des Workshops wurde von Mike Hudson von Compass Partnership bestritten, die Wikimedia UK durch Beratung zu mehr Professionalität verholfen hatten.

Themen (Auszug)

Die wiederkehrenden Stufen der Entwicklung eines Präsidiums

  • Gründungsphase
  • Frühes Wachstum
  • Anstellung von Mitarbeitern
  • Reifende Organisation
  • Erwachsene Phase

mit jeweils Phasen der Unsicherheit dazwischen.

Die zehn wichtigsten Rollen des Präsidiums

  1. Vision, Mission und Werte definieren und anpassen
  2. Strategie entwickeln und Erfolg messen
  3. Richtlinien einführen und überwachen
  4. Finanzielle Basis sichern und überwachen
  5. Rechnungslegung sicherstellen
  6. Geschäftsführer auswählen und unterstützen
  7. Risiken managen
  8. Rechtliche Lage absichern
  9. Lenkungsformen (Governance) einführen und regelmäßig prüfen
  10. Verständnisvolle und weise Entschlüsse fassen

Die Grundlagen einer guten Lenkung durch das Präsidium

  1. Gut als Team arbeiten
  2. Effektivität der Besprechungen sicher stellen
  3. Das notwendige Wissen und die notwendigen Erfahrungen haben
  4. Auf die Strategie fokussieren
  5. Mit Offenheit und Vertrauen agieren

Womit könnte man die Qualität der Arbeit des Präsidiums sicher stellen?

  • Feedback nach Besprechungen
  • Bewertung des Vorsitzenden
  • Selbstrevision (auch mit externen Beratern)
  • Individuelles Feedback
  • Unabhängige Beurteilung (Governance Review)

Charakteristiken wirklich effektiver Präsidien

  1. die kritischen Funktionen sind kristallklar festgelegt
  2. angemessene Gremiumsstruktur, die die Governance-Arbeit durchführt
  3. Mitglieder, die nach Fähigkeiten und möglichen Beiträgen ausgewählt werden
  4. Extrem gute Zusammenarbeit als Team
  5. stramme Durchführung des Governance-Prozesses
  6. das Präsidium akzeptiert die Strategie und überwacht streng die Umsetzung
  7. Vorsitzender und Geschäftsführer arbeiten partnerschaftlich zusammen
  8. die Arbeit des Präsidiums wird regelmäßig bewertet

Die theoretischen Vorträge wurden durch mehrere praktische Übungen ergänzt.

Den Zweiten Teil bestritt Prof. Dariusz Jemielniak, unter anderem Mitglied des Funds Dissemination Committee (FDC) der Wikimedia Foundation.

Zunächst stellte er die Arbeit des FDC vor. Dieses Freiwilligengremium nimmt die Finanzpläne so unterschiedlicher Organisationen wie der Wikimedia Foundation, von Wikimedia Deutschland oder Wikimedia Israel entgegen, prüft und bespricht sie in einem drei- bis viertägigen Sitzungsmarathon und bestätigt oder kürzt dann die Zuweisung von Spendenmitteln. Dazu gibt es eine knappe Erläuterung für die Antragstellern. Meine skeptischen Fragen zu diesem Prozess wurden mit einiger Aufregung registriert. Ich würde gern mehr darüber wissen.

Dann stellte Dariusz Techniken und deren Anpassungen für die Arbeit eines Präsidiums an der Strategieplanung vor, zum Beispiel die SWOT-Analyse. Des weiteren wurden Beispiele für Firmen und Organisationen besprochen, deren strategische Aufstellung fehlschlug, wie Polaroid oder Kodak.

Der dritte Teil drehte sich um die weit verbreitete Überlastung der Präsidiumsmitglieder und daraus folgende Burnouts. Zuvor hatte es eine Umfrage unter den Teilnehmern gegeben, die folgendes zeigte

  • 1 bis 5 Jahre Gremiumsmitarbeit
  • 2/3 haben Angestellte
  • für die meisten sind die inhaltlichen Anforderungen wie erwartet
  • für viele ist die zeitliche Belastung deutlich höher als erwartet
  • den meisten macht die Arbeit im Gremium Spaß
  • die Gründe dafür sind: Einfluss, Auswirkungen der eigenen Arbeit, die Zusammenarbeit mit talentierten Leuten

Mein Fazit des Workshops

Ich bin auf ein paar Punkte gestoßen, die neu für mich waren, zum Beispiel der Gedanke, dass die Arbeit von Freiwilligen in einem Gremium wie dem Präsidium durchaus gemessen und bewertet werden kann und muss.

Des weiteren verstehe ich jetzt einige Äußerungen von ehemaligen Präsidiumsmitgliedern wie Sebastian Moleski, Alice Wiegand oder Delphine Menard wie auch des Vorstandes Pavel Richter zum Thema Governance. Zuvor fehlte mir theoretische Hintergrund, was ich auch durch Lektüre etlicher Literatur nicht ausgleichen konnte. Sehr schade, dass ich erst jetzt zu diesem Wissen komme – es hätte vieles vereinfacht und manches hätte ich anders entschieden, wenn ich das eher zur Verfügung gehabt hätte. Ich hatte schon länger das Gefühl, dass mir Informationen fehlen, aber die Fragen nach passenden Schulungen wurden ignoriert. Ich werde mich dafür einsetzen, dass künftige Präsidiumsmitglieder ausreichend geschult werden, damit ihre Arbeit dem Verein bestmöglich dienen kann.

