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Liste der zehn in der deutschen Wikipedia am längsten wegen Vandalismus geschützten Artikel

Eine Silbermöwe (Larus argentatus) kotet im Flug nahe Bréhat ab.
Eine Silbermöwe (Larus argentatus) kotet im Flug nahe Bréhat ab. Foto: Sanchezn. Lizenz: CC BY-SA 3.0
  1. Geschlechtsverkehr (seit 29. Dezember 2005)
  2. Kot (seit 29. Dezember 2005)
  3. Anus (seit 3. Januar 2006)
  4. Vagina (seit 15. Januar 2006)
  5. Schwul (seit 18. Januar 2006)
  6. Scheiße (seit 21. Januar 2006)
  7. Geschlechtsorgan (seit 22. Januar 2006)
  8. Klitoris (seit 22. Januar 2006)
  9. Oralverkehr (seit 22. Januar 2006)
  10. Hoden (seit 23. Januar 2006)

In der Wikipedia können Benutzer mit besonderen Rechten (Administrator) unter anderem Seiten vor der Bearbeitung durch bestimmte Benutzergruppen schützen. Dies dient der Eindämmung von Vandalismus und Editwars. Die vollständige Liste der geschützten Seiten heißt Wikipedia:Liste der am längsten geschützten Artikel/autoconfirmed

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WikiCon 2018 St. Gallen

Meine persönlichen Eindrücke von der WikiCon 2018 in St. Gallen. Zitate meist sinngemäß und gelegentlich falsch zugeordnet. Für Hinweise und Nachrichten jeder Art danke ich pflichtschuldigst.

Die WikiCon ist das Treffen der Communitys der deutschsprachigen Wikipedia und ihrer Schwesterprojekte. – https://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:WikiCon_2018

Donnerstag, 4. Oktober 2018

Ich bin einen Tag eher angereist. Etwa 10 Stunden mit dem Zug von Berlin über Augsburg und Buchloe (sprich: Buchlo-e, eine Eisenbahnerstadt) nach St. Gallen.

Da die Hügel der Stadt die ersten Erhebungen für Wolkenformationen aus West bis Nordost sind, kommt es oft zu tagelangem Stauregen oder Schneefall.  Die Wolken stauen besonders im Alpsteingebirge, und es kommt zu Niederschlag. Bei Nord- oder Nordostwind herrscht in der Gallusstadt Bisenlage, es wird also sehr kalt. Dies ist meist mit Hochnebel verbunden, da sich die kalten, feuchten Luftmassen am Boden festsetzen, während in höheren Regionen schönes Wetter herrscht. – https://de.wikipedia.org/wiki/St._Gallen#Klima

Die Stadt begrüßt mich mit freundlichem Sonnenschein. Vom Bahnhof zum Hotel sind es nur 10 Minuten. Nach eine kurzen Pause gehe ich den Weg zur Kantonsschule erkunden; so heißt hier das Gymnasium. Der Weg führt mitten durch die Altstadt vorbei am Unesco-Welterbe-Kloster. An der Klostermauer ist die Stelle bezeichnet, wo im 17. Jahrhundert ein Plumpsklo war. Touristen kaufen Kuhglocken.

Freitag, 5. Oktober 2018

Ich habe Frühdienst. Ab 9:00 Uhr darf ich in der Küche der Kantonsschule helfen. Es ist niemand vom Organisationsteam da. Der Koch weiß nichts. Nach 20 Minuten lässt er mich helfen. Ich decke zusammen mit einem polnischen Wikipedianer Tische ein. Ich fühle mich gut, weil ich helfen konnte. Noch ein Schlenderchen durch die Stadt. Nachmittags ist der Veranstaltungsort voller. Freundliche Grüße von Bekannten. Etliche „ach so siehst Du aus“ mit Leuten, bei denen beiderseits bisher nur der Benutzername bekannt war. Es gibt Rivella-Brause und Kapsel-Käffchen. Wir sitzen im Innenhof neben einem Brunnen in schönstem Sichtbetonbrutalismus über dem der klassizistische Altbau aufragt. Die Konferenz findet im Neubau statt. Der ist großzügig geschnitten und technisch hervorragend ausgestattet.

17:0017:15 … 17:20 gongt ein Gong und alle dürfen in die Aula zur Begrüßung. Den Eröffnungsvortrag hält die Schweizer Dozentin Cristina Sarasua, die aus dem baskischen San Sebastian stammt. Sie hält ihre Vorträge sonst auf Englisch. Diesmal hat sie sich vorgenommen, Deutsch zu sprechen.

Sonst spreche ich viel schneller. Ich komme mir richtig dumm vor.

Warmer Beifall. Der Vortrag dreht sich um das Semantische Web, strukturierte Daten und Wikidata. In der anschließenden Panel-Diskussion sprechen Cristina sowie Christian Geiger (Chief Digital Officer St. Gallens), Ralf Liebau und Perrak (Wikipedianer).

Als Stadt überlege ich immer: Welche Daten kann ich freigeben? –Christian

Offene Daten bergen immer Risiken hinsichtlich des Datenschutzes. In der deutschen Wikipedia dürfen Namen und Geburtsdaten der Kinder von Prominenten nicht genannt werden. Ich der englischen schon. es gibt unterschiedliche Kulturen des Datenschutzes. Was ist, wenn die Daten in Wikidata stehen? – Perrak

Wo bleibt die versprochene goldene Zukunft mit Wikidata? Ich merke nichts. – Ralf

Wieso dürfen in Wikidata Wikipedia-Artikel als Quellen angegeben werden? – Ralf

Komplexe Sachverhalte lassen sich mit aus Daten generierten Texten notwendiger Weise nur vereinfacht darstellen.  – Ralf

Qualität kann durch Menschen und Algorithmen geschaffen werden. Entweder verbessern wir die Technologie soweit, dass sie es allein schafft, oder wir bleiben bei dem Hybriden aus Mensch und Algorithmus. – Cristina

Zum Abendessen gibt es Käsefondue.

In der Spätsession geht es um Umgangsformen in der Community. Auf dem Panel sitzen Lukas Mezger (Wikipedia, Wikimedia Deutschland Präsidium), Kritzolina (Wikipedia, Wikimedia Foundation), Vera Krick (Wikimedia Deutschland) und Achim Raschka (Wikipedia). Es gibt einen freien Platz für spontane Gäste und ein Saalmikrofon.

Lukas zeigt als Einleitung zwei Dutzend Zitate aus der Diskussionsseite des Wikipedia:Kurier. Sie stammen von einem einzigen Tag. Beleidigungen, Unterstellungen, Rundumschläge. – Lachen im Saal.

