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Liste der zehn in der deutschen Wikipedia am längsten wegen Vandalismus geschützten Artikel

In der Wikipedia kön­nen Benutzer mit beson­de­ren Rechten (Administrator) unter ande­rem Seiten vor der Bearbeitung durch bestimm­te Benutzergruppen schüt­zen. Dies dient der Eindämmung von Vandalismus und Editwars. Die voll­stän­di­ge Liste der geschütz­ten Seiten heißt Wikipedia:Liste der am längs­ten geschütz­ten Artikel/​autoconfirmed

Eine Silbermöwe (Larus argentatus) kotet im Flug nahe Bréhat ab.
Eine Silbermöwe (Larus argen­ta­tus) kotet im Flug nahe Bréhat ab. Foto: Sanchezn. Lizenz: CC BY-SA 3.0
  1. Geschlechtsverkehr (seit 29. Dezember 2005)
  2. Kot (seit 29. Dezember 2005)
  3. Anus (seit 3. Januar 2006)
  4. Vagina (seit 15. Januar 2006)
  5. Schwul (seit 18. Januar 2006)
  6. Scheiße (seit 21. Januar 2006)
  7. Geschlechtsorgan (seit 22. Januar 2006)
  8. Klitoris (seit 22. Januar 2006)
  9. Oralverkehr (seit 22. Januar 2006)
  10. Hoden (seit 23. Januar 2006)

WikiCon 2018 St. Gallen

Meine per­sön­li­chen Eindrücke von der WikiCon 2018 in St. Gallen. Zitate meist sinn­ge­mäß und gele­gent­lich falsch zuge­ord­net. Für Hinweise und Nachrichten jeder Art dan­ke ich pflichtschuldigst.

Die WikiCon ist das Treffen der Communitys der deutsch­spra­chi­gen Wikipedia und ihrer Schwesterprojekte. – https://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:WikiCon_2018

Donnerstag, 4. Oktober 2018

Ich bin einen Tag eher ange­reist. Etwa 10 Stunden mit dem Zug von Berlin über Augsburg und Buchloe (sprich: Buchlo‑e, eine Eisenbahnerstadt) nach St. Gallen.

Da die Hügel der Stadt die ers­ten Erhebungen für Wolkenformationen aus West bis Nordost sind, kommt es oft zu tage­lan­gem Stauregen oder Schneefall. Die Wolken stau­en beson­ders im Alpsteingebirge, und es kommt zu Niederschlag. Bei Nord- oder Nordostwind herrscht in der Gallusstadt Bisenlage, es wird also sehr kalt. Dies ist meist mit Hochnebel ver­bun­den, da sich die kal­ten, feuch­ten Luftmassen am Boden fest­set­zen, wäh­rend in höhe­ren Regionen schö­nes Wetter herrscht. – https://de.wikipedia.org/wiki/St._Gallen#Klima

Die Stadt begrüßt mich mit freund­li­chem Sonnenschein. Vom Bahnhof zum Hotel sind es nur 10 Minuten. Nach eine kur­zen Pause gehe ich den Weg zur Kantonsschule erkun­den; so heißt hier das Gymnasium. Der Weg führt mit­ten durch die Altstadt vor­bei am Unesco-Welterbe-Kloster. An der Klostermauer ist die Stelle bezeich­net, wo im 17. Jahrhundert ein Plumpsklo war. Touristen kau­fen Kuhglocken.

Freitag, 5. Oktober 2018

Ich habe Frühdienst. Ab 9:00 Uhr darf ich in der Küche der Kantonsschule hel­fen. Es ist nie­mand vom Organisationsteam da. Der Koch weiß nichts. Nach 20 Minuten lässt er mich hel­fen. Ich decke zusam­men mit einem pol­ni­schen Wikipedianer Tische ein. Ich füh­le mich gut, weil ich hel­fen konn­te. Noch ein Schlenderchen durch die Stadt. Nachmittags ist der Veranstaltungsort vol­ler. Freundliche Grüße von Bekannten. Etliche ach so siehst Du aus“ mit Leuten, bei denen bei­der­seits bis­her nur der Benutzername bekannt war. Es gibt Rivella-Brause und Kapsel-Käffchen. Wir sit­zen im Innenhof neben einem Brunnen in schöns­tem Sichtbetonbrutalismus über dem der klas­si­zis­ti­sche Altbau auf­ragt. Die Konferenz fin­det im Neubau statt. Der ist groß­zü­gig geschnit­ten und tech­nisch her­vor­ra­gend ausgestattet.

17:0017:1517:20 gongt ein Gong und alle dür­fen in die Aula zur Begrüßung. Den Eröffnungsvortrag hält die Schweizer Dozentin Cristina Sarasua, die aus dem bas­ki­schen San Sebastian stammt. Sie hält ihre Vorträge sonst auf Englisch. Diesmal hat sie sich vor­ge­nom­men, Deutsch zu sprechen.

Sonst spre­che ich viel schnel­ler. Ich kom­me mir rich­tig dumm vor.

Warmer Beifall. Der Vortrag dreht sich um das Semantische Web, struk­tu­rier­te Daten und Wikidata. In der anschlie­ßen­den Panel-Diskussion spre­chen Cristina sowie Christian Geiger (Chief Digital Officer St. Gallens), Ralf Liebau und Perrak (Wikipedianer).

Als Stadt über­le­ge ich immer: Welche Daten kann ich frei­ge­ben? –Christian

Offene Daten ber­gen immer Risiken hin­sicht­lich des Datenschutzes. In der deut­schen Wikipedia dür­fen Namen und Geburtsdaten der Kinder von Prominenten nicht genannt wer­den. Ich der eng­li­schen schon. es gibt unter­schied­li­che Kulturen des Datenschutzes. Was ist, wenn die Daten in Wikidata ste­hen? – Perrak

Wo bleibt die ver­spro­che­ne gol­de­ne Zukunft mit Wikidata? Ich mer­ke nichts. – Ralf

Wieso dür­fen in Wikidata Wikipedia-Artikel als Quellen ange­ge­ben wer­den? – Ralf

Komplexe Sachverhalte las­sen sich mit aus Daten gene­rier­ten Texten not­wen­di­ger Weise nur ver­ein­facht dar­stel­len. – Ralf

Qualität kann durch Menschen und Algorithmen geschaf­fen wer­den. Entweder ver­bes­sern wir die Technologie soweit, dass sie es allein schafft, oder wir blei­ben bei dem Hybriden aus Mensch und Algorithmus. – Cristina

Zum Abendessen gibt es Käsefondue.

In der Spätsession geht es um Umgangsformen in der Community. Auf dem Panel sit­zen Lukas Mezger (Wikipedia, Wikimedia Deutschland Präsidium), Kritzolina (Wikipedia, Wikimedia Foundation), Vera Krick (Wikimedia Deutschland) und Achim Raschka (Wikipedia). Es gibt einen frei­en Platz für spon­ta­ne Gäste und ein Saalmikrofon.

Lukas zeigt als Einleitung zwei Dutzend Zitate aus der Diskussionsseite des Wikipedia:Kurier. Sie stam­men von einem ein­zi­gen Tag. Beleidigungen, Unterstellungen, Rundumschläge. – Lachen im Saal.