Außerdem war es sehr interessant, mit Mitgliedern anderer Boards zu sprechen. Ich hoffe ich konnte einigen die Scheu vor dem vergleichsweise gigantischen Wikimedia Deutschland nehmen.

Eröffnungsveranstaltung

Zur rechten Zeit verließen wir das Tiefgeschoss und lüfteten unsere rauchenden Köpfe bei einem Fußmarsch zum Veranstaltungsort der Wikimania 2014. Das Barbican Centre ist eine gigantische Veranstaltungsort-Maschine aus Stahl und gekratztem Beton aus den 1970er Jahren. Die Queen eröffnete 1982 dieses größte Kultur- und Konferenzzentrum Londons, Sitz des London Symphony Orchestra.

Nach Anmeldung, einem Snack und ein paar dünnen Bierchen öffneten sich die Türen zum großen Saal, den rund 1.600 Wikimediane aus 68 Ländern nahezu füllten.

Es gab zunächst Reden des Veranstaltungsorganisators Edward Saperia (sorry, er kann besser organisieren als reden) und des Geschäftsführers von Wikimedia UK Jon Davies (sympathisch).

Dann kam Jimbo Wales, der die Wikimania-Rituale durchführte (Wer ist zum ersten Mal auf einer Wikimania? – Die überwiegende Mehrheit) und recht knapp programmatisches besprach.

Er ging auf den gegenwärtigen Missbrauch des „Rechts auf vergessen werden“ ein, wie auch auf den Rechtsstreit darum, ob der Besitzer der Kamera, der Affe oder niemand das Urheberrecht an einem Foto hat, dass der Affe von sich selbst gemacht hat.

Stroopwafel selfie. Foto: AlisonW, CC0-1.0 via Wikimedia Commons
Stroopwafel selfie. Foto: AlisonW, CC0-1.0 via Wikimedia Commons

Dann wie er darauf hin, welche Macht die Wikimedia Bewegung inzwischen hat, dass sie diese aber weise einsetzen muss.

Dann hielt die neue Geschäftsführerin der Wikimedia Foundation Lila Tretikov ihre erste Rede vor versammelter Mannschaft. Der warme Applaus konnte nicht über ein wenig Fremdeln hinwegtäuschen. Das wird schon.

Die begeistert aufgenommene Keynote hielt Salil Shetty, Generalsekretär von Amnesty International.

Dieser anstrengende, aber sehr befriedigende und anregende Tag klang mit den Bläsersätzen einer mitreißenden Band aus, die „traditionelle englische Musik“ spielte, also Rolling Stones, Elton John, Electric Light Orchestra und so.

Notes:

  1. Nur bei Wikimedia Deutschland heißt der Vorstand „Präsidium“. Die englische Bezeichnung lautet „board“. Ich werde im Folgenden „Präsidium“ verwenden
Kategorien
blog

Mein Plan für die #Wikimania 2014 in London

Teilnehmer der Eröffnungszeremonie der 9. Wikimania in Hongkong. Foto: Sebastian Wallroth, CC-BY-3.0
Teilnehmer der Eröffnungszeremonie der 9. Wikimania in Hongkong. Foto: Sebastian Wallroth, CC-BY-3.0

Einmal jährlich findet irgendwo in der Welt die Wikimania statt.

Wikimania ist eine Konferenz, ein Festival, ein Treffpunkt, ein Workshop, ein „Hackathon“ und eine Party mit mehr als 2.000 Teilnehmern, verteilt auf fünf Tage im August 2014.

Wikimania ist das offizielle Jahresereignis der Wikimedia-Bewegung. Du kannst hier alle möglichen Projekte kennen lernen, die mit Wikis und Freien Inhalten erstellt werden, und du kannst die Gemeinschaft kennen lernen, die das bekannteste aller Wikis geschaffen hat, Wikipedia! 1

Die ersten Wikimania fand 2005 in Frankfurt am Main statt und ich war dabei! Die folgenden ließ ich aus, aber ab 2011 war ich als Präsidiumsmitglied von Wikimedia Deutschland wieder zu Gast in Haifa (Israel), Washington (USA), Hongkong (China) und in diesem Jahr in London (Vereinigtes Königreich).

Zur diesjährigen Wikimania gibt es ein Extrablatt des Wikipedia Kuriers. Lesenswert!

Inzwischen wurde das Konferenzprogramm veröffentlicht und ich habe mir einen groben Plan zurecht gebastelt:

Freitag, 8. August 2014

10:00 How I Wrote an Article for Another Encyclopedia, and How It Compares to Wikipedia

Worum geht es? Ein Bericht eines erfahrenen Wikipedianers in einer anderen, „geschlossenen“ Enzyklopädie.

Warum will ich da hin? Wegen des Vergleichs der offenen Arbeitsweise mit der geschlossenen. Als Wikipedianer ist man die offene Arbeitsweise gewöhnt, aber für Menschen ohne Wikipedia-Hintergrund ist das nach wie vor ein Buch mit sieben Siegeln.