Haben wir ein Problem? – Lukas

Wir brauchen die Auseinandersetzung, aber bei Streitereien sinkt die Effizienz. – Kritzolina

Beim Streit um den Daniel Ganser-Artikel haben ein paar Leute ein klares Ziel: Andere Leute aus der Diskussion wegbeleidigen. – jemand aus dem Saal

Mancheiner verliert jedes Maß bei der Verteidigung „seines“ Artikels. – Kritzolina

Als alter Hase kennt man sich über Jahre hinziehende persönliche Konflikte. Diese machen 50% der Vandalismusmeldungen aus. – Achim

Wenn zwei Dickfellige sich öffentlich beharken hat das Auswirkungen auf Dünnhäutige. – Kritzolina

Diese krassen Fälle sind nur die Spitze des Eisbergs. Lasst uns auf die riesige Menge unter dem Wasserspiegel schauen. – Vera

In der Folge wird das Bild des Eisbergs immer wieder aufgegriffen und überstrapaziert.

Aus den unverbindlichen Leitlinien wurden betonharte Regeln, an denen sich ständig jemand verletzt. – Achim

Administratoren wird aufgehalst, göttergleich in Konflikten zu richten, statt sich im technische Aufgaben kümmern zu können. – Achim

Die Community Health Initiative der Foundation hat begonnen, Konflikte in den Communities zu untersuchen.  – Kritzolina

Von Leuten aus der Uni höre ich immer „Ich habe es erfolglos versucht“. Nie höre ich „Es war mit technisch zu kompliziert“ wenn ich frage, warum sie nicht in der Wikipedia arbeiten. – Stimme aus dem Saal

Ich glaube nicht, dass man pädagogisch auf die Diskussionskultur einwirken kann. – Kritzolina

Eine Kommentarzeile mit vier Akronymen kann auf Neulinge sehr einschüchternd wirken. Die denken ‚Wow, da bin ich ja ganz schön zusammen gestaucht worden.‘ – Stimme aus dem Saal

Wenn über einen neu angelegten Artikel nochmal gesprochen werden muss, kann man eine Hinweisbox einfügen. Warum heißt die „Löschantrag“? Versteht niemand, was das bei neuen Wikipedia-Autoren auslöst? – Stimme aus dem Saal

Man hat so ein Ohnmachtsgefühl wenn man Konflikten ausgeliefert ist und man hofft auf Hilfe von irgendwo – Admins? Foundation? Verein? – Stimme aus dem Saal

Zum Abschluss fragt Lukas, wie Community, Verein und Foundation mit der Situation umgehen könnten.

Persönliche Gespräche helfen – Kritzolina

Der Verein hilft bereits bei Konflikten im „realen Leben“  –  Vera

Der Verein wird „on-wiki“ nie in Konflikte eingreifen  – Vera

Der Verein wird Kommunikationstrainings anbieten  – Vera

Die Foundation wird in Zukunft mehr auf Konfliktherde in den verschiedenen Communities hinweisen – Kritzolina

Das Abschluss sitzt jemand aus dem Saal auf dem freien Panelstuhl, stellt sich als „Seemann mit Beratererfahrung“ vor und rät, sich nicht zu sehr mit den Eisbergen zu beschäftigen, sondern im gewaltigen Ozean der Community in warme Gewässer zu steuern.

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Bericht zur WikiCon 2016 – der jährlichen Konferenz der deutschsprachigen Wikipedia

People at Wikicon 2016. DasMonstaaa. CC BY-SA-4.0
People at Wikicon 2016. DasMonstaaa. CC BY-SA-4.0

WikiCon ist die jährliche Konferenz der deutschsprachigen Wikimedia-Projekte. Dort treffen sich Freiwillige aus der Wikipedia und anderen Projekten, um sich miteinander, mit Angestellten der Fördervereine Wikimedia Deutschland, Wikimedia Österreich und Wikimedia Schweiz und mit Neugierigen auszutauschen. Die Konferenz wird von Freiwilligen organisiert und fand 2016 in Kornwestheim bei Stuttgart statt.

Kornwestheim hat nur 33.000 Einwohner und ist bekannt für die Werke Salamander (Schuhe, pleite), Albert Stotz (Eisengießerei, pleite) und Kreidler (Mopeds, pleite). Den ehemaligen Wohlstand sieht man der Stadt noch an. Und sie schlägt sich tapfer, wie man den Worten der wirklich rührend um die WikiCon bemühten Oberbürgermeisterin entnehmen konnte.

Die Konferenz fand im Kultur- und Kongresszentrum „Das K“ gleich gegenüber dem Rathaus-, äh, Wasser-, äh, Aussichtsturm. Das K in Kornwestheim war ein vorzüglicher Ort für die Konferenz. Alles war sehr offen, man lief sich immer mal wieder über den Weg.

Am Freitag Abend wurde feierlich begrüßt und für die Foto-Wettbewerbe Wiki Loves Monuments und Wiki Loves Earth wurde feierlich verliehen. Danach gab es zwei Sessionslots.

In der ersten von mir besuchten Session berichtete der Wikipedianer „Toter Alter Mann“ (ein Soziologe) über den Zustand der Richtlinien in der Wikipedia berichtet. Ich hatte ich für diesen Vortrag entschieden, weil ich wenig Ahnung von Richtlinien habe. Ich komme ganz gut zurecht, ohne sie konsultieren zu müssen. Es ist wohl auch so, dass eine Beschäftigung mit ihnen keine Freude ist. Hab ich wohl alles richtig gemacht.

Danach nahm ich ein Bier zu mir und weiß nicht mehr so recht.

Die Teilnehmer waren auf mehrere Hotels verteilt, die alle etwa ein Viertelstunde Fußweg vom Konferenzort entfernt standen. Meines hieß „Gasthaus zu Hasen“ und entpuppte sich als frisch gebaute Ergänzung zu einem alterwürdigen Fachwerkbau mit Klimaanlage und ebenerdiger Dusche.

Am Samstag hieß es ab 9:30 „Archive entern“ im Vortrag des der Wikipedia zugetanen Archivars Clemens Rehm, der von Archivarenseite zu berichten wusste, dass man verunsichert sei.

Im folgenden Vortrag erzählten mehrere Aktive aus der Szene der Stadt- und Regional-Wikis. Das sind Wikis, in denen Informationen zu regionalen Themen auf Art und Weisen gesammelt werden. Es sind also keine Enzyklopädien. Und das ist gut so. So kann zum Beispiel Wissen neben der Wikipedia gesammelt werden, das wegen unpassender oder unbekannter Lizenzierung dort nicht hinein passt.

In der Session, die ich danach besuchte, bot Ziko van Dijk einen Blick auf die vielen Sprachen der Wikipedia und soziolinguistische (!) Betrachtungen. Es wurden die Begriffe Abstandssprache, Ausbausprache und die Überdachung von Sprachen gesprochen.