Haben wir ein Problem? – Lukas

Wir brau­chen die Auseinandersetzung, aber bei Streitereien sinkt die Effizienz. – Kritzolina

Beim Streit um den Daniel Ganser-Artikel haben ein paar Leute ein kla­res Ziel: Andere Leute aus der Diskussion weg­be­lei­di­gen. – jemand aus dem Saal

Mancheiner ver­liert jedes Maß bei der Verteidigung sei­nes“ Artikels. – Kritzolina

Als alter Hase kennt man sich über Jahre hin­zie­hen­de per­sön­li­che Konflikte. Diese machen 50% der Vandalismusmeldungen aus. – Achim

Wenn zwei Dickfellige sich öffent­lich behar­ken hat das Auswirkungen auf Dünnhäutige. – Kritzolina

Diese kras­sen Fälle sind nur die Spitze des Eisbergs. Lasst uns auf die rie­si­ge Menge unter dem Wasserspiegel schau­en. – Vera

In der Folge wird das Bild des Eisbergs immer wie­der auf­ge­grif­fen und überstrapaziert.

Aus den unver­bind­li­chen Leitlinien wur­den beton­har­te Regeln, an denen sich stän­dig jemand ver­letzt. – Achim

Administratoren wird auf­ge­halst, göt­ter­gleich in Konflikten zu rich­ten, statt sich im tech­ni­sche Aufgaben küm­mern zu kön­nen. – Achim

Die Community Health Initiative der Foundation hat begon­nen, Konflikte in den Communities zu unter­su­chen. – Kritzolina

Von Leuten aus der Uni höre ich immer Ich habe es erfolg­los ver­sucht“. Nie höre ich Es war mit tech­nisch zu kom­pli­ziert“ wenn ich fra­ge, war­um sie nicht in der Wikipedia arbei­ten. – Stimme aus dem Saal

Ich glau­be nicht, dass man päd­ago­gisch auf die Diskussionskultur ein­wir­ken kann. – Kritzolina

Eine Kommentarzeile mit vier Akronymen kann auf Neulinge sehr ein­schüch­ternd wir­ken. Die den­ken Wow, da bin ich ja ganz schön zusam­men gestaucht wor­den.‘ – Stimme aus dem Saal

Wenn über einen neu ange­leg­ten Artikel noch­mal gespro­chen wer­den muss, kann man eine Hinweisbox ein­fü­gen. Warum heißt die Löschantrag“? Versteht nie­mand, was das bei neu­en Wikipedia-Autoren aus­löst? – Stimme aus dem Saal

Man hat so ein Ohnmachtsgefühl wenn man Konflikten aus­ge­lie­fert ist und man hofft auf Hilfe von irgend­wo – Admins? Foundation? Verein? – Stimme aus dem Saal

Zum Abschluss fragt Lukas, wie Community, Verein und Foundation mit der Situation umge­hen könnten.

Persönliche Gespräche hel­fen – Kritzolina

Der Verein hilft bereits bei Konflikten im rea­len Leben“ – Vera

Der Verein wird on-wiki“ nie in Konflikte ein­grei­fen – Vera

Der Verein wird Kommunikationstrainings anbie­ten – Vera

Die Foundation wird in Zukunft mehr auf Konfliktherde in den ver­schie­de­nen Communities hin­wei­sen – Kritzolina

Das Abschluss sitzt jemand aus dem Saal auf dem frei­en Panelstuhl, stellt sich als Seemann mit Beratererfahrung“ vor und rät, sich nicht zu sehr mit den Eisbergen zu beschäf­ti­gen, son­dern im gewal­ti­gen Ozean der Community in war­me Gewässer zu steuern.

Bericht zur WikiCon 2016 – der jährlichen Konferenz der deutschsprachigen Wikipedia

WikiCon ist die jähr­li­che Konferenz der deutsch­spra­chi­gen Wikimedia-Projekte. Dort tref­fen sich Freiwillige aus der Wikipedia und ande­ren Projekten, um sich mit­ein­an­der, mit Angestellten der Fördervereine Wikimedia Deutschland, Wikimedia Österreich und Wikimedia Schweiz und mit Neugierigen aus­zu­tau­schen. Die Konferenz wird von Freiwilligen orga­ni­siert und fand 2016 in Kornwestheim bei Stuttgart statt.

Kornwestheim hat nur 33.000 Einwohner und ist bekannt für die Werke Salamander (Schuhe, plei­te), Albert Stotz (Eisengießerei, plei­te) und Kreidler (Mopeds, plei­te). Den ehe­ma­li­gen Wohlstand sieht man der Stadt noch an. Und sie schlägt sich tap­fer, wie man den Worten der wirk­lich rüh­rend um die WikiCon bemüh­ten Oberbürgermeisterin ent­neh­men konnte.

Die Konferenz fand im Kultur- und Kongresszentrum Das K“ gleich gegen­über dem Rathaus‑, äh, Wasser‑, äh, Aussichtsturm. Das K in Kornwestheim war ein vor­züg­li­cher Ort für die Konferenz. Alles war sehr offen, man lief sich immer mal wie­der über den Weg.

Am Freitag Abend wur­de fei­er­lich begrüßt und für die Foto-Wettbewerbe Wiki Loves Monuments und Wiki Loves Earth wur­de fei­er­lich ver­lie­hen. Danach gab es zwei Sessionslots.

In der ers­ten von mir besuch­ten Session berich­te­te der Wikipedianer Toter Alter Mann“ (ein Soziologe) über den Zustand der Richtlinien in der Wikipedia berich­tet. Ich hat­te ich für die­sen Vortrag ent­schie­den, weil ich wenig Ahnung von Richtlinien habe. Ich kom­me ganz gut zurecht, ohne sie kon­sul­tie­ren zu müs­sen. Es ist wohl auch so, dass eine Beschäftigung mit ihnen kei­ne Freude ist. Hab ich wohl alles rich­tig gemacht.

Danach nahm ich ein Bier zu mir und weiß nicht mehr so recht.

Die Teilnehmer waren auf meh­re­re Hotels ver­teilt, die alle etwa ein Viertelstunde Fußweg vom Konferenzort ent­fernt stan­den. Meines hieß Gasthaus zu Hasen“ und ent­pupp­te sich als frisch gebau­te Ergänzung zu einem alter­wür­di­gen Fachwerkbau mit Klimaanlage und eben­erdi­ger Dusche.

Am Samstag hieß es ab 9:30 Archive entern“ im Vortrag des der Wikipedia zuge­ta­nen Archivars Clemens Rehm, der von Archivarenseite zu berich­ten wuss­te, dass man ver­un­si­chert sei.

Im fol­gen­den Vortrag erzähl­ten meh­re­re Aktive aus der Szene der Stadt- und Regional-Wikis. Das sind Wikis, in denen Informationen zu regio­na­len Themen auf Art und Weisen gesam­melt wer­den. Es sind also kei­ne Enzyklopädien. Und das ist gut so. So kann zum Beispiel Wissen neben der Wikipedia gesam­melt wer­den, das wegen unpas­sen­der oder unbe­kann­ter Lizenzierung dort nicht hin­ein passt.

In der Session, die ich danach besuch­te, bot Ziko van Dijk einen Blick auf die vie­len Sprachen der Wikipedia und sozio­lin­gu­is­ti­sche (!) Betrachtungen. Es wur­den die Begriffe Abstandssprache, Ausbausprache und die Überdachung von Sprachen gesprochen.