10:30 Common Knowledge? An Ethnography of Wikipedia (On Trust, Distrust, Betrayal and Loyalty)

Worum geht es? Über den Wert von Vertrauen in der Zusammenarbeit von Wikipedianern

Warum will ich da hin? Ohne Vorschussvertrauen in die Gutwilligkeit und Kompetenz der einem zunächst völlig unbekannten Mitautoren kann die Zusammenarbeit in der Wikipedia nicht funktionieren. Dass es funktioniert ist mir immer noch ein Mysterium und ich bin neugierig zu hören, was darüber heraus gefunden wurde.

11:30 Image by Wikipedia

Worum geht es? Über die überwiegend fehlende Attribution von Bildern im Internet

Warum will ich da hin? Die fehlenden Quellen- und Lizenzangaben an Bildern und anderen Medien sind ein wesentlicher Mangel im gegenwärtigen World Wide Web. Die meisten Benutzer können darum Medien nicht nachnutzen, ohne sich im Zweifel sogar strafbar zu machen, da ihnen das Spezialwissen fehlt, Lizenz und Quelle zu ermitteln. Auf der anderen Seite kümmern sich auch die großen Inhalte-Anbieter im Netz kaum um die fehlenden Angaben – auch in der Wikipedia fehlen an den Bilder die Angaben – man findet sie erst, wenn man auf das Bild klickt – und auch dort nicht sofort. Wie Mats Schöner im BILDblog aufzeigt, kümmern sich auch führende Medienhäuser in Deutschland nicht um die Herkunft der von Ihnen verwendeten Bilder – da werden Fotos von Opfern eines Flugzeugabsturzes für die Illustration eines Propoganda-Artikels gegen Wladimir Putins einfach von deren Facebook-Seite gestohlen.

12:00 How to stay out of jail and still use images from Wikimedia Commons

Worum geht es? Über die rechtlichen Folgen fehlender oder fehlerhafter Attribution von Bildern im Internet

Warum will ich da hin? Dass das ganz schön teuer werden kann, hatte ich in einem früheren Artikel aufgezeigt. An dem Vortrag interessiert mich der internationale Vergleich.

12:30 Crazy Contentious Copyright Challenges Constraining Community Creativity

Worum geht es? über den Einfluss der noch völlig unzureichenden Gesetzeslage für Urheberrechte im Internet auf Freies Wissen

Warum will ich da hin? Der internale Vergleich interessiert mich. Wie viel besser oder schlechter ist es anderswo? Was kann man davon lernen?

14:30 Beyond talk pages: discussing content in 2020

Worum geht es? Gedanken zu Ergänzungen oder Ersatz für die von vielen als unzureichend erachteten Diskussionsseiten in der Wikipedia

Warum will ich da hin? Die Diskussionsseiten werden von etlichen langjährigen Wikipedianern als ausreichend erachtet. Ich sehe aber vor allen drei Schwächen: 1. Sie versagen völlig bei sehr langen Diskussionen mit vielen Teilnehmern, 2. Wenn sich Diskussionsstränge aufteilen, kann man der Diskussion kaum mehr folgen, 3. Neulinge sind mit der Technik völlig überfordert. Man muss Wikisyntax beherrschen, um mitdiskutieren zu können. Sehr gute Diskussionstechniken gibt es im Netz zu Hauf. Die Herausforderung ist die Transition vom bestehenden System zu einem neuen. Ich bin gespannt, wie man die gegensätzlichen Interessen unter einen Hut bekommen wird.

14:40 Measuring community health: Vital signs for Wikimedia projects

Worum geht es? Das Wikimedia Foundation Analytics Team berichtet über seine Bemühungen, mit standardisierten Metriken die Auswirkungen von Projekten zu messen

Warum will ich da hin? Wie misst man den Erfolg von Projekten und Maßnahmen in der Wikimedia Bewegung? Zur Zeit werden Standards dafür gesetzt. Das will ich mir einmal näher ansehen.

16:30 The state of wikiHow

Worum geht es? Es wird „wikiHow“ vorgestellt, ein Nicht-Wikimedia-Projekt zur Erstellung und Verbreitung Freien Wissens in Form von Anleitungen aller Art.

Warum will ich da hin? Das kenne ich noch nicht. Es gibt mehrere kommerzielle und Freie Plattformen mit dem gleichen Konzept. Mich interessiert zu wissen, was wikiHow aus der Masser heraus hebt.

17:00 Lives and deaths of Wikimedia projects in a minority language

Worum geht es? Das Leben und Sterben von Wikimedia-Projekten in Minderheitensprachen.

Warum will ich da hin? Es gibt allein in Deutschland elf Minderheitensprachen. Zur Zeit haben die keine Lobby. Ich würde gern sehen, dass Wikimedia Deutschland sich für Wikimedia-Projekte in den Minderheitensprachen Deutschlands einsetzt. Vielleicht kann ich hier Kontakte knüpfen.

17:30 Open Data Portal Austria

Worum geht es? Zusammen mit der Open Knowledge Foundation Austria under Kooperation Open Government Data Austria will Wikimedia Österreich ein regierungsunabhängiges Portal für Offene Daten betreiben

Warum will ich da hin? Ich habe noch nie etwas davon gehört und bin sehr neugierig, was da entsteht. Es wäre schön, wenn wir für Deutschland etwas davon lernen könnten.