Nach dem Mittagessen folgte eine der unausweichlichen Sessions. Unter der Überschrift „Warum freie Bildung und OER jeden Wikipedianer etwas angehen sollte“ setzte sich René Pickardt sympathisch-enthusiastisch für die Befreiung von an Universitäten erstellten Materialien und die Re-Animation der Wikipedia-Schwesterprojekte Wikibooks und Wikiversity ein. Einen breiten Raum nahm die Begründung ein, warum sich Wikipedianer hier engagieren sollen. Kurz: Weil es irgenwie in der Satzung von Wikimedia Deutschland steht.

Den Stand der Community-Förderung stellten hernach eine Freiwillige und eine Mitarbeiterin des deutschen Fördervereins Wikimedia Deutschland vor. Die Freiwillige hatte eine Zufriedenheitsumfrage unter einer Gruppe von Freiwilligen durchgeführt, die im vergangenen Jahr finanzielle und Projekt-Förderung vom deutschen Förderverein erhalten hatten. Die waren durchaus zufrieden. Nur sollten die Anleitungen einfacher, die Formulare weniger komplex und die Antwortzeiten etwas kürzer sein. Der Leiter der Community-Förderung Wikimedia Deutschlands nannte die internen Vorgaben für Antwortzeiten. Eine sehr unzufriedene Stimme aus dem Publikum wusste zu berichten, dass diese Vorgaben regeläßig zum Teil deutlich überschritten werden. Mich wunderte, dass die Zufriedenheitsumfrage von einer Freiwilligen durchgeführt worden war, zumal es sich um eine einmalige Aktion zu handeln scheint. Ich hätte vermutet, dass Zufriedenheitsbefragungen zum Standard einer fördernden Organisation gehören. Wie weiß man sonst, wie gut man seine Arbeit macht?

Es folgte das Große Gruppenfoto der großen Teilnehmergruppe. Es müssten 332 Personen auf dem Foto zu sehen sein (der Fotograf fehlt natürlich).

Dann ließ ich einen Sessionslot sausen, quatschte mit ein paar Leuten, sah mir einen „One Laptop per Child“-Laptop an und schaute bei einer Neulingsschulung zu.

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Zweiter Tag der #WikiCON15 2015 in Dresden

Birgit Müller (WMDE). Foto: Sebastian Wallroth, CC-BY-3.0
Birgit Müller (WMDE). Foto: Sebastian Wallroth, CC-BY-3.0

Pünktlich halb zehn geht es los: Birgit Müller, Projektmanagerin in der Softwareentwicklung von Wikimedia Deutschland stellt das „Projekt Technische Wünsche“ vor.  Hauptthema des Projektes war die Kommunikation über und die Darstellung der Softwareentwicklungsprozesse. Die Ideen und Wünsche der Wikipedianer wurden mit Umfragen eingeholt. Das war eine sehr ertragreiche Methode: es kamen mehr als 200 Einträge zusammen. Der Input muss jedoch von erfahrenen Wikipedianern und Projektmanagern moderiert werden, damit alle Seiten die Problemstellungen verstehen. Workshops ermöglichen dann tiefer gehende Diskussionen.

Zum Abschluss ihres Vortrags gab Birgit eine interessante Zusammenfassung von Erkenntnissen, u.a.:

  • Wikipedia ist ein kollaboratives Projekt – Austausch und transparente Prozesse ermöglichen erst eine Zusammenarbeit
  • das Projektmanagement muss (Un)Möglichkeiten in der Softwareentwicklung verständlich kommunizieren
  • Wikipedia ist ein Hobby – die Mitarbeit im Projekt sollte Spaß machen

Wir, die hauptamtlichen Mitarbeiter von Wikimedia Deutschland denken vielleicht zu wenig darüber nach, dass die Wikipedia für die Freiwilligen ein Hobby ist, das Spaß machen sollte. – Birgit Müller (WMDE)

Danach sitze ich ein wenig im Schatten von Sonnenschirmen im Vorhof des Museums und führe entspannte, angeregte und aufgeregte Gespräche.

Konzentration. Foto: Sebastian Wallroth, CC-BY-3.0
Konzentration. Foto: Sebastian Wallroth, CC-BY-3.0

Halb elf fragen Austriantraveler und Regiomontanus, wie es nach dem erfolgreichen Projekt Denkmallisten in Österreich weiter gehen soll. Am Anfang des Projekts stand die Frage: Wie wird man mit gigantischen Denkmallisten fertig? Antwort: Indem man gleich richtig anfängt. Aus dieser Überlegung entstand das Projekt Österreichische Denkmallisten. Zu Beginn des Denkmallisten-Projekts gab es teilweise nur Papier; meist aber „echte“, durchsuchbare PDFs, aus denen man Text kopieren kann; bei 37.000 unbeweglichen Denkmälern in rund 2.400 Gemeindelisten ist das trotzdem viel Arbeit. Das weitaus bekanntere Projekt Wiki Loves Monuments und das Denkmallisten-Projekt haben eine Schnittmenge; das Denkmallisten-Projekt ist jedoch für die Wikipedia wohl das wichtigere. Das österreichische Bundesdenkmalamt stellte 2011 erstmals maschinenlesbare Denkmallisten mit eindeutiger ID zur Verfügung. Im Projekt „lieferten“ die Freiwilligen:

  • Fehlerkorrekturen,
  • Aktualisierungen,
  • kompletter Vor-Ort-Besuch aller Objekte,
  • Koordinaten aller Objekte (früher wurde nur das Grundstück angegeben, auf dem das Denkmal zu finden war),
  • textuelle Kurzbeschreibung der Objekte (nicht Begründung des Denkmalwerts; die muss vom Denkmalamt kommen)

Die Schwierigkeit mit dem öffentlichkeitswirksamen Wiki Loves Monuments ist, dass dort bevorzugt beliebte, leicht zugängliche Denkmäler fotografiert werden. 3.700 Fotos der Wiener Hofburg (ohne Museen) stehen 2.900 Denkmäler ohne Foto gegenüber.  Es ist ziemlich klar, dass die letzten 10% der Denkmallisteneinträge nicht mehr mit Hilfe von über Wiki Loves Monuments herein kommenden Fotos bebildert werden.

Hauptfazit des österreichischen Denkmallisten-Projektes: Zusammenarbeit mit dem Denkmalamt ist das Um und Auf.

Ich spreche die Referenten darauf an, ob sie nicht in sieben Wochen nach Schwerin zu WikiDACH kommen wollen, um mit ihren Erfolgen die dortigen Denkmalbehörden zu beeindrucken. Sie scheinen nicht abgeneigt.