Nach dem Mittagessen folg­te eine der unaus­weich­li­chen Sessions. Unter der Überschrift Warum freie Bildung und OER jeden Wikipedianer etwas ange­hen soll­te“ setz­te sich René Pickardt sym­pa­thisch-enthu­si­as­tisch für die Befreiung von an Universitäten erstell­ten Materialien und die Re-Animation der Wikipedia-Schwesterprojekte Wikibooks und Wikiversity ein. Einen brei­ten Raum nahm die Begründung ein, war­um sich Wikipedianer hier enga­gie­ren sol­len. Kurz: Weil es irgen­wie in der Satzung von Wikimedia Deutschland steht.

Den Stand der Community-Förderung stell­ten her­nach eine Freiwillige und eine Mitarbeiterin des deut­schen Fördervereins Wikimedia Deutschland vor. Die Freiwillige hat­te eine Zufriedenheitsumfrage unter einer Gruppe von Freiwilligen durch­ge­führt, die im ver­gan­ge­nen Jahr finan­zi­el­le und Projekt-Förderung vom deut­schen Förderverein erhal­ten hat­ten. Die waren durch­aus zufrie­den. Nur soll­ten die Anleitungen ein­fa­cher, die Formulare weni­ger kom­plex und die Antwortzeiten etwas kür­zer sein. Der Leiter der Community-Förderung Wikimedia Deutschlands nann­te die inter­nen Vorgaben für Antwortzeiten. Eine sehr unzu­frie­de­ne Stimme aus dem Publikum wuss­te zu berich­ten, dass die­se Vorgaben regel­ä­ßig zum Teil deut­lich über­schrit­ten wer­den. Mich wun­der­te, dass die Zufriedenheitsumfrage von einer Freiwilligen durch­ge­führt wor­den war, zumal es sich um eine ein­ma­li­ge Aktion zu han­deln scheint. Ich hät­te ver­mu­tet, dass Zufriedenheitsbefragungen zum Standard einer för­dern­den Organisation gehö­ren. Wie weiß man sonst, wie gut man sei­ne Arbeit macht?

Es folg­te das Große Gruppenfoto der gro­ßen Teilnehmergruppe. Es müss­ten 332 Personen auf dem Foto zu sehen sein (der Fotograf fehlt natürlich).

Dann ließ ich einen Sessionslot sau­sen, quatsch­te mit ein paar Leuten, sah mir einen One Laptop per Child“-Laptop an und schau­te bei einer Neulingsschulung zu.

Zweiter Tag der #WikiCON15 2015 in Dresden

Birgit Müller (WMDE). Foto: Sebastian Wallroth, CC-BY-3.0

Birgit Müller (WMDE). Foto: Sebastian Wallroth, CC-BY3.0

Pünktlich halb zehn geht es los: Birgit Müller, Projektmanagerin in der Softwareentwicklung von Wikimedia Deutschland stellt das Projekt Technische Wünsche“ vor. Hauptthema des Projektes war die Kommunikation über und die Darstellung der Softwareentwicklungsprozesse. Die Ideen und Wünsche der Wikipedianer wur­den mit Umfragen ein­ge­holt. Das war eine sehr ertrag­rei­che Methode: es kamen mehr als 200 Einträge zusam­men. Der Input muss jedoch von erfah­re­nen Wikipedianern und Projektmanagern mode­riert wer­den, damit alle Seiten die Problemstellungen ver­ste­hen. Workshops ermög­li­chen dann tie­fer gehen­de Diskussionen.

Zum Abschluss ihres Vortrags gab Birgit eine inter­es­san­te Zusammenfassung von Erkenntnissen, u.a.:

  • Wikipedia ist ein kol­la­bo­ra­ti­ves Projekt – Austausch und trans­pa­ren­te Prozesse ermög­li­chen erst eine Zusammenarbeit
  • das Projektmanagement muss (Un)Möglichkeiten in der Softwareentwicklung ver­ständ­lich kommunizieren
  • Wikipedia ist ein Hobby – die Mitarbeit im Projekt soll­te Spaß machen

Wir, die haupt­amt­li­chen Mitarbeiter von Wikimedia Deutschland den­ken viel­leicht zu wenig dar­über nach, dass die Wikipedia für die Freiwilligen ein Hobby ist, das Spaß machen soll­te. – Birgit Müller (WMDE)

Danach sit­ze ich ein wenig im Schatten von Sonnenschirmen im Vorhof des Museums und füh­re ent­spann­te, ange­reg­te und auf­ge­reg­te Gespräche.

Konzentration. Foto: Sebastian Wallroth, CC-BY-3.0

Konzentration. Foto: Sebastian Wallroth, CC-BY3.0

Halb elf fra­gen Austriantraveler und Regiomontanus, wie es nach dem erfolg­rei­chen Projekt Denkmallisten in Österreich wei­ter gehen soll. Am Anfang des Projekts stand die Frage: Wie wird man mit gigan­ti­schen Denkmallisten fer­tig? Antwort: Indem man gleich rich­tig anfängt. Aus die­ser Überlegung ent­stand das Projekt Österreichische Denkmallisten. Zu Beginn des Denkmallisten-Projekts gab es teil­wei­se nur Papier; meist aber ech­te“, durch­such­ba­re PDFs, aus denen man Text kopie­ren kann; bei 37.000 unbe­weg­li­chen Denkmälern in rund 2.400 Gemeindelisten ist das trotz­dem viel Arbeit. Das weit­aus bekann­te­re Projekt Wiki Loves Monuments und das Denkmallisten-Projekt haben eine Schnittmenge; das Denkmallisten-Projekt ist jedoch für die Wikipedia wohl das wich­ti­ge­re. Das öster­rei­chi­sche Bundesdenkmalamt stell­te 2011 erst­mals maschi­nen­les­ba­re Denkmallisten mit ein­deu­ti­ger ID zur Verfügung. Im Projekt lie­fer­ten“ die Freiwilligen:

  • Fehlerkorrekturen, 
  • Aktualisierungen,
  • kom­plet­ter Vor-Ort-Besuch aller Objekte, 
  • Koordinaten aller Objekte (frü­her wur­de nur das Grundstück ange­ge­ben, auf dem das Denkmal zu fin­den war), 
  • tex­tu­el­le Kurzbeschreibung der Objekte (nicht Begründung des Denkmalwerts; die muss vom Denkmalamt kommen)

Die Schwierigkeit mit dem öffent­lich­keits­wirk­sa­men Wiki Loves Monuments ist, dass dort bevor­zugt belieb­te, leicht zugäng­li­che Denkmäler foto­gra­fiert wer­den. 3.700 Fotos der Wiener Hofburg (ohne Museen) ste­hen 2.900 Denkmäler ohne Foto gegen­über. Es ist ziem­lich klar, dass die letz­ten 10% der Denkmallisteneinträge nicht mehr mit Hilfe von über Wiki Loves Monuments her­ein kom­men­den Fotos bebil­dert werden.

Hauptfazit des öster­rei­chi­schen Denkmallisten-Projektes: Zusammenarbeit mit dem Denkmalamt ist das Um und Auf.

Ich spre­che die Referenten dar­auf an, ob sie nicht in sie­ben Wochen nach Schwerin zu WikiDACH kom­men wol­len, um mit ihren Erfolgen die dor­ti­gen Denkmalbehörden zu beein­dru­cken. Sie schei­nen nicht abgeneigt.

