Autor-Archiv Sebastian Wallroth

#Wikimania 2015 /​/​Hackathon

Mexiko-Stadt bei Nacht aus dem 19. Stock des Hilton Mexiko Cit Reforma

Mexiko-Stadt bei Nacht vom Balkon des Fiesta Inn

Mexiko-Stadt, 17. Juli 2015.

In den ver­gan­gen zwei Tagen füll­te sich das Hilton Mexico City Reforma mit Konferenzteilnehmern aus aller Welt. Ich nahm an einer der Vorkonferenzen teil, einem Hackathon.

Dort konn­te ich mei­ne Erfahrung als Produktmanager und Projektmanager anbrin­gen. Ich will in nächs­ter Zeit hel­fen, einen Governance-Prozess für MediaWiki, der grund­le­gen­den Software der Wikipedia ein­zu­rich­ten. Zur Zeit gibt es kei­ne gesteu­er­te Entwicklung. Jeder macht, wozu er lus­tig ist (= Programmierer-zen­trier­te Softwareentwicklung). Gottseidank gibt es einen aus­rei­chen­den Prozess zur Qualitätssicherung.

An den benach­bar­ten Tischen wir tat­säch­lich pro­gram­miert, oder über­setzt, oder qua­li­täts­ge­si­chert. Die kuli­na­ri­sche Versorgung ist ausgezeichnet.

Nicht erfüllte Wünsche für weiterführende Schulen in Pankow: 202

Im Berliner Schulsystem wech­seln die Schüler nach der 4. oder spä­tes­tens nach der 6. Klasse von der Grundschule an ein Gymnasium oder einer Integrierte Sekundarschule. Die Nachfrage nach Plätzen an den Pankower Integrierten Sekundarschulen und Gymnasien ist für das Schuljahr 2015/​2016 jedoch deut­lich höher als das Angebot an Plätzen.

Die Eltern sind ver­pflich­tet, ihr Kind an einer wei­ter­füh­ren­den Schule anzu­mel­den. Bei der Anmeldung gibt man Schulen als Erst‑, Zweit- und Drittwunsch an.

Ich bekam eine Übersicht zuge­sandt in der Bewerbungszahlen für das Schuljahr 2015/​2016 genannt wer­den. Die Daten sind in sich nicht kon­sis­tent, wei­sen aber eine Fehlerrate auf, die klein genug ist, um eine Übersicht zu erhalten.

Erstwünsche in Pankow insgesamt 2.210
Erfüllte Erstwünsche insgesamt 1.801
Erfüllte Zweitwünsche insgesamt 77
Erfüllte Drittwünsche insgesamt 50
Nicht erfüll­te Erst‑, Zweit- und Drittwünsche Integrierte Sekundarschule 97
Freie Plätze an Integrierten Sekundarschulen 148
Nicht erfüll­te Erst‑, Zweit- und Drittwünsche Gymnasium 105
Freie Plätze an Gymnasien 52
Nicht erfüll­te Erst‑, Zweit- und Drittwünsche insgesamt 202
Freie Plätze insgesamt 200

Schul-Nr. Schulname Plätze Erstwünsche Differenz
03K04 Gustave-Eiffel-Schule 104 22 +82
03K08 Hagenbeck-Schule 104 96 +8
03K05 Heinz-Brandt-Schule 104 97 +7
03K10 Hufeland-Schule 104 48 +56
03K09 Janusz-Korczak-Schule 104 104 0
03K03 Konrad-Duden-Schule 104 135 -31
03K01 Kurt-Schwitters-Schule 130 193 -63
03K02 Kurt-Tucholsky-Schule 130 210 -80
03K06 Reinhold-Burger-Schule 104 73 +31
03K07 Tesla-Schule 78 31 +47
03K11 Wilhelm-von-Humboldt-Schule 79 95 -16
03Y08 Carl-von-Ossietzky-Gymnasium 160 208 -48
03Y13 Felix-Mendelssohn-Bartholdy-Gymnasium 128 121 +7
03Y04 Heinrich-Schliemann-Gymnasium 96 93 +3
03Y03 Käthe-Kollwitz-Gymnasium 64 92 -28
03Y15 Max-Delbrück-Gymnasium 160 160 0
03Y14 Primo-Levi-Gymnasium 128 130 -2
03Y16 Robert-Havemann-Schule 160 100 +60
03Y10 Rosa-Luxemburg-Gymnasium 64 111 -47
Summen 2.105  2.119  ‑14