Ich haste zur nächsten Session. Im großen Saal behaupten Gereon K., Renate, Martin Rulsch, Marcus Cyron und Veronika Krämer, „nach der Wikimania ist vor der Wikimania„. Gereon erzählt von dem Vortrag auf der Wikimania 2015 in Mexiko-Stadt, der ihn am meisten beeinflusst hat. Der Vortrag „Ebola Translations: How We Did it & How to Get Involved“ handelte davon, dass eine internationale Organisation ein milliardenschweres Informationsprogramm für afrikanische Länder gestartet hatte, die von Ebola betroffen waren. Bei einer Evaluation stellte die Organisation fest, dass sich 80% der Menschen vor Ort nicht bei ihrem Informationsprogramm, sondern in der Wikipedia über Ebola informierten. Daraufhin wandten sie sich an Wikimedia, um ein gemeinsames Projekt anzustoßen. Die Herausforderung war, dass in den betroffenen Ländern viele Einwohner die jeweiligen Kolonialsprachen Französisch oder Englisch gar nicht verstanden. Mit Hilfe von Translators without Borders wurden die betreffenden Artikel in 110 lokale Sprachen übersetzt. Am meisten war Gereon K. von dem Vorzeichenwechsel beeindruckt: Organisationen mit Weltbedeutung kommen inzwischen auf die Wikipedia-Community zu.

Drei Wikipedianerinnen. Foto: Sebastian Wallroth, CC-BY-3.0
Drei Wikipedianerinnen. Foto: Sebastian Wallroth, CC-BY-3.0

Danach erzählten Martin Rulsch über den Stipendienprozess und Marcus Cyron über Änderungen, die das Programmkomitee für die kommende Wikimania bei der Planung des Programms vornehmen will. Unter anderem mit Hilfe von anonymen Einreichungen von Vorträgen soll der Fokus auf den Austausch der Autoren gerichtet werden. Der Anteil der Beiträge von Funktionären und Angestellten der Wikimedia-Bewegung soll angemessen reduziert werden.

Mittagspause. Es gibt Kartoffelsuppe mit Würstchen und Kartoffelsuppe ohne Würstchen. Ich mache mit Renate einen Abstecher zum Dresdner Altmarkt. Es gibt Penna Arrabiata. Wir unterhalten uns über dies und das. Zum Beispiel über einen Workshop für Wikipedianer, die auf der Wikimania 2016 einen Vortrag halten möchten. Auf dem Workshop könnte man gemeinsam mit anderen die Idee zu dem Vortrag ausarbeiten und die Session vorbereiten.  Zurück im Hygienemuseum entdecke ich, dass es nicht nur Filterkaffee aus der Pumpkanne, sondern auch richtigen Kaffee aus dem WMF-Automaten gibt. Ich unterhalte mich prächtig mit wechselnden Gesprächspartnern über dies und das. Zum Beispiel die persönliche Angefasstheit, wenn eine eigene Bearbeitung in der Wikipedia von jemandem zurückgesetzt wird.

Lukas. Foto: Sebastian Wallroth, CC-BY-3.0
Lukas. Foto: Sebastian Wallroth, CC-BY-3.0

In der nächsten von mir besuchten Session spricht Lukas Mezger über fehlende Strukturen für Opfer von Schmutzkampagnen, rechtlichen Auseinandersetzungen und Stalking im Wikipedia-Umfeld. Zunächst gibt er eine Übersicht über Konflikte innerhalb und außerhalb der Wikipedia. Als gut in der Wikipedia nannte er:

  • Es gibt Regeln.
  • Es gibt Prozesse.
  • Es gibt ein Ende, indem man einfach den Browser zumacht.

Aber manche Konflikte verlassen die Wikipedia.

  • Es gibt Schmutzkampagnen, die auf Konflikten innerhalb der Wikipedia beruhen und außerhalb ausgetragen werden, zum Beispiel in so genannten Hass-Blogs.
  • Es gibt juristische Auseinandersetzungen.
  • Es gibt das Nachstellen (das ist das deutsche Wort für Stalking).

Innerhalb der Wikipedia gibt es strenge Regeln. Zum Beispiel ist es in Diskussionen in der Wikipedia verboten, mit rechtlichen Konsequenzen zu drohen. So etwas kann zu einer Sperrung des Accounts führen. Was ist aber, wenn die Konflikte die Wikipedia verlassen? Lukas nennt Ratschläge:

  1. Ruhe bewahren.
  2. Einen Vertrauten hinzuziehen.
  3. Bei Stalking:
    1. Polizei anrufen. 112.
    2. Wenn man sich nicht traut oder die Polizei nicht angemessen reagiert: An das Community Advocacy Team der Wikimedia Foundation wenden. Die rufen sogar für Dich die Polizei an.
  4. Bei rechtlichen Auseinandersetzungen:
    1. Anwalt einschalten. Immer.
    2. Aber besonders, wenn Fristen gesetzt werden.
  5. Bei Schmutzkampagnen:
    1. Don’t feed the troll.
    2. Community Advocacy Team der Wikimedia Foundation einschalten.

Lukas weist darauf hin, dass es keine Anlaufstelle von Opfern von Konflikten gibt, die die Wikipedia verlassen. In der englischsprachigen Community gibt es bereits Diskussionen dazu.

In der nachfolgenden Diskussion wird angesprochen:

  • Was ist mit falschen Anschuldigungen? Lukas meint, dass ein Zuviel an Solidarität derzeit nicht unser Problem sei.
  • Wieso brauchen wir noch eine Anlaufstelle? Reichen die bestehenden nicht aus?
  • Was ist mit dem Schaden, der realen Personen durch Einträge in der Wikipedia entsteht?

Es folgt ein kurzer Zwischenstopp in der Lounge, wo ich wieder interessante Gespräche führe. Zum Beispiel über die längste Denkmalliste in der deutschsprachigen Wikipedia (angeblich Berlin-Mitte).

Entspannte Atmosphäre. Foto: Sebastian Wallroth, CC-BY-3.0
Entspannte Atmosphäre. Foto: Sebastian Wallroth, CC-BY-3.0

In der folgenden Session stellen der Wikimedia Deutschland-Vorstand Christian Rickerts und der Wikimedia Deutschland-Präsidiumsvorsitzende Tim Moritz Hector in entspannter Atmosphäre kurz den Jahresplanungsprozess von Wikimedia Deutschland für 2016 vor. Die Partizipation der Mitglieder sollte besonders hoch ausfallen und nach Einschätzung von Tim Moritz ist das auch gelungen. Wieder eingeführt wurden in Zahlen ausgedrückte Ziele. Die Zahl von durch Maßnahmen des Vereins neu hinzuzugewinnende 20.000 Wikipedia-Autoren-Accounts führte zu Diskussionen, die eine Verlängerung der Session erforderte. Wie schon in Mexiko-Stadt wurde von den Veranstaltern der Session das Interesse der Leute außerhalb ihrer Kreise unterschätzt.