Ich has­te zur nächs­ten Session. Im gro­ßen Saal behaup­ten Gereon K., Renate, Martin Rulsch, Marcus Cyron und Veronika Krämer, nach der Wikimania ist vor der Wikimania“. Gereon erzählt von dem Vortrag auf der Wikimania 2015 in Mexiko-Stadt, der ihn am meis­ten beein­flusst hat. Der Vortrag Ebola Translations: How We Did it & How to Get Involved“ han­del­te davon, dass eine inter­na­tio­na­le Organisation ein mil­li­ar­den­schwe­res Informationsprogramm für afri­ka­ni­sche Länder gestar­tet hat­te, die von Ebola betrof­fen waren. Bei einer Evaluation stell­te die Organisation fest, dass sich 80% der Menschen vor Ort nicht bei ihrem Informationsprogramm, son­dern in der Wikipedia über Ebola infor­mier­ten. Daraufhin wand­ten sie sich an Wikimedia, um ein gemein­sa­mes Projekt anzu­sto­ßen. Die Herausforderung war, dass in den betrof­fe­nen Ländern vie­le Einwohner die jewei­li­gen Kolonialsprachen Französisch oder Englisch gar nicht ver­stan­den. Mit Hilfe von Translators without Borders wur­den die betref­fen­den Artikel in 110 loka­le Sprachen über­setzt. Am meis­ten war Gereon K. von dem Vorzeichenwechsel beein­druckt: Organisationen mit Weltbedeutung kom­men inzwi­schen auf die Wikipedia-Community zu.

Drei Wikipedianerinnen. Foto: Sebastian Wallroth, CC-BY-3.0

Drei Wikipedianerinnen. Foto: Sebastian Wallroth, CC-BY3.0

Danach erzähl­ten Martin Rulsch über den Stipendienprozess und Marcus Cyron über Änderungen, die das Programmkomitee für die kom­men­de Wikimania bei der Planung des Programms vor­neh­men will. Unter ande­rem mit Hilfe von anony­men Einreichungen von Vorträgen soll der Fokus auf den Austausch der Autoren gerich­tet wer­den. Der Anteil der Beiträge von Funktionären und Angestellten der Wikimedia-Bewegung soll ange­mes­sen redu­ziert werden.

Mittagspause. Es gibt Kartoffelsuppe mit Würstchen und Kartoffelsuppe ohne Würstchen. Ich mache mit Renate einen Abstecher zum Dresdner Altmarkt. Es gibt Penna Arrabiata. Wir unter­hal­ten uns über dies und das. Zum Beispiel über einen Workshop für Wikipedianer, die auf der Wikimania 2016 einen Vortrag hal­ten möch­ten. Auf dem Workshop könn­te man gemein­sam mit ande­ren die Idee zu dem Vortrag aus­ar­bei­ten und die Session vor­be­rei­ten. Zurück im Hygienemuseum ent­de­cke ich, dass es nicht nur Filterkaffee aus der Pumpkanne, son­dern auch rich­ti­gen Kaffee aus dem WMF-Automaten gibt. Ich unter­hal­te mich präch­tig mit wech­seln­den Gesprächspartnern über dies und das. Zum Beispiel die per­sön­li­che Angefasstheit, wenn eine eige­ne Bearbeitung in der Wikipedia von jeman­dem zurück­ge­setzt wird.

Lukas. Foto: Sebastian Wallroth, CC-BY-3.0

Lukas. Foto: Sebastian Wallroth, CC-BY3.0

In der nächs­ten von mir besuch­ten Session spricht Lukas Mezger über feh­len­de Strukturen für Opfer von Schmutzkampagnen, recht­li­chen Auseinandersetzungen und Stalking im Wikipedia-Umfeld. Zunächst gibt er eine Übersicht über Konflikte inner­halb und außer­halb der Wikipedia. Als gut in der Wikipedia nann­te er:

  • Es gibt Regeln.
  • Es gibt Prozesse.
  • Es gibt ein Ende, indem man ein­fach den Browser zumacht.

Aber man­che Konflikte ver­las­sen die Wikipedia.

  • Es gibt Schmutzkampagnen, die auf Konflikten inner­halb der Wikipedia beru­hen und außer­halb aus­ge­tra­gen wer­den, zum Beispiel in so genann­ten Hass-Blogs.
  • Es gibt juris­ti­sche Auseinandersetzungen.
  • Es gibt das Nachstellen (das ist das deut­sche Wort für Stalking).

Innerhalb der Wikipedia gibt es stren­ge Regeln. Zum Beispiel ist es in Diskussionen in der Wikipedia ver­bo­ten, mit recht­li­chen Konsequenzen zu dro­hen. So etwas kann zu einer Sperrung des Accounts füh­ren. Was ist aber, wenn die Konflikte die Wikipedia ver­las­sen? Lukas nennt Ratschläge:

  1. Ruhe bewah­ren.
  2. Einen Vertrauten hinzuziehen.
  3. Bei Stalking:
    1. Polizei anru­fen. 112.
    2. Wenn man sich nicht traut oder die Polizei nicht ange­mes­sen reagiert: An das Community Advocacy Team der Wikimedia Foundation wen­den. Die rufen sogar für Dich die Polizei an.
  4. Bei recht­li­chen Auseinandersetzungen: 
    1. Anwalt ein­schal­ten. Immer.
    2. Aber beson­ders, wenn Fristen gesetzt werden.
  5. Bei Schmutzkampagnen:
    1. Don’t feed the troll.
    2. Community Advocacy Team der Wikimedia Foundation einschalten.

Lukas weist dar­auf hin, dass es kei­ne Anlaufstelle von Opfern von Konflikten gibt, die die Wikipedia ver­las­sen. In der eng­lisch­spra­chi­gen Community gibt es bereits Diskussionen dazu.

In der nach­fol­gen­den Diskussion wird angesprochen:

  • Was ist mit fal­schen Anschuldigungen? Lukas meint, dass ein Zuviel an Solidarität der­zeit nicht unser Problem sei.
  • Wieso brau­chen wir noch eine Anlaufstelle? Reichen die bestehen­den nicht aus?
  • Was ist mit dem Schaden, der rea­len Personen durch Einträge in der Wikipedia entsteht?

Es folgt ein kur­zer Zwischenstopp in der Lounge, wo ich wie­der inter­es­san­te Gespräche füh­re. Zum Beispiel über die längs­te Denkmalliste in der deutsch­spra­chi­gen Wikipedia (angeb­lich Berlin-Mitte).

Entspannte Atmosphäre. Foto: Sebastian Wallroth, CC-BY-3.0

Entspannte Atmosphäre. Foto: Sebastian Wallroth, CC-BY3.0

In der fol­gen­den Session stel­len der Wikimedia Deutschland-Vorstand Christian Rickerts und der Wikimedia Deutschland-Präsidiumsvorsitzende Tim Moritz Hector in ent­spann­ter Atmosphäre kurz den Jahresplanungsprozess von Wikimedia Deutschland für 2016 vor. Die Partizipation der Mitglieder soll­te beson­ders hoch aus­fal­len und nach Einschätzung von Tim Moritz ist das auch gelun­gen. Wieder ein­ge­führt wur­den in Zahlen aus­ge­drück­te Ziele. Die Zahl von durch Maßnahmen des Vereins neu hin­zu­zu­ge­win­nen­de 20.000 Wikipedia-Autoren-Accounts führ­te zu Diskussionen, die eine Verlängerung der Session erfor­der­te. Wie schon in Mexiko-Stadt wur­de von den Veranstaltern der Session das Interesse der Leute außer­halb ihrer Kreise unterschätzt.