Samstag, 9. August 2014

Den Samstag Morgen beginne ich mit dem Hören von Reden interessanter Leute:

9:30 Featured Speakers V Platform: Erik Moeller, VP of Engineering at WMF

10:00 Featured Speakers V Platform: Showcase ALL the (cool) things!Marc A. Pelletier, Wikimedia Tool Labs Engineer

10:30 Featured Speakers V Platform: Raph Koster, Author „A Theory of Fun“

Worum geht es? Es ist immer interessant, interessanten Leuten zuzuhören.

Warum will ich da hin? Da keiner der anderen Track ausreichend Neues für mich bietet (ich bitte bei den Vortragenden um Entschuldigung), höre ich gern hier zu.

11:00 Wikimedia Commons – Needs and wishes for the perfect Wikimedia media database.

Worum geht es? Es sollen Wünsche für die Änderung der Benutzeroberfläche von Wikimedia Commons gesammelt werden.

Warum will ich da hin? Weil ich persönlich unter den miserablen Benutzerfreundlichkeit von Wikimedia Commons leide. Sowohl als Beitragender, wie auch als Nutzer. Ich hoffe, ich kann ein paar Anregungen vermitteln.

12:30 Will we still need categories in times of Wikidata?

Worum geht es? Brauchen wir in Zeiten von Wikidata noch Kategorien?

Warum will ich da hin? Weil die Antwort „NEIN!!!“ lautet. Wir brauchen Tags. Wenn ich ein Foto der Orgel in der St. Marien-Kirche in Stralsund suche, will ich mich nicht durch den Kategorie-Baum Stralsund > Culture of Stralsund > Cultural heritage of StralsundPipe organs in Stralsund > Organs of St Marien in Stralsund > Stellwagen-Orgel Stralsund klicken, sondern die Tags „Orgel“ und „Stralsund“ kombinieren und dann schon die ersten Ergebnisse sehen.

14:30 Cooperation between the chapters: lessons from the past

Worum geht es? Ziko van Dijk berichtet über Erfahrungen aus der Zusammenarbeit von Wikimedia Chaptern.

Warum will ich da hin? Ich finde es sehr schade, wie relativ schwach die Zusammenarbeit der Wikimedia Chapter ausgeprägt ist. Immerhin gibt es Chapter schon seit zehn Jahren. Ziko ist ein streitbarer Geist und in diesem Feld sehr stark engagiert. Ich bin mir sicher, dass ich wichtige Informationen erhalte und hoffe, dass die Zusammenarbeit der Chapter in Zukunft verstärkt wird.

15:00 The role of the media in the development of Wikipedia

Worum geht es? Der Präsentator Itzik Edri spricht über die Notwendigkeit, mit den Medien in Kontakt zu bleiben, auch wenn „doch jeder die Wikipedia kennt“, und wie jeder Freiwillige das tun kann.

Warum will ich da hin? Ich erlebe ständig in meinem Umfeld, dass selbst erfahren Onliner völlig ahnungslos über die Funktionsweise der Wikipedia sind. Es ist wichtig, Meinungsbildnern und Multiplikatoren diese Funktionsweisen klar zu machen, um die Idee Freien Wissens zu stärken.

15:30 Liquid Lobbying – How could Wikimedia change EU copyright?

Worum geht es? Dimitar Parvanov Dimitrov, „unser Wikimedianer in Brüssel“, spricht über die Möglichkeiten für die Wikimedia Bewegung, Einfluss auf die Gestaltung des EU-Urheberrechts zu nehmen.

Warum will ich da hin? Dimi leistet für uns Großartiges bei der EU. Das ist in der Wikimedia Bewegung leider weitgehend unbekannt. Ich hoffe, dass mit dieser Veranstaltung mehr Wikimedianer über Dimis Arbeit erfahren und ihn unter Umständen mehr unterstützen.

 16:30 VisualEditor – helping users edit more easily

Worum geht es? James Forrester (Product Manager, VisualEditor team, Wikimedia Foundation) und Trevor Parscal (Lead Front-End Engineer, Wikimedia Foundation) stellen die Arbeit am VisualEditor vor. Dieses Tool soll die Möglichkeit bieten, die Wikipedia zu bearbeiten, ohne WikiSyntax beherrschen zu müssen. Dabei wollen sie auch ihre Entscheidungen für bestimmte Features nachvollziehbar machen.

Warum will ich da hin? Die Einführung des VidualEditors in die verschiedenen Wikipedias ist kontrovers diskutiert worden. Ich würde gern die Menschen hören und sprechen, die das Tool am besten kennen.

17:00 It’s Alive! The Joy of Real-Time Collaboration

Worum geht es? Erik Moeller (Deputy Director and VP of Engineering and Product Development, Wikimedia Foundation) stellt Möglichkeiten vor, die sich für die Online-Zusammenarbeit aus neuen Erweiterungen der Wikipedia ergeben könnten, die man aus Google Docs oder EtherPad kennt.

Warum will ich da hin? Ich bin der Meinung, dass die Wikipedia durch die veraltete Oberfläche von MediaWiki ins Hintertreffen geraten ist. Ich freue mich, dass meine Ansicht an der Spitze der MediaWiki-Entwicklung geteilt wird.

17:30 Real-time Collaborative Editing with TogetherJS

Worum geht es? Die MediaWiki-Erweiterung TogetherJS ermöglicht die Auflösung des uralten Konflikts, wenn zwei oder mehr Autoren nahezu gleichzeitig einen Wikipedia-Artikel bearbeiten: Die Arbeit dessen, der zuerst speichert gewinnt, der andere Autor muss seine Änderungen mühsam in die Arbeit des anderen integrieren.