Zum Abend gab es ein leckeres Büfett; allein das Zucchini-Gemüse fand wenig Anklang.

Eulenverleihung. Foto: Sebastian Wallroth, CC-BY-3.0
Eulenverleihung. Foto: Sebastian Wallroth, CC-BY-3.0

Bei der Abendveranstaltung werden verdienten Wikipedianern Eulen verliehen. Bravo!

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#Wikimania 2015 // Rechtliche Aspekte: Ein Schlachtgemälde

Mexiko-Stadt, 18. Juli 2015

In den Sessions „Kriegsberichte von WMF Legal: Verteidigung von Benutzern und Inhalten“ und „Was bedeutet ‚frei‘ bei Wikimedia?“ erzählten Rechtsexperten der Wikimedia Foundation aus ihrem Arbeitsalltag.

In der erstgenannten Session wurden Beispiele genannt, womit sich die Rechtsabteilung der Wikimedia Foundation auseinanderzusetzen hat, und welche Lösungen sie finden.

Beispiel 1: Es gibt regelmäßig Anfragen von Gerichten, staatlichen Stellen und anderen nach den persönlichen Daten von Personen, die die Wikipedia bearbeitet haben. Von Januar 2015 bis Juni 2015 gab es 23 solcher Anfragen. In keinem der Fälle wurden die Daten herausgegeben.

Beispiel 2: Anfragen nach Änderung oder Löschung von Inhalten. Von Januar 2015 bis Juni 2015 gab es 234 Anfragen, von denen keine postitiv beantwortet wurde.

Die Foundation geht mit solchen Anfragen sehr transparent um, alles wird im Transparenzbericht dargestellt.

Es gibt aber auch Anfragen, denen nachgekommen wird. Beispielsweise hatte jemand das Fotos eines Passes von einem Blog kopiert und bei Wikimedia Commons hochgeladen, auf dem alle persönlichen Inhalte des Passinhabers zu sehen waren. Auf Anfrage des Passinhabers wurde das Bild sofort gelöscht.

Andere Beispiele der Tätigkeit der Rechtsabteilung:

  • Ein Autor kündigte in einem Projektwiki seinen Selbstmord an. Die Wikimedia Foundation wandte sich sofort an die lokale Polizei. Dem Autoren geht es besser.
  • Ein Administrator der griechischsprachigen Wikipedia wurde von einem bekannten griechischen Politiker verklagt, da der Wikipedia-Artikel über diesen Politiker wahrheitsgemäße und belegte jedoch unbequeme Wahrheiten enthält. Dieser Fall ist immer noch anhängig.

In der zweiten Session präsentierten zwei Foundation-Mitarbeiter Ergebnisse und Erkenntnisse aus der Dateien-Metadaten-Aufräumaktion. Ziel der Aktion war Datei-Beschreibungsseiten und zugehörige Vorlagen so abzuändern, dass Multimedia-Dateien sämtlicher Wikimedia Wikis einheitliche maschinenlesbare Metadaten aufweisen. Am 18. Juli 2015 wiesen 1.343.085 von 28.788.823 Dateien keine maschinenlesbaren Daten auf.

Hier eine Auswahl der Erkenntnisse, die ich aufschnappen konnte:

  • Die meisten Dateien mit einigen wenigen Lizenzvorlagen auskommen. Die große Menge der Lizenzvorlagen wird von nur wenigen Dateien genutzt. Die Ergebnisse der Untersuchung stehen auf github zur Verfügung.
  • 689 der von der Wikimedia Foundation betriebenen Wikis weisen eigene Dateiuploads auf. (Manchmal ist das nur eine Datei: Das Logo des Wikis.)
  • Verschachtelte Lizenzkategorien sind meist nicht sinnvoll, da oft die Vererbung von Eigenschaften nicht gegeben ist. (Außerdem erschweren sie eine Auswertung.)
  • 33 Wikis der Foundation OHNE Wikimedia Commons beinhalten 379.820 freie Dateien und 753.085 unfreie Dateien auf. Etwas 85% dieser freien Dateien und etwa 70% dieser unfreien Dateien liegen in der englischsprachigen Wikipedia.
  • Von den insgesamt mehr als 29.000.000 Dateien liegen etwa 26.700.000 auf Wikimedia Commons (das sind etwa 92%) und 860.000 (3%) in der englischsprachigen Wikipedia.
  • Die meisten Dateien auf Wikimedia Commons sind unproblematisch, vor allem weil dort Fair Use nicht zugelassen ist. Ausnahmen sind Inhalte, bei denen die Wikimedia Bewegung das Copyright inne hat und Dateien, gleichzeitig frei und unfrei lizenziert sind (z.B. GFDL 1.2 und CC-BY-NC).

[gview file=“https://real68er.com/wp-content/uploads/2015/07/War_Stories_From_WMF.pdf“]

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#Wikimania 2015 // Mexikanische Volksmusik

2015 Wikimania opening ceremony. Foto: VGrigas (WMF), CC-BY-SA 3.0
2015 Wikimania opening ceremony. Foto: VGrigas (WMF), CC-BY-SA 3.0

Mexiko-Stadt, 18. Juli 2015

Gestern sprach im Community Village mit einem Wikimedia Commons-Administrator über anstehende Löscharbeiten nach der Wikimania. Obgleich es hier eine geballte Ansammlung von Fachwissen gibt, wird es bei den Uploads mit Fotos und Videos zur Wikimania 2015 etliche Urheberrechtsverletzungen geben. Als Beispiel nannte mögliche Videos von den mexikanischen Volkstänzen bei der Eröffnungszeremonie. Die dabei gespielte Musik falle sehr wahrscheinlich unter den Schutz des Urheberrechtes. Meiner Überlegung, dass man die Musik herausschneiden könnte setzte er zu Recht entgegen, dass sich erstens niemand die Arbeit machen würde und zweitens das Video dann deutlich an Aussagekraft verlöre.

Bei der gestrigen Busfahrt ins Anthropologische Museum saß ich neben einem mexikanischen Freiwilligen und fragte ihn nach der mexikanischen Musik bei der Öffnungszeremonie. Er bestätigte, dass die Kompositionen als Volksmusik sehr wahrscheinlich nicht mehr urheberrechtlich geschützt seien. Da Musik jedoch vom Band kam, sei die Aufnahme an sich geschützt. „Eine Schande!“ rief er aus und erzählte, dass er von einem Projekt gehört habe, Freie Aufnahmen mexikanischer Volksmusik zu erstellen.