Zum Abend gab es ein lecke­res Büfett; allein das Zucchini-Gemüse fand wenig Anklang.

Eulenverleihung. Foto: Sebastian Wallroth, CC-BY-3.0

Eulenverleihung. Foto: Sebastian Wallroth, CC-BY3.0

Bei der Abendveranstaltung wer­den ver­dien­ten Wikipedianern Eulen ver­lie­hen. Bravo!

#Wikimania 2015 /​/​Rechtliche Aspekte: Ein Schlachtgemälde

Mexiko-Stadt, 18. Juli 2015

In den Sessions Kriegsberichte von WMF Legal: Verteidigung von Benutzern und Inhalten“ und Was bedeu­tet frei‘ bei Wikimedia?“ erzähl­ten Rechtsexperten der Wikimedia Foundation aus ihrem Arbeitsalltag.

In der erst­ge­nann­ten Session wur­den Beispiele genannt, womit sich die Rechtsabteilung der Wikimedia Foundation aus­ein­an­der­zu­set­zen hat, und wel­che Lösungen sie finden.

Beispiel 1: Es gibt regel­mä­ßig Anfragen von Gerichten, staat­li­chen Stellen und ande­ren nach den per­sön­li­chen Daten von Personen, die die Wikipedia bear­bei­tet haben. Von Januar 2015 bis Juni 2015 gab es 23 sol­cher Anfragen. In kei­nem der Fälle wur­den die Daten herausgegeben.

Beispiel 2: Anfragen nach Änderung oder Löschung von Inhalten. Von Januar 2015 bis Juni 2015 gab es 234 Anfragen, von denen kei­ne pos­ti­tiv beant­wor­tet wurde.

Die Foundation geht mit sol­chen Anfragen sehr trans­pa­rent um, alles wird im Transparenzbericht dar­ge­stellt.

Es gibt aber auch Anfragen, denen nach­ge­kom­men wird. Beispielsweise hat­te jemand das Fotos eines Passes von einem Blog kopiert und bei Wikimedia Commons hoch­ge­la­den, auf dem alle per­sön­li­chen Inhalte des Passinhabers zu sehen waren. Auf Anfrage des Passinhabers wur­de das Bild sofort gelöscht.

Andere Beispiele der Tätigkeit der Rechtsabteilung:

  • Ein Autor kün­dig­te in einem Projektwiki sei­nen Selbstmord an. Die Wikimedia Foundation wand­te sich sofort an die loka­le Polizei. Dem Autoren geht es besser.
  • Ein Administrator der grie­chisch­spra­chi­gen Wikipedia wur­de von einem bekann­ten grie­chi­schen Politiker ver­klagt, da der Wikipedia-Artikel über die­sen Politiker wahr­heits­ge­mä­ße und beleg­te jedoch unbe­que­me Wahrheiten ent­hält. Dieser Fall ist immer noch anhängig.

In der zwei­ten Session prä­sen­tier­ten zwei Foundation-Mitarbeiter Ergebnisse und Erkenntnisse aus der Dateien-Metadaten-Aufräumaktion. Ziel der Aktion war Datei-Beschreibungsseiten und zuge­hö­ri­ge Vorlagen so abzu­än­dern, dass Multimedia-Dateien sämt­li­cher Wikimedia Wikis ein­heit­li­che maschi­nen­les­ba­re Metadaten auf­wei­sen. Am 18. Juli 2015 wie­sen 1.343.085 von 28.788.823 Dateien kei­ne maschi­nen­les­ba­ren Daten auf.

Hier eine Auswahl der Erkenntnisse, die ich auf­schnap­pen konnte:

  • Die meis­ten Dateien mit eini­gen weni­gen Lizenzvorlagen aus­kom­men. Die gro­ße Menge der Lizenzvorlagen wird von nur weni­gen Dateien genutzt. Die Ergebnisse der Untersuchung ste­hen auf git­hub zur Verfügung.
  • 689 der von der Wikimedia Foundation betrie­be­nen Wikis wei­sen eige­ne Dateiuploads auf. (Manchmal ist das nur eine Datei: Das Logo des Wikis.)
  • Verschachtelte Lizenzkategorien sind meist nicht sinn­voll, da oft die Vererbung von Eigenschaften nicht gege­ben ist. (Außerdem erschwe­ren sie eine Auswertung.)
  • 33 Wikis der Foundation OHNE Wikimedia Commons beinhal­ten 379.820 freie Dateien und 753.085 unfreie Dateien auf. Etwas 85% die­ser frei­en Dateien und etwa 70% die­ser unfrei­en Dateien lie­gen in der eng­lisch­spra­chi­gen Wikipedia.
  • Von den ins­ge­samt mehr als 29.000.000 Dateien lie­gen etwa 26.700.000 auf Wikimedia Commons (das sind etwa 92%) und 860.000 (3%) in der eng­lisch­spra­chi­gen Wikipedia.
  • Die meis­ten Dateien auf Wikimedia Commons sind unpro­ble­ma­tisch, vor allem weil dort Fair Use nicht zuge­las­sen ist. Ausnahmen sind Inhalte, bei denen die Wikimedia Bewegung das Copyright inne hat und Dateien, gleich­zei­tig frei und unfrei lizen­ziert sind (z.B. GFDL 1.2 und CC-BY-NC).

[gview file=„https://real68er.com/wp-content/uploads/2015/07/War_Stories_From_WMF.pdf“]

#Wikimania 2015 /​/​Mexikanische Volksmusik

2015 Wikimania opening ceremony. Foto: VGrigas (WMF), CC-BY-SA 3.0

2015 Wikimania ope­ning cere­mo­ny. Foto: VGrigas (WMF), CC-BY-SA 3.0

Mexiko-Stadt, 18. Juli 2015

Gestern sprach im Community Village mit einem Wikimedia Commons-Administrator über anste­hen­de Löscharbeiten nach der Wikimania. Obgleich es hier eine geball­te Ansammlung von Fachwissen gibt, wird es bei den Uploads mit Fotos und Videos zur Wikimania 2015 etli­che Urheberrechtsverletzungen geben. Als Beispiel nann­te mög­li­che Videos von den mexi­ka­ni­schen Volkstänzen bei der Eröffnungszeremonie. Die dabei gespiel­te Musik fal­le sehr wahr­schein­lich unter den Schutz des Urheberrechtes. Meiner Überlegung, dass man die Musik her­aus­schnei­den könn­te setz­te er zu Recht ent­ge­gen, dass sich ers­tens nie­mand die Arbeit machen wür­de und zwei­tens das Video dann deut­lich an Aussagekraft verlöre.

Bei der gest­ri­gen Busfahrt ins Anthropologische Museum saß ich neben einem mexi­ka­ni­schen Freiwilligen und frag­te ihn nach der mexi­ka­ni­schen Musik bei der Öffnungszeremonie. Er bestä­tig­te, dass die Kompositionen als Volksmusik sehr wahr­schein­lich nicht mehr urhe­ber­recht­lich geschützt sei­en. Da Musik jedoch vom Band kam, sei die Aufnahme an sich geschützt. Eine Schande!“ rief er aus und erzähl­te, dass er von einem Projekt gehört habe, Freie Aufnahmen mexi­ka­ni­scher Volksmusik zu erstellen.

Freie-Inhalte-Nerd-Gequassel halt.