Warum will ich da hin? Ich schaue gern ein wenig in den Maschinenraum.

Sonntag, 10. August 2014

9:30 Wikidata – current state and Q&A

Worum geht es? Den Stand der Entwicklung von Wikidata.

Warum will ich da hin? Wikidata wird in der Geschäftsstelle von Wikimedia Deutschland entwickelt und ist eine der größten Innovationen der letzten Jahre.

10:00 The opportunities and challenges of Wikidata

Worum geht es? Die Möglichkeiten und Herausforderungen, die mit Wikidata einher gehen.

Warum will ich da hin? Ich sehe in Wikidata eine gigantische Bereicherung für Freies Wissen. Strukturiertes Wissen wird in der Wikipedia mühsam mit Behelfstechnologien simuliert. Nachdem Wikidata langsam dem Säuglingsalter entwächst, bin ich gespannt auf die Sicht anderer auf die neuen Möglichkeiten.

10:30 A data and developer hub for Wikimedia

Worum geht es? Etwas versteckt in der Agenda wird hier eine wichtige Schwerpunktsetzung der Wikimedia Foundation präsentiert: Die Zuwendung an Entwickler, die die Software der Bewegung entwickeln oder das erstellte Freie Wissen mit ihrer Software verbreiten könnten.

Warum will ich da hin? Wenn ich in den letzten Jahren an die Betreuung der freiwilligen Entwickler dachte (eigentlich die „Nicht-Betreuung“) musste ich immer an den Adenauer zugeschriebenen Ausspruch denken: „Kinder kriegen die Leute immer.“; das wäre hier: „Freiwillige Entwickler für unsere Software kriegen wir immer“. So ist es aber nicht. Ich freue mich, dass hier die Initiative ergriffen wird und hoffe, dass nicht Dilettantismus alles versaut wird.

11:30 WikiCredit – Calculating & presenting value contributed to Wikipedia

Worum geht es? Das Messen des Beitrag jedes einzelnen Beitragenden an der Wikipedia.

Warum will ich da hin? Das ist ein interessante Herausforderung für Mathematiker und Statistiker. Ich freue mich auf ein wenig Zahlenjonglage.

12:00 The Wikipedia Adventure: Play with Learning

Worum geht es? Gamification der Erstellung Freien Wissen.

Warum will ich da hin? Sie hatten mich schon bei „Gamification“ 😉 Ich hoffe mehr Projekte wie das Wikidata-Game kennen zu lernen.

12:30 Using the Mass upload tool to copy GLAM collections to Commons

Worum geht es?  berichtet über Erfahrungen mit einem speziellen Tool für Projekte, um massenhaft Fotos auf Wikimedia Commons hoch zu laden.

Warum will ich da hin? Ich verwende Commonist, um meine Bilder auf Wikimedia Commons hoch zu laden, da es das einzige mir bekannte Tool ist, dass GPS-Daten nicht aus den Meta-Daten der Bilder löscht. Ich bin gespannt, von den Erfahrungen anderer zu hören.

14:30 We Need to Talk About Paid Editing… Sorting Out Wikipedia’s Most Enduring Argument

Worum geht es? Eines der Gebote der Wikipedia ist, dass Autoren nicht bezahlt werden. Es gibt aber bezahlte Autoren.

Warum will ich da hin? In Deutschland wird über dieses heikle Thema schon einige Jahre offen diskutiert. Ich bin gespannt darauf, was in anderen Ländern los ist.

Und übrigends…

…werde mich wohl weitestgehend an diesen Plan halten. Wenn sich jedoch ein interessantes Gespräch mit anderen Besuchern der Wikimania ergibt oder ein anderer Vortrag nach näheren Besehen spannender ist als der geplante, dann entscheide ich ohne Hemmungen operativ um.

Notes:

  1. Zitat von der Startseite der Wikimania 2014 Website
Kategorien
blog

Deutsche Architekten sind zu dämlich zum Schwitzen

gouttes de transpiration sur peau humaine. foto: Minghong, CC-BY-SA-3.0, via Wikimedia Commons
gouttes de transpiration sur peau humaine. foto: Minghong, CC-BY-SA-3.0, via Wikimedia Commons

Es ist zu warm. Wenn ich in einem Raum sitze und die Lufttemperatur 26 °C übersteigt, merke ich das. Mein Körper fährt runter. Das Gehirn wird langsamer. Die Stimmung sinkt. Kein Quatsch. Ich leide.

Ich leide unter dämlichen Architekten. Architekten, die zu zweit in riesigen 3,60 m hohen Altbauwohnungen sitzen und sich Betonwüsten ausdenken. Oder Passivhäuser. Architekten, die dem Dämmwahn aufgesessen sind. Die in Deutschland peinlich genau darauf achten, dass es im Winter in den Wohnungen immer schön kuschlig warm ist.

Werfen wir einen Blick auf die Jahrestemperaturen von 1761 bis 2013:

Temperaturreihe Deutschland, 30 und 10 jährig geglättet
Temperaturreihe Deutschland, 30 und 10 jährig geglättet

Na, könnt ihr es erkennen? Auch die Architekten unter euch?