Freie-Inhalte-Nerd-Gequassel halt.

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#Wikimania 2015 // Workshop Erklärvideos mit @simpleshow und @wikimediaAT

cartoon explanation photo
Photo by Internet Archive Book Images

Mexiko-Stadt, 17. Juli 2015

Am Vortag der Konferenz Wikimania 2015 hatte Wikimedia Österreich einen Workshop zusammen mit der SimpleShow Foundation organisiert. Die simpleshow foundation ist eine Non-Profit-Organisation der simpleshow GmbH. Während die GmbH für zahlende Auftraggeber produziert, bietet die Foundation ihre Dienste Non-Profit-Organisationen an. Der Schwerpunkt liegt dabei auf kurzen Erklärvideos, die komplexe Sachverhalte in kurzer Zeit für jeden verständlich vermitteln. Geförderte Inhalte werden unter einer Creative Commons-Lizenz publiziert und sind frei verfügbar.

Der Workshop ist Teil des von Wikimedia Österreich, Wikimedia Schweiz und Wikimedia Deutschland betriebenen Projekts Wikipedia:Erklärvido.

Bei der Herstellung der Videos wird bewusst auf wenige Elemente reduziert:

  • ausgeschnittene Zeichnungen
  • sichtbare Hände, die die Zeichnungen bewegen
  • Stop-Motion-Animationen der Zeichnungen
  • eine Erklärstimme
  • Musik
  • Geräusche

Diese Elemente bieten trotzdem einen erstaunliche Vielfalt von Darstellungsmöglichkeiten bei geringem Produktionsaufwand. Der aufwändigste Teil ist die Erstellung eines Storyboards mit einfach verständlichen Texten und und leicht interpretierbaren Visualisierungen. Der Produktionsprozess ist hier dokumentiert. Hier ein Beispiel für ein Erklärvideo:

Nach diesem Workshop habe ich große Lust, das auch mal auszuprobieren.

Und hier die Vortragsfolien zum Download (PDF; 30,9 MB).

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#Wikimania 2015 // Hackathon

Mexiko-Stadt bei Nacht aus dem 19. Stock des Hilton Mexiko Cit Reforma
Mexiko-Stadt bei Nacht vom Balkon des Fiesta Inn

Mexiko-Stadt, 17. Juli 2015.

In den vergangen zwei Tagen füllte sich das Hilton Mexico City Reforma mit Konferenzteilnehmern aus aller Welt. Ich nahm an einer der Vorkonferenzen teil, einem Hackathon.

Dort konnte ich meine Erfahrung als Produktmanager und Projektmanager anbringen. Ich will in nächster Zeit helfen, einen Governance-Prozess für MediaWiki, der grundlegenden Software der Wikipedia einzurichten. Zur Zeit gibt es keine gesteuerte Entwicklung. Jeder macht, wozu er lustig ist (= Programmierer-zentrierte Softwareentwicklung). Gottseidank gibt es einen ausreichenden Prozess zur Qualitätssicherung.

An den benachbarten Tischen wir tatsächlich programmiert, oder übersetzt, oder qualitätsgesichert. Die kulinarische Versorgung ist ausgezeichnet.

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Live Blog vom Wiki Loves Monuments 2015 Kickoff in Wiesbaden

Schloss Biebrich. Foto: Sebastian Wallroth. CC-BY-3.0
Schloss Biebrich. Foto: Sebastian Wallroth. CC-BY-3.0

Am 20. März fand im Schloss Biebrich in Wiesbaden das Kickoff Meeting für den Wettbewerb Wiki Loves Monuments statt. Dies sind meine ungefilterten Notizen von der Tagung.

Meinungen zum gestrigen Gespräch mit dem Landesamt für Denkmalpflege Hessen

  • sehr aufgeschlossen, wenn auch im Detail zurückhaltend
  • das Amt erwartet von unserer Seite Vorleistungen, bevor man sich auf Projekte einlässt
  • wenig Initiative von deren Seite
  • positive Grundeinstellung von Amtsseite
  • für ein Amt grandiose Offenheit
  • es hat sogar mindestens eine konkrete Zusage gegeben
  • gut war, dass der Justitiar dem Projekt positiv gegenübersteht
  • die Ämter haben Angst vor Klagen, zum Beispiel von Hauseigentümern, weil es nun neben der amtlichen Liste eine Liste in der Wikipedia gibt
  • wir haben eine typische Behörde erlebt
  • es haben sich viele Möglichkeiten eröffnet, wir müssen dranbleiben
  • durch den persönlichen Kontakt war viel möglich, was am Telefon sonst nicht erreicht werden kann
  • Amt ist auch bereit, sich finanziell zu beteiligen, das braucht aber viele Monate Vorlauf
  • Amt hat Denkmallisten als Ausdruck angeboten
  • Hessen könnte Pilotprojekt werden
  • Landesamt interessiert daran, welche Kontakte die Wikipedia zu anderen Landesämtern haben

Rückblick auf vier Jahre Wiki Loves Monuments – Lessons learned

  • Bildbeschreibungen mindestens in Deutsch und Englisch
  • Bücher als Preise sind sehr gut angekommen
  • Denkmäler ohne Koordinaten sind teilweise schwer zu finden
  • Jurysitzung
    • zentral in Deutschland wegen Reisezeiten
    • Ausstattung planen, damit (Rechner, Beamer, Monitor, Software)
    • Jury, Jurysitzungsdatum und -ort sehr früh festlegen
  • Kriterien für Wettbewerb festlegen und kommunizieren
  • Uploads schon während des Wettbewerbzeitraums pflegen
  • es gab immer wieder den Wunsch, dass der Upload auf Commons viel, viel einfacher wird
  • wir brauchen mehr Öffentlichkeitsarbeit

Nachnutzung der Bilder ermöglichen, Teilnehmer gewinnen und ermuntern

Wünsche der Tagungsteilnehmer an Wiki Loves Monuments

  • jedes Denkmal soll mindestens ein Foto auf Commons haben
  • alle Denkmale sollen in Denkmallisten in der Wikipedia erfasst sein
  • es sollten mehr qualitativ hochwertige Bilder hochgeladen werden, was auch immer das heißt
  • es sollte mehr Öffentlichkeitsarbeit geben

Fazit: drei Hauptrichtungen

  • vollständig bebilderte Denkmallisten
  • vollständige Informationen zu den einzelnen Denkmalen
  • möglichst viele Fotos

 Pause

  • Schloss Biebrich. Foto: Sebastian Wallroth, CC-BY-3.0
    Schloss Biebrich. Foto: Sebastian Wallroth, CC-BY-3.0

    in Schloss Biebrich gibt es nur 10 bis 14 Termin im Jahr, an denen das einliegende Standesamt genutzt werden kann; entsprechend groß ist der Andrang; im Schlosshof bildeten sich kleine Haufen von Hochzeitsgesellschaften.