Was für eine Körperbeherrschung. Was für dämliche Kommentare auf Facebook.

https://www.facebook.com/chalany/videos/709642549092544/

Liste der besten Anagramme für Sebastian Wallroth

Mit Hilfes des Anagramm-Generators von Evans A Criswell, Mark Geiger und Ulrich Sibiller habe ich mir Buchstabenkombinationen mei­nes Namens Sebastian Wallroth aus­ge­ben las­sen. Hier mei­ne Lieblinge.

Photo by Isengardt
Tine, toll, Abwasser
Photo by Isengardt
  1. Rosa will abtasten
  2. Anti-toll: Abwasser
  3. Tina, toll, Abwasser
  4. Nil: Abwasser total
  5. So Niltal-abwa­erts
  6. Tina soll abwaerts
  7. Salto Nil-abwa­erts
  8. Bataillon was­sert
  9. Wie Ballast ans Tor
  10. Sie war Ballast (not)
  11. Walter ist so banal
  12. Laborant isst Wale
  13. Albatros niest Wal

Supercooles WordPress-Plugin für frei lizenzierte Bilder: ImageInject

Das habe ich mir schon lan­ge gewünscht! Vorgeschichte: Ich ver­su­che, in mei­nem Blog nur frei lizen­zier­te Bilder zu ver­wen­den und die Lizenzbedingungen genau ein­zu­hal­ten. Erste Hürde: Passende Bilder fin­den. Zweite Hürde: Die Lizenzbedingungen genau ein­hal­ten. Das alles nimmt mir ab sofort das WordPress-Plugin ImageInject ab.

Es erlaubt die Suche bei Pixabay und Flickr, fügt die Bilder in den Artikel ein und fügt lizenz­kon­for­me Informationen ein.

Wikimedia Commons wird noch nicht zur Suche ver­wen­det, weil dort die Lizenzinformationen noch nicht aus­rei­chend maschi­nen­les­bar sind. Daran wird jedoch gera­de bei Wikimedia Deutschland gear­bei­tet.

Wikimedia Deutschland und die Partizipation

Der Verein Wikimedia Deutschland hat über 19.000 Mitglieder. Davon brin­gen sich geschätzt über 100 regel­mä­ßig aus eige­nem Antrieb in die Vereinsarbeit ein, wo es geht: Sie kan­di­die­ren für Gremien und neh­men an den halb­jähr­li­chen Mitgliederversammlungen teil.

Fresco der heiligen Anna aus Farras (8. Jh. n. Chr.)

Fresco der hei­li­gen Anna aus Farras (8. Jh. n. Chr.)

Das soll viel­leicht anders wer­den. Gerade fin­det eine Wahl für eine Arbeitsgruppe Partizipation statt. Die soll die Nachfolge einer Arbeitsgruppe Wahlen antre­ten, die Online-Wahlen im Verein ermög­licht hat.

Der Verein hat auf dem Weg zu umfas­sen­der Partizipation noch einen wei­ten Weg vor sich. Vor allem muss sich offen­sicht­lich die Einstellung in den Köpfen ändern, wie die­ses Beispiel zeigt:

Zum 1. Mai die­sen Jahres tritt ein neu­er Vorstand sei­ne Arbeit an. Als ein­fa­ches Mitglied ken­ne ich der­zeit wenig mehr als sei­nen Namen. Darum habe ich eine Liste mit Fragen an den neu­en Vorstand ange­fan­gen und zur Diskussion gestellt