ES WIRD IMMER WÄRMER IN DEUTSCHLAND! ES IST KACKE HEIß IM SOMMER IN DEUTSCHLAND. UND IN NACH EUREN SCHEIß ENTWÜRFEN GEBAUTEN HÄUSERN IST ES IM SOMMER AUCH KOTZIG HEIß IM SOMMER! 27 °C, 28 °C, 29 °C IST VIEL ZU HEIß! DEN LEUTEN, DIE IN EUREN WUNDERPALÄSTEN SITZEN MÜSSEN, TROPFT DER SCHWEIß VON DEN ARMEN AUF DEN TISCH. TROPF! TROPF! TROPF!

Es kann doch nicht so schwer sein, Häuser zu bauen, in denen es süße 22 °C ist, auch wenn draußen die Großwetterlage 31 °C im Schatten beschert. Das kriegen die Leute doch anderswo auch hin. Soweit muss man gar nicht gehen. Neulich war ich bei Bekannten in einem stinknormalen Mehrfamilienhaus aus dem 1960er Jahren. DA WAR ES KÜHL DRIN! Da war kein dämliches Styropor draufgeklebt. Es gab nur simples zweischaliges Mauerwerk und Doppelfenster. UND ES WAR KÜHL DRIN! Wie mir die Bekannten versicherten, ist es Winter auch schön warm. GEHT DOCH!

Und wenn hier ein einziger „Ventilator“ auch nur denkt – der kriegt gescheuert. DIE BLASEN DIE TROPFEN VON MEINEN ARMEN MIT PISSWARMER LUFT SEITLICH VON MEINEN ARMEN RUNTER. Prima! Da fallen sie nicht mehr in die Tastatur. Da freut sich der IT-Fritze.

Und jetzt reißt Euch zusammen und fangt an, auch in Deutschland Häuser zu bauen, in denen man es im Sommer aushalten kann!

Kategorien
blog

Automatisch erstellte Wikipedia-Artikel sind Quatsch

Animated Mini Robot. Grafik: MG, CC-BY-SA-3.0 via Wikimedia Commons
Animated Mini Robot. Grafik: MG, CC-BY-SA-3.0 via Wikimedia Commons

Wie bereits Frankfurter Allgemeine und Spiegel Online berichte, werden in einigen Wikipedias tausende Artikel durch automatisierte Skripts erstellt. Dazu werden Artikelgerüste für Themen erstellt, von denen es tausende Einzelableitungen gibt. Beispiele sind Asteroiden oder schwedische Seen. Mit Platzhaltern werden dann die jeweiligen Daten eingefügt.

Warum ist das Quatsch?

1. Wenn diese Artikel erst einmal erstellt sind, können sie nur gepflegt werden, wenn keine manuellen Änderungen daran vorgenommen werden. Manuelle Änderungen führen sehr leicht dazu, dass ein Bot den Text nicht mehr erfassen und verarbeiten kann. Sobald eine geänderte Information nicht mehr in den Artikel eingefügt werden kann, ist er veraltet und damit Müll.

2. Die Informationen sind jedoch trotzdem interessant. Wie könnte die Information besser in die Wikipedia kommen? Die Lösung heißt Wikidata. Die Informationen sollten in dieser Datenbank gepflegt werden. Dann sollten jedoch keine Pseudo-Artikel daraus generiert werden. Stattdessen sollten die Ergebnisse mit in der Suche angezeigt werden. Google macht das schon eine Weile vor. Google zeigt nicht nur mehr die Treffer auf anderen Websites an, sondern zeigt die Information, die der Benutzer vermutlich sucht. Wenn also nach „1125 China“ gesucht wird, könnten Orbittyp, Große Halbachse, Exzentrizität, Perihel – Aphel und Neigung der Bahnebene des Asteroiden angezeigt werden.

Kategorien
blog

Mein Carsharing Fazit

Car2Go Eletrofahrzeuge in Amsterdam. Foto: Brbbl, CC-BY-SA-3.0 via Wikimedia Commons
Car2Go Eletrofahrzeuge in Amsterdam. Foto: Brbbl, CC-BY-SA-3.0 via Wikimedia Commons

Ich habe ein Auto. Seit zwei Monaten steht es mir nicht zur Verfügung, da ein LKW-Anhänger daran entlang geschrammt ist und die Karosserie erheblich beschädigt hat. In dieser Zeit gab es mehrere Anlässe, an denen ich gern mein Auto gehabt hätte.

Mehrere Fahrten zu Arbeit, bei denen ich Koffer transportieren musste, was mit öffentlichen Verkehrsmitteln kein große Spaß ist. Mehrere Fahrten von der Arbeit nach Hause, nachdem ich sehr lange gearbeitet und ziemlich ausgepumpt war. Die Autofahrt abends bei freier Straße dauert nur 20 Minuten, die Fahrt mich öffentlichen Verkehrsmitteln mindestens 50 Minuten. Für diese beiden Anwendungsfälle bieten die Carsharing-Dienste von Car2Go, DriveNow und MultiCity nicht hervorragenden Ersatz. Sie sind sogar besser als ein privates Auto, da die hohen Parkgebühren in der Innenstadt die Benutzung der CarSharing-Dienste in Vergleich günstiger machen.