Zeile und Grundphilosophie von Wiki Loves Monuments 2015

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Projektideen

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  • Zusammenarbeit mit Landesdenkmalämtern
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Wünsche an die Geschäftsstelle von Wikimedia Deutschland

  • Statistische Auswertung des Wettbewerbs
  • Infografiker bereit stellen
  • Programmierer für Commonsuploads bereit stellen
  • Pressebüro betreiben

Zeitplanung, Etappen und Meilensteine

Es gibt in Deutschland etwa 900.000 Baudenkmale.

  • laaaange Diskussion zum alten und zum neuen Flyer, professionelle Öffentlichkeitsarbeit und das, was man selber machen kann
  • zum Beispiel mit lokalen Zeitungen zusammenarbeiten; das passt auch gut in’s Sommerloch
  • alle braindumpen in ein Etherpad

Führung durch das Biebricher Schloss

  • die ehrenamtliche Schlossführerin ist eine waschechte Biebricherin mit Haaren auf Zähnen
  • Innenfotos dürfen nicht für kommerzielle Zwecke verwendet werden (trotzdem knipsen alle)

Jury und Preise

  • es müsste mehr Preise als nur für die zehn Gewinner geben
  • Teilnahme am Wettbewerb sollte per se gewürdigt werden
  • nicht nur Fotografen sollten Preise erhalten

Die Sitzung wird unter den Freien Himmel vertagt, da das Schloss schließt.

– Ende –

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Bericht aus London #wikimania2014

Teilnehmer an der Eröffnungsveranstaltung der Wikimania 2014 in London. Foto: Sebastian Wallroth, CC-BY-SA-3.0
Teilnehmer an der Eröffnungsveranstaltung der Wikimania 2014 in London. Foto: Sebastian Wallroth, CC-BY-SA-3.0

Zwei randvolle Tage Wikimania liegen hinter mir, zwei weitere folgen. Hier ein Zwischenbericht.

Donnerstag Abend bin ich in London angekommen und fand meinen Weg zum Hotel Dank der Beschreibung auf Website der Wikimania ganz gut: Mit den Gatwick-Express zu Victoria-Station, dann mit der blauen U-Bahn nordwärts, umsteigen und dann mit der schwarzen U-Bahn südwärts. Die Station Old Street hat vier Ausgänge – ich nahm den, an dem „Barbican“ stand, denn „Barbican“ (deutsch Barbakane – ein dem Tor einer Burg oder Stadtmauer vorgelagertes Verteidigungswerk) ist Bestandteil des Namens des Hotels „Thistle City Barbican Hotel“ , wie des Veranstaltungsortes „Barbican Centre„. Laut Beschreibung sollte von der Old Street rechts abbiegen und käme dann mehr oder weniger geradezu zum Hotel. Aber in welche Richtung sollte ich der Old Street folgen? Ich hatte zudem keinen Internetzugang mit meinem Handy – so konnte ich die Kartenfunktion nicht nutzen. An einer Bushaltestelle sah ich einen Umgehungsplan. Leider umfasste dieser nicht die Straße, an der das Hotel liegt. Ein freundliches Gespräch mit zwei Dresdner Touristen verhalf mit zu dem Hinweis, dass eine Straßenecke weiter eine Telefonzelle sei, an der es kostenloses WLAN gäbe.

Ein Blick auf die Karte und ich hatte meine Marschroute. Die Veranstalter hatten ein gutes Händchen bei der Wahl der Location. Alles findet in der City of London statt, dem historischen Zentrum der Stadt. Ein lebendiges, geschäftiges Viertel, in dem Angestellte, Bewohner und Touristen herumquirlen. Am Wegesrand gibt es pittoreske mittelalterliche Kirchen, ein- bis zweistöckige, mehrhundertjährige Gebäude, kleine Parks, aber auch Plattenbauhochbauten. In den Sichtachsen grüßen Landmarken wie St Paul’s Cathedral und The Shard. Auffällig ist die Allgegenwart von eisernen Zäunen. Das Hotel ist gut; vor dem Eingang stand eine große Gruppe Wikimedianer und schnatterte, dass man es drei Straßen weit hörte.

Den Freitagmorgen startete ich mit einem Full English Breakfast.

Board Training Workshop

Dann nahm ich von 9:00 bis 18:00 an einem Trainingsworkshop für Vorstands- bzw. Präsidiumsmitglieder 1 von Wikimedia-Chaptern teil.

Development House, London. Foto: Sebastian Wallroth, CC-BY-SA-3.0
Development House, London. Foto: Sebastian Wallroth, CC-BY-SA-3.0

Der Workshop fand in einem Besprechungsraum im Tiefgeschoss des Development House statt, in dessen vierter Etage das britische Wikimedia-Chapter sein Büro hat.

An meinem Vierer-Tisch saßen Vertreter aus Finnland, Polen, der Schweiz und Italien an anderen Tisch welche aus der Ukraine, Israel, Österreich, Australien, Indonesien und so weiter. Der erste Teil des Workshops wurde von Mike Hudson von Compass Partnership bestritten, die Wikimedia UK durch Beratung zu mehr Professionalität verholfen hatten.

Themen (Auszug)

Die wiederkehrenden Stufen der Entwicklung eines Präsidiums

  • Gründungsphase
  • Frühes Wachstum
  • Anstellung von Mitarbeitern
  • Reifende Organisation
  • Erwachsene Phase

mit jeweils Phasen der Unsicherheit dazwischen.

Die zehn wichtigsten Rollen des Präsidiums

  1. Vision, Mission und Werte definieren und anpassen
  2. Strategie entwickeln und Erfolg messen
  3. Richtlinien einführen und überwachen
  4. Finanzielle Basis sichern und überwachen
  5. Rechnungslegung sicherstellen
  6. Geschäftsführer auswählen und unterstützen
  7. Risiken managen
  8. Rechtliche Lage absichern
  9. Lenkungsformen (Governance) einführen und regelmäßig prüfen
  10. Verständnisvolle und weise Entschlüsse fassen

Die Grundlagen einer guten Lenkung durch das Präsidium

  1. Gut als Team arbeiten
  2. Effektivität der Besprechungen sicher stellen
  3. Das notwendige Wissen und die notwendigen Erfahrungen haben
  4. Auf die Strategie fokussieren
  5. Mit Offenheit und Vertrauen agieren

Womit könnte man die Qualität der Arbeit des Präsidiums sicher stellen?