#Wikimania 2015 /​/​Workshop Erklärvideos mit @simpleshow und @wikimediaAT

Mexiko-Stadt, 17. Juli 2015

Am Vortag der Konferenz Wikimania 2015 hat­te Wikimedia Österreich einen Workshop zusam­men mit der SimpleShow Foundation orga­ni­siert. Die simp­le­show foun­da­ti­on ist eine Non-Profit-Organisation der simp­le­show GmbH. Während die GmbH für zah­len­de Auftraggeber pro­du­ziert, bie­tet die Foundation ihre Dienste Non-Profit-Organisationen an. Der Schwerpunkt liegt dabei auf kur­zen Erklärvideos, die kom­ple­xe Sachverhalte in kur­zer Zeit für jeden ver­ständ­lich ver­mit­teln. Geförderte Inhalte wer­den unter einer Creative Commons-Lizenz publi­ziert und sind frei verfügbar.

Der Workshop ist Teil des von Wikimedia Österreich, Wikimedia Schweiz und Wikimedia Deutschland betrie­be­nen Projekts Wikipedia:Erklärvido.

Bei der Herstellung der Videos wird bewusst auf weni­ge Elemente reduziert:

  • aus­ge­schnit­te­ne Zeichnungen
  • sicht­ba­re Hände, die die Zeichnungen bewegen
  • Stop-Motion-Animationen der Zeichnungen
  • eine Erklärstimme
  • Musik
  • Geräusche

Diese Elemente bie­ten trotz­dem einen erstaun­li­che Vielfalt von Darstellungsmöglichkeiten bei gerin­gem Produktionsaufwand. Der auf­wän­digs­te Teil ist die Erstellung eines Storyboards mit ein­fach ver­ständ­li­chen Texten und und leicht inter­pre­tier­ba­ren Visualisierungen. Der Produktionsprozess ist hier doku­men­tiert. Hier ein Beispiel für ein Erklärvideo:

Nach die­sem Workshop habe ich gro­ße Lust, das auch mal auszuprobieren.

Und hier die Vortragsfolien zum Download (PDF; 30,9 MB).

#Wikimania 2015 /​/​Hackathon

Mexiko-Stadt bei Nacht aus dem 19. Stock des Hilton Mexiko Cit Reforma

Mexiko-Stadt bei Nacht vom Balkon des Fiesta Inn

Mexiko-Stadt, 17. Juli 2015.

In den ver­gan­gen zwei Tagen füll­te sich das Hilton Mexico City Reforma mit Konferenzteilnehmern aus aller Welt. Ich nahm an einer der Vorkonferenzen teil, einem Hackathon.

Dort konn­te ich mei­ne Erfahrung als Produktmanager und Projektmanager anbrin­gen. Ich will in nächs­ter Zeit hel­fen, einen Governance-Prozess für MediaWiki, der grund­le­gen­den Software der Wikipedia ein­zu­rich­ten. Zur Zeit gibt es kei­ne gesteu­er­te Entwicklung. Jeder macht, wozu er lus­tig ist (= Programmierer-zen­trier­te Softwareentwicklung). Gottseidank gibt es einen aus­rei­chen­den Prozess zur Qualitätssicherung.

An den benach­bar­ten Tischen wir tat­säch­lich pro­gram­miert, oder über­setzt, oder qua­li­täts­ge­si­chert. Die kuli­na­ri­sche Versorgung ist ausgezeichnet.

Live Blog vom Wiki Loves Monuments 2015 Kickoff in Wiesbaden

Schloss Biebrich. Foto: Sebastian Wallroth. CC-BY-3.0

Schloss Biebrich. Foto: Sebastian Wallroth. CC-BY3.0

Am 20. März fand im Schloss Biebrich in Wiesbaden das Kickoff Meeting für den Wettbewerb Wiki Loves Monuments statt. Dies sind mei­ne unge­fil­ter­ten Notizen von der Tagung.

Meinungen zum gestrigen Gespräch mit dem Landesamt für Denkmalpflege Hessen

  • sehr auf­ge­schlos­sen, wenn auch im Detail zurückhaltend
  • das Amt erwar­tet von unse­rer Seite Vorleistungen, bevor man sich auf Projekte einlässt
  • wenig Initiative von deren Seite
  • posi­ti­ve Grundeinstellung von Amtsseite
  • für ein Amt gran­dio­se Offenheit
  • es hat sogar min­des­tens eine kon­kre­te Zusage gegeben
  • gut war, dass der Justitiar dem Projekt posi­tiv gegenübersteht
  • die Ämter haben Angst vor Klagen, zum Beispiel von Hauseigentümern, weil es nun neben der amt­li­chen Liste eine Liste in der Wikipedia gibt
  • wir haben eine typi­sche Behörde erlebt
  • es haben sich vie­le Möglichkeiten eröff­net, wir müs­sen dranbleiben
  • durch den per­sön­li­chen Kontakt war viel mög­lich, was am Telefon sonst nicht erreicht wer­den kann
  • Amt ist auch bereit, sich finan­zi­ell zu betei­li­gen, das braucht aber vie­le Monate Vorlauf
  • Amt hat Denkmallisten als Ausdruck angeboten
  • Hessen könn­te Pilotprojekt werden
  • Landesamt inter­es­siert dar­an, wel­che Kontakte die Wikipedia zu ande­ren Landesämtern haben

Rückblick auf vier Jahre Wiki Loves Monuments – Lessons learned

  • Bildbeschreibungen min­des­tens in Deutsch und Englisch
  • Bücher als Preise sind sehr gut angekommen
  • Denkmäler ohne Koordinaten sind teil­wei­se schwer zu finden
  • Jurysitzung
    • zen­tral in Deutschland wegen Reisezeiten
    • Ausstattung pla­nen, damit (Rechner, Beamer, Monitor, Software)
    • Jury, Jurysitzungsdatum und ‑ort sehr früh festlegen
  • Kriterien für Wettbewerb fest­le­gen und kommunizieren
  • Uploads schon wäh­rend des Wettbewerbzeitraums pflegen
  • es gab immer wie­der den Wunsch, dass der Upload auf Commons viel, viel ein­fa­cher wird
  • wir brau­chen mehr Öffentlichkeitsarbeit

Nachnutzung der Bilder ermöglichen, Teilnehmer gewinnen und ermuntern

Wünsche der Tagungsteilnehmer an Wiki Loves Monuments

  • jedes Denkmal soll min­des­tens ein Foto auf Commons haben
  • alle Denkmale sol­len in Denkmallisten in der Wikipedia erfasst sein
  • es soll­ten mehr qua­li­ta­tiv hoch­wer­ti­ge Bilder hoch­ge­la­den wer­den, was auch immer das heißt
  • es soll­te mehr Öffentlichkeitsarbeit geben

Fazit: drei Hauptrichtungen

  • voll­stän­dig bebil­der­te Denkmallisten
  • voll­stän­di­ge Informationen zu den ein­zel­nen Denkmalen
  • mög­lichst vie­le Fotos

Pause

  • Schloss Biebrich. Foto: Sebastian Wallroth, CC-BY-3.0

    Schloss Biebrich. Foto: Sebastian Wallroth, CC-BY3.0

    in Schloss Biebrich gibt es nur 10 bis 14 Termin im Jahr, an denen das ein­lie­gen­de Standesamt genutzt wer­den kann; ent­spre­chend groß ist der Andrang; im Schlosshof bil­de­ten sich klei­ne Haufen von Hochzeitsgesellschaften.