Für Einsatzzwecke, bei denen ich innerhalb der Stadt zu einem Ort muss, dort ein bis zwei Stunden bin und danach wieder mit dem Auto zurück will, ist ein privates Auto finanziell günstiger. Das sind zum Beispiel Arztbesuche, Wochenendeinkäufe in Großmärkten, Besuche im Baumarkt oder Fahrten in den Garten. In der Wartezeit läuft die Preisuhr des Leihwagens weiter, da bei einer Freigabe des Wagens die reelle Chance besteht, dass jemand anderes den Wagen mietet und dann kein Fahrzeug mehr für die Rückfahrt zur Verfügung steht.

Carsharing eigenen aus Preisgründen sich auch nicht für Fahrten auf’s Land. In andere Städte fahre ich gern mit der Bahn, aber sobald die Ziele weiter weg von größeren Bahnhöfen sind, verlängert sich die Reisezeit gern um ein bis zwei Stunden.

Fazit: Ich bin zur Zeit noch nicht bereit, auf mein privates Fahrzeug zu verzichten, auch wenn ich es zu Gunsten von Carsharing-Wagen häufiger stehen lasse.

Kategorien
blog

Leben und Sterben zwischen 1650 und 1750

Bei Recherchen zur Erweiterung des Wikipedia-Artikels über Alexander Gottlieb Baumgarten um Lebensdaten seiner Eltern, Geschwister, Frauen und Kinder fiel mir auf, wie hoch die Kindersterblichkeit in Deutschland vor 400 Jahren war.

Baumgartensche Lebenslinien
Lebensdaten der Eltern, Geschwister, Frauen und Kinder von Alexander Gottlieb Baumgarten vom Geburtsjahr seines Vaters bis zum Todesjahr seiner zweiten Frau. Die Ehejahre sind schwarz umrandet. Grafik: Sebastian Wallroth, gemeinfrei

Schon dieser kleine Ausschnitt von 15 Personen zeigt, dass man entweder im ersten Lebensjahr starb oder gute Chancen hatte, weit über 50 Jahre alt zu werden. Frauen wurde nicht so alt wie die Männer. Was wohl daran lag, dass sie alle zwei bis drei Jahre ein Kind austrugen.

Kategorien
blog

Liste von Coworking Spaces in Berlin

Pieter Brueghel der Jüngere (oder seine Werkstatt): Bezahlung des Zehnten (auch: Der Bauernadvokat – Bauern bezahlen einen Advokaten in Naturalien). wahrscheinlich zwischen 1617 und 1622. Öl auf Holz. 54,2 × 86,6 cm. Gemeinfrei <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Pieter_Brueghel_the_Younger_(or_workshop)_The_Payment_of_the_Tithes_Bonhams.jpg">via Wikimedia Commons</a>
Pieter Brueghel der Jüngere (oder seine Werkstatt): Bezahlung des Zehnten (auch: Der Bauernadvokat – Bauern bezahlen einen Advokaten in Naturalien). wahrscheinlich zwischen 1617 und 1622. Öl auf Holz. 54,2 × 86,6 cm. Gemeinfrei via Wikimedia Commons

Coworking (auch Co-working, engl. „zusammen arbeiten“ bzw. koarbeiten) ist ein sich seit einigen Jahren abzeichnender Trend im Bereich „Neue Arbeitsformen“. Freiberufler, Kreative, kleinere Startups oder digitale Nomaden, die unabhängig voneinander agieren oder in unterschiedlichen Firmen und Projekten aktiv sind, arbeiten in meist größeren Räumen zusammen und können auf diese Weise voneinander profitieren. Coworking Spaces stellen Arbeitsplätze und Infrastruktur (Netzwerk, Drucker, Scanner, Fax, Telefon, Beamer, Besprechungsräume) auf Tages-, Wochen- oder Monatsbasis zur Verfügung und ermöglichen die Bildung einer Gemeinschaft („Community“), welche mittels gemeinsamer Veranstaltungen, Workshops und weiterer Aktivitäten gestärkt werden kann. Dabei bleibt die Nutzung jedoch stets unverbindlich und zeitlich flexibel. 1 – schreibt Inspiraluna in der Wikipedia.

Ich bin gerade auf der Suche nach einem Übergangsbüro für 15 Programmierer und Projektmanager für 6-9 Monate in Berlin und stieß dabei auf eine erstaunliche Anzahl von Coworking Spaces:

  1. http://agoracollective.org/
  2. http://buerow.org/
  3. http://cafenest.de/coworking/
  4. http://co-up.de/contact.html
  5. http://coworking-halleamwasser.com/
  6. http://esdipberlin.com/space/
  7. http://tanterenate.de/
  8. http://welance.de/
  9. http://www.ahoyberlin.com/
  10. http://www.betahaus.com/berlin/
  11. http://www.club-office.com/
  12. http://www.coworking-berlin-squarehaus.de/
  13. http://www.coworkinn.de/
  14. http://www.creativemedialab.de/
  15. http://www.studio70.info/
  16. http://thebusinessclass.net/en/node/52
  17. http://www.dockboerse.com/index.php?action=selection&locationid=2&cat=4
  18. http://www.rainmakingloft.de/
  19. http://www.raumstation-berlin.net/
  20. http://www.satelliteoffice.de/de/coworking_desk/
  21. http://www.supermarkt-berlin.net/de/coworking-in-den-supermarkt-studios/
  22. http://www.uberdesk.de/
  23. http://www2.mobilesuite.de/en/berlin-prenzlauer-berlin
  24. https://launchco.com/etc/