  • Feedback nach Besprechungen
  • Bewertung des Vorsitzenden
  • Selbstrevision (auch mit externen Beratern)
  • Individuelles Feedback
  • Unabhängige Beurteilung (Governance Review)

Charakteristiken wirklich effektiver Präsidien

  1. die kritischen Funktionen sind kristallklar festgelegt
  2. angemessene Gremiumsstruktur, die die Governance-Arbeit durchführt
  3. Mitglieder, die nach Fähigkeiten und möglichen Beiträgen ausgewählt werden
  4. Extrem gute Zusammenarbeit als Team
  5. stramme Durchführung des Governance-Prozesses
  6. das Präsidium akzeptiert die Strategie und überwacht streng die Umsetzung
  7. Vorsitzender und Geschäftsführer arbeiten partnerschaftlich zusammen
  8. die Arbeit des Präsidiums wird regelmäßig bewertet

Die theoretischen Vorträge wurden durch mehrere praktische Übungen ergänzt.

Den Zweiten Teil bestritt Prof. Dariusz Jemielniak, unter anderem Mitglied des Funds Dissemination Committee (FDC) der Wikimedia Foundation.

Zunächst stellte er die Arbeit des FDC vor. Dieses Freiwilligengremium nimmt die Finanzpläne so unterschiedlicher Organisationen wie der Wikimedia Foundation, von Wikimedia Deutschland oder Wikimedia Israel entgegen, prüft und bespricht sie in einem drei- bis viertägigen Sitzungsmarathon und bestätigt oder kürzt dann die Zuweisung von Spendenmitteln. Dazu gibt es eine knappe Erläuterung für die Antragstellern. Meine skeptischen Fragen zu diesem Prozess wurden mit einiger Aufregung registriert. Ich würde gern mehr darüber wissen.

Dann stellte Dariusz Techniken und deren Anpassungen für die Arbeit eines Präsidiums an der Strategieplanung vor, zum Beispiel die SWOT-Analyse. Des weiteren wurden Beispiele für Firmen und Organisationen besprochen, deren strategische Aufstellung fehlschlug, wie Polaroid oder Kodak.

Der dritte Teil drehte sich um die weit verbreitete Überlastung der Präsidiumsmitglieder und daraus folgende Burnouts. Zuvor hatte es eine Umfrage unter den Teilnehmern gegeben, die folgendes zeigte

  • 1 bis 5 Jahre Gremiumsmitarbeit
  • 2/3 haben Angestellte
  • für die meisten sind die inhaltlichen Anforderungen wie erwartet
  • für viele ist die zeitliche Belastung deutlich höher als erwartet
  • den meisten macht die Arbeit im Gremium Spaß
  • die Gründe dafür sind: Einfluss, Auswirkungen der eigenen Arbeit, die Zusammenarbeit mit talentierten Leuten

Mein Fazit des Workshops

Ich bin auf ein paar Punkte gestoßen, die neu für mich waren, zum Beispiel der Gedanke, dass die Arbeit von Freiwilligen in einem Gremium wie dem Präsidium durchaus gemessen und bewertet werden kann und muss.

Des weiteren verstehe ich jetzt einige Äußerungen von ehemaligen Präsidiumsmitgliedern wie Sebastian Moleski, Alice Wiegand oder Delphine Menard wie auch des Vorstandes Pavel Richter zum Thema Governance. Zuvor fehlte mir theoretische Hintergrund, was ich auch durch Lektüre etlicher Literatur nicht ausgleichen konnte. Sehr schade, dass ich erst jetzt zu diesem Wissen komme – es hätte vieles vereinfacht und manches hätte ich anders entschieden, wenn ich das eher zur Verfügung gehabt hätte. Ich hatte schon länger das Gefühl, dass mir Informationen fehlen, aber die Fragen nach passenden Schulungen wurden ignoriert. Ich werde mich dafür einsetzen, dass künftige Präsidiumsmitglieder ausreichend geschult werden, damit ihre Arbeit dem Verein bestmöglich dienen kann.

Außerdem war es sehr interessant, mit Mitgliedern anderer Boards zu sprechen. Ich hoffe ich konnte einigen die Scheu vor dem vergleichsweise gigantischen Wikimedia Deutschland nehmen.

Eröffnungsveranstaltung

Zur rechten Zeit verließen wir das Tiefgeschoss und lüfteten unsere rauchenden Köpfe bei einem Fußmarsch zum Veranstaltungsort der Wikimania 2014. Das Barbican Centre ist eine gigantische Veranstaltungsort-Maschine aus Stahl und gekratztem Beton aus den 1970er Jahren. Die Queen eröffnete 1982 dieses größte Kultur- und Konferenzzentrum Londons, Sitz des London Symphony Orchestra.

Nach Anmeldung, einem Snack und ein paar dünnen Bierchen öffneten sich die Türen zum großen Saal, den rund 1.600 Wikimediane aus 68 Ländern nahezu füllten.

Es gab zunächst Reden des Veranstaltungsorganisators Edward Saperia (sorry, er kann besser organisieren als reden) und des Geschäftsführers von Wikimedia UK Jon Davies (sympathisch).

Dann kam Jimbo Wales, der die Wikimania-Rituale durchführte (Wer ist zum ersten Mal auf einer Wikimania? – Die überwiegende Mehrheit) und recht knapp programmatisches besprach.

Er ging auf den gegenwärtigen Missbrauch des „Rechts auf vergessen werden“ ein, wie auch auf den Rechtsstreit darum, ob der Besitzer der Kamera, der Affe oder niemand das Urheberrecht an einem Foto hat, dass der Affe von sich selbst gemacht hat.

Stroopwafel selfie. Foto: AlisonW, CC0-1.0 via Wikimedia Commons
Stroopwafel selfie. Foto: AlisonW, CC0-1.0 via Wikimedia Commons

Dann wie er darauf hin, welche Macht die Wikimedia Bewegung inzwischen hat, dass sie diese aber weise einsetzen muss.

Dann hielt die neue Geschäftsführerin der Wikimedia Foundation Lila Tretikov ihre erste Rede vor versammelter Mannschaft. Der warme Applaus konnte nicht über ein wenig Fremdeln hinwegtäuschen. Das wird schon.

Die begeistert aufgenommene Keynote hielt Salil Shetty, Generalsekretär von Amnesty International.

Dieser anstrengende, aber sehr befriedigende und anregende Tag klang mit den Bläsersätzen einer mitreißenden Band aus, die „traditionelle englische Musik“ spielte, also Rolling Stones, Elton John, Electric Light Orchestra und so.

Notes:

  1. Nur bei Wikimedia Deutschland heißt der Vorstand „Präsidium“. Die englische Bezeichnung lautet „board“. Ich werde im Folgenden „Präsidium“ verwenden