Zeile und Grundphilosophie von Wiki Loves Monuments 2015

  • mehr Artikel mit Fotos
  • mehr Fotos mit Beschreibungen
  • mehr Fotos mit Kategorisierung
  • mehr Partner

Projektideen

  • Orga
  • Zusammenarbeit mit Landesdenkmalämtern
  • Generierung von Denkmallisten
  • Fototouren
  • Kalender erstel­len
  • Upload-Prozess ver­ein­fa­chen

Wünsche an die Geschäftsstelle von Wikimedia Deutschland

  • Statistische Auswertung des Wettbewerbs
  • Infografiker bereit stellen
  • Programmierer für Commonsuploads bereit stellen
  • Pressebüro betrei­ben

Zeitplanung, Etappen und Meilensteine

Es gibt in Deutschland etwa 900.000 Baudenkmale.

  • laaaan­ge Diskussion zum alten und zum neu­en Flyer, pro­fes­sio­nel­le Öffentlichkeitsarbeit und das, was man sel­ber machen kann
  • zum Beispiel mit loka­len Zeitungen zusam­men­ar­bei­ten; das passt auch gut in’s Sommerloch
  • alle bra­in­dum­pen in ein Etherpad

Führung durch das Biebricher Schloss

  • die ehren­amt­li­che Schlossführerin ist eine wasch­ech­te Biebricherin mit Haaren auf Zähnen
  • Innenfotos dür­fen nicht für kom­mer­zi­el­le Zwecke ver­wen­det wer­den (trotz­dem knip­sen alle)

Jury und Preise

  • es müss­te mehr Preise als nur für die zehn Gewinner geben
  • Teilnahme am Wettbewerb soll­te per se gewür­digt werden
  • nicht nur Fotografen soll­ten Preise erhalten

Die Sitzung wird unter den Freien Himmel ver­tagt, da das Schloss schließt.

- Ende -

Bericht aus London #wikimania2014

Teilnehmer an der Eröffnungsveranstaltung der Wikimania 2014 in London. Foto: Sebastian Wallroth, CC-BY-SA-3.0

Teilnehmer an der Eröffnungsveranstaltung der Wikimania 2014 in London. Foto: Sebastian Wallroth, CC-BY-SA3.0

Zwei rand­vol­le Tage Wikimania lie­gen hin­ter mir, zwei wei­te­re fol­gen. Hier ein Zwischenbericht.

Donnerstag Abend bin ich in London ange­kom­men und fand mei­nen Weg zum Hotel Dank der Beschreibung auf Website der Wikimania ganz gut: Mit den Gatwick-Express zu Victoria-Station, dann mit der blau­en U‑Bahn nord­wärts, umstei­gen und dann mit der schwar­zen U‑Bahn süd­wärts. Die Station Old Street hat vier Ausgänge – ich nahm den, an dem Barbican“ stand, denn Barbican“ (deutsch Barbakane – ein dem Tor einer Burg oder Stadtmauer vor­ge­la­ger­tes Verteidigungswerk) ist Bestandteil des Namens des Hotels Thistle City Barbican Hotel“ , wie des Veranstaltungsortes Barbican Centre“. Laut Beschreibung soll­te von der Old Street rechts abbie­gen und käme dann mehr oder weni­ger gera­de­zu zum Hotel. Aber in wel­che Richtung soll­te ich der Old Street fol­gen? Ich hat­te zudem kei­nen Internetzugang mit mei­nem Handy – so konn­te ich die Kartenfunktion nicht nut­zen. An einer Bushaltestelle sah ich einen Umgehungsplan. Leider umfass­te die­ser nicht die Straße, an der das Hotel liegt. Ein freund­li­ches Gespräch mit zwei Dresdner Touristen ver­half mit zu dem Hinweis, dass eine Straßenecke wei­ter eine Telefonzelle sei, an der es kos­ten­lo­ses WLAN gäbe.

Ein Blick auf die Karte und ich hat­te mei­ne Marschroute. Die Veranstalter hat­ten ein gutes Händchen bei der Wahl der Location. Alles fin­det in der City of London statt, dem his­to­ri­schen Zentrum der Stadt. Ein leben­di­ges, geschäf­ti­ges Viertel, in dem Angestellte, Bewohner und Touristen her­um­quir­len. Am Wegesrand gibt es pit­to­res­ke mit­tel­al­ter­li­che Kirchen, ein- bis zwei­stö­cki­ge, mehr­hun­dert­jäh­ri­ge Gebäude, klei­ne Parks, aber auch Plattenbauhochbauten. In den Sichtachsen grü­ßen Landmarken wie St Paul’s Cathedral und The Shard. Auffällig ist die Allgegenwart von eiser­nen Zäunen. Das Hotel ist gut; vor dem Eingang stand eine gro­ße Gruppe Wikimedianer und schnat­ter­te, dass man es drei Straßen weit hörte.

Den Freitagmorgen star­te­te ich mit einem Full English Breakfast.

Board Training Workshop

Dann nahm ich von 9:00 bis 18:00 an einem Trainingsworkshop für Vorstands- bzw. Präsidiumsmitglieder[ref]Nur bei Wikimedia Deutschland heißt der Vorstand Präsidium“. Die eng­li­sche Bezeichnung lau­tet board“. Ich wer­de im Folgenden Präsidium“ verwenden[/ref] von Wikimedia-Chaptern teil.

Development House, London. Foto: Sebastian Wallroth, CC-BY-SA-3.0

Development House, London. Foto: Sebastian Wallroth, CC-BY-SA3.0

Der Workshop fand in einem Besprechungsraum im Tiefgeschoss des Development House statt, in des­sen vier­ter Etage das bri­ti­sche Wikimedia-Chapter sein Büro hat.

An mei­nem Vierer-Tisch saßen Vertreter aus Finnland, Polen, der Schweiz und Italien an ande­ren Tisch wel­che aus der Ukraine, Israel, Österreich, Australien, Indonesien und so wei­ter. Der ers­te Teil des Workshops wur­de von Mike Hudson von Compass Partnership bestrit­ten, die Wikimedia UK durch Beratung zu mehr Professionalität ver­hol­fen hatten.

Themen (Auszug)

Die wiederkehrenden Stufen der Entwicklung eines Präsidiums

  • Gründungsphase
  • Frühes Wachstum
  • Anstellung von Mitarbeitern
  • Reifende Organisation
  • Erwachsene Phase

mit jeweils Phasen der Unsicherheit dazwischen.

Die zehn wichtigsten Rollen des Präsidiums

  1. Vision, Mission und Werte defi­nie­ren und anpassen
  2. Strategie ent­wi­ckeln und Erfolg messen
  3. Richtlinien ein­füh­ren und überwachen
  4. Finanzielle Basis sichern und überwachen
  5. Rechnungslegung sicher­stel­len
  6. Geschäftsführer aus­wäh­len und unterstützen
  7. Risiken mana­gen
  8. Rechtliche Lage absichern
  9. Lenkungsformen (Governance) ein­füh­ren und regel­mä­ßig prüfen
  10. Verständnisvolle und wei­se Entschlüsse fassen

Die Grundlagen einer guten Lenkung durch das Präsidium

  1. Gut als Team arbeiten
  2. Effektivität der Besprechungen sicher stellen
  3. Das not­wen­di­ge Wissen und die not­wen­di­gen Erfahrungen haben
  4. Auf die Strategie fokussieren
  5. Mit Offenheit und Vertrauen agieren

Womit könnte man die Qualität der Arbeit des Präsidiums sicher stellen?