Notes:

  1. Seite „Coworking“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 13. Mai 2014, 11:58 UTC. URL: http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Coworking&oldid=130363060 (Abgerufen: 13. Juni 2014, 20:46 UTC)
Kategorien
blog

Liste von geografischen Bezeichnungen in Frankfurt (Oder), die ich im letzten Monat neu kennen lernte

Theaterteich in Frankfurt (Oder). Foto: Willi Wallroth, gemeinfrei, <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:21_Theaterteich_Frankfurt_Oder.jpg">via Wikimedia Commons</a>
Theaterteich in Frankfurt (Oder). Foto: Willi Wallroth, gemeinfrei, via Wikimedia Commons

Ich habe in den letzten Wochen Zeiten, in denen ich Entspannung brauchte und nicht schlief animiert durch den Wettbewerb Wiki Loves Earth dazu genutzt, die Wikipedia-Seiten Liste der Naturdenkmale in Frankfurt (Oder) und Liste der Gewässer in Frankfurt (Oder) zu erweitern beziehungsweise zu erstellen. Dabei habe ich viel die Kartenseiten OpenStreetMap (sehr detailliert), Google Maps (sehr benutzerfreundlich), Bing Maps (Luftbilder von schräg oben) und brandenburg-viewer (Katasterauszüge) durchstreift. Hin und wieder kamen mir dabei geografische Bezeichnungen unter, von denen ich noch nie gehörte hatte. Und immerhin bin ich in Frankfurt (Oder) aufgewachsen und war viel mit unserem Hund unterwegs. Hier eine Liste von mir neuen Namen. Frankfurter können ja mal melden, wie viele sie davon kannten.

  • Posener Hof
  • Küstriner Berg
  • Pferdegasse
  • Schäfchenspring
  • Junkerfeld
  • Malchow
  • Eierberg
  • Weißer Graben
  • Geldberg
  • Mühlgraben
  • Großer Butterberg
  • Küstersee
  • Priestersteig
  • Noacksteich
  • Schulweg
  • Kranichpfuhl
Kategorien
blog

Betreutes Gärtnern II

Carl Spitzweg: Der Maler im Garten. gemeinfrei
Carl Spitzweg: Der Maler im Garten. gemeinfrei

Es ist erstaunlich, wie befriedigend ich es finde, in der Erde zu wühlen, Pflänzchen zu betrachten und herumzurätseln, ob das jetzt Unkraut ist, oder Kraut. Welche Freude, wenn ich Pflanzen identifizieren kann; beispielsweise ist Zwiebellauch ziemlich einfach zu erkennen. Zm Glück hat es in den letzten Tagen viel geregnet, so dass ich kaum zu gießen brauchte. Das ändert sich gerade und jetzt fällt auch wieder ins Gewicht, dass die Wasserstelle doch ein paar Meter vom meiner Parzelle entfernt ist. Aber auch das macht mir irgendwie Spaß. Mit zwei Plastikgießkannen aus einem freistehenden Wasserhahn Wasser zu zapfen und dann mit leisen Schweppergeräuschen über den Acker zu tragen.

Eine andere große Entdeckung ist: Wetter. Es spielt eine Rolle, ob Wind weht oder die Sonne stark scheint. In der Stadt lebt es sich doch recht windgeschützt und schattig. Auf dem freien Feld bibbere ich, wenn ich nicht richtig angezogen bin und ein kühler Wind weht. Hach.

Kategorien
blog

real68er Blogschau 2014 KW20

Animation einer 2C-O-4-Struktur. Grafiker:  Anthonyvidal, gemeinfrei
Animation einer 2C-O-4-Struktur. Grafiker: Anthonyvidal, gemeinfrei

Sehenswerter Vortrag von Thorsten Feldmann unter anderem zum Recht auf Vergessen vs. Recht auf Nochmaldasganzeanschauen und den missbräuchlichen Verweis auf den Datenschutz, wenn man etwas verheimlichen will, gehalten in der Räumen von Wikimedia Deutschland.

Schwerer Tobak: Wenn ein selbstfahrendes Fahrzeug einen Unfall vorhersieht aber nicht verhindern kann, soll es dann den behelmten Motoradfahrer verschonen oder den ohne Helm? Patrick Lin, Direktor der Ethics + Emerging Sciences Group an der California Polytechnic State University, hat solche Gedankenexperimente für das Magazin Wired durchgespielt.

Ich hab ja meine TAN-Liste auf Papier noch, da ich sie für sicherer als die mTAN halte. Jetzt noch mehr, denn die Angreifer haben sich auf das mTAN-Verfahren eingestellt, wie Achim Sawall, dpa, auf Golem zitiert wird.

Das ist mal cool: Lifehack.org zeigt 16 GIFs, die Dich zu Mechanismusexperten machen können. Wer baut das für Wikimedia Commons nach?

Und wo wir gerade bei animierten GIFs sind: Noch mehr lustige GIFs von Romain Laurent bei detailverliebt.de.

Gutes Tun: Der Open-Praxis-Blog Medienpädagogik sucht Blogpaten. Geldbörsen auf!

Noch mehr lustige GIFs von Romain Laurent
Noch mehr lustige GIFs von Romain Laurent
Noch mehr lustige GIFs von Romain Laurent