  • Feedback nach Besprechungen
  • Bewertung des Vorsitzenden
  • Selbstrevision (auch mit exter­nen Beratern)
  • Individuelles Feedback
  • Unabhängige Beurteilung (Governance Review)

Charakteristiken wirklich effektiver Präsidien

  1. die kri­ti­schen Funktionen sind kris­tall­klar festgelegt
  2. ange­mes­se­ne Gremiumsstruktur, die die Governance-Arbeit durchführt
  3. Mitglieder, die nach Fähigkeiten und mög­li­chen Beiträgen aus­ge­wählt werden
  4. Extrem gute Zusammenarbeit als Team
  5. stram­me Durchführung des Governance-Prozesses
  6. das Präsidium akzep­tiert die Strategie und über­wacht streng die Umsetzung
  7. Vorsitzender und Geschäftsführer arbei­ten part­ner­schaft­lich zusammen
  8. die Arbeit des Präsidiums wird regel­mä­ßig bewertet

Die theo­re­ti­schen Vorträge wur­den durch meh­re­re prak­ti­sche Übungen ergänzt.

Den Zweiten Teil bestritt Prof. Dariusz Jemielniak, unter ande­rem Mitglied des Funds Dissemination Committee (FDC) der Wikimedia Foundation.

Zunächst stell­te er die Arbeit des FDC vor. Dieses Freiwilligengremium nimmt die Finanzpläne so unter­schied­li­cher Organisationen wie der Wikimedia Foundation, von Wikimedia Deutschland oder Wikimedia Israel ent­ge­gen, prüft und bespricht sie in einem drei- bis vier­tä­gi­gen Sitzungsmarathon und bestä­tigt oder kürzt dann die Zuweisung von Spendenmitteln. Dazu gibt es eine knap­pe Erläuterung für die Antragstellern. Meine skep­ti­schen Fragen zu die­sem Prozess wur­den mit eini­ger Aufregung regis­triert. Ich wür­de gern mehr dar­über wissen.

Dann stell­te Dariusz Techniken und deren Anpassungen für die Arbeit eines Präsidiums an der Strategieplanung vor, zum Beispiel die SWOT-Analyse. Des wei­te­ren wur­den Beispiele für Firmen und Organisationen bespro­chen, deren stra­te­gi­sche Aufstellung fehl­schlug, wie Polaroid oder Kodak.

Der drit­te Teil dreh­te sich um die weit ver­brei­te­te Überlastung der Präsidiumsmitglieder und dar­aus fol­gen­de Burnouts. Zuvor hat­te es eine Umfrage unter den Teilnehmern gege­ben, die fol­gen­des zeigte

  • 1 bis 5 Jahre Gremiumsmitarbeit
  • 2/​3 haben Angestellte
  • für die meis­ten sind die inhalt­li­chen Anforderungen wie erwartet
  • für vie­le ist die zeit­li­che Belastung deut­lich höher als erwartet
  • den meis­ten macht die Arbeit im Gremium Spaß
  • die Gründe dafür sind: Einfluss, Auswirkungen der eige­nen Arbeit, die Zusammenarbeit mit talen­tier­ten Leuten

Mein Fazit des Workshops

Ich bin auf ein paar Punkte gesto­ßen, die neu für mich waren, zum Beispiel der Gedanke, dass die Arbeit von Freiwilligen in einem Gremium wie dem Präsidium durch­aus gemes­sen und bewer­tet wer­den kann und muss.

Des wei­te­ren ver­ste­he ich jetzt eini­ge Äußerungen von ehe­ma­li­gen Präsidiumsmitgliedern wie Sebastian Moleski, Alice Wiegand oder Delphine Menard wie auch des Vorstandes Pavel Richter zum Thema Governance. Zuvor fehl­te mir theo­re­ti­sche Hintergrund, was ich auch durch Lektüre etli­cher Literatur nicht aus­glei­chen konn­te. Sehr scha­de, dass ich erst jetzt zu die­sem Wissen kom­me – es hät­te vie­les ver­ein­facht und man­ches hät­te ich anders ent­schie­den, wenn ich das eher zur Verfügung gehabt hät­te. Ich hat­te schon län­ger das Gefühl, dass mir Informationen feh­len, aber die Fragen nach pas­sen­den Schulungen wur­den igno­riert. Ich wer­de mich dafür ein­set­zen, dass künf­ti­ge Präsidiumsmitglieder aus­rei­chend geschult wer­den, damit ihre Arbeit dem Verein best­mög­lich die­nen kann.

Außerdem war es sehr inter­es­sant, mit Mitgliedern ande­rer Boards zu spre­chen. Ich hof­fe ich konn­te eini­gen die Scheu vor dem ver­gleichs­wei­se gigan­ti­schen Wikimedia Deutschland nehmen.

Eröffnungsveranstaltung

Zur rech­ten Zeit ver­lie­ßen wir das Tiefgeschoss und lüf­te­ten unse­re rau­chen­den Köpfe bei einem Fußmarsch zum Veranstaltungsort der Wikimania 2014. Das Barbican Centre ist eine gigan­ti­sche Veranstaltungsort-Maschine aus Stahl und gekratz­tem Beton aus den 1970er Jahren. Die Queen eröff­ne­te 1982 die­ses größ­te Kultur- und Konferenzzentrum Londons, Sitz des London Symphony Orchestra.

Nach Anmeldung, einem Snack und ein paar dün­nen Bierchen öff­ne­ten sich die Türen zum gro­ßen Saal, den rund 1.600 Wikimediane aus 68 Ländern nahe­zu füllten.

Es gab zunächst Reden des Veranstaltungsorganisators Edward Saperia (sor­ry, er kann bes­ser orga­ni­sie­ren als reden) und des Geschäftsführers von Wikimedia UK Jon Davies (sym­pa­thisch).

Dann kam Jimbo Wales, der die Wikimania-Rituale durch­führ­te (Wer ist zum ers­ten Mal auf einer Wikimania? – Die über­wie­gen­de Mehrheit) und recht knapp pro­gram­ma­ti­sches besprach.

Er ging auf den gegen­wär­ti­gen Missbrauch des Rechts auf ver­ges­sen wer­den“ ein, wie auch auf den Rechtsstreit dar­um, ob der Besitzer der Kamera, der Affe oder nie­mand das Urheberrecht an einem Foto hat, dass der Affe von sich selbst gemacht hat.

Stroopwafel selfie. Foto: AlisonW, CC0-1.0 via Wikimedia Commons

Stroopwafel sel­fie. Foto: AlisonW, CC01.0 via Wikimedia Commons

Dann wie er dar­auf hin, wel­che Macht die Wikimedia Bewegung inzwi­schen hat, dass sie die­se aber wei­se ein­set­zen muss.

Dann hielt die neue Geschäftsführerin der Wikimedia Foundation Lila Tretikov ihre ers­te Rede vor ver­sam­mel­ter Mannschaft. Der war­me Applaus konn­te nicht über ein wenig Fremdeln hin­weg­täu­schen. Das wird schon.

Die begeis­tert auf­ge­nom­me­ne Keynote hielt Salil Shetty, Generalsekretär von Amnesty International.

Dieser anstren­gen­de, aber sehr befrie­di­gen­de und anre­gen­de Tag klang mit den Bläsersätzen einer mit­rei­ßen­den Band aus, die tra­di­tio­nel­le eng­li­sche Musik“ spiel­te, also Rolling Stones, Elton John, Electric Light Orchestra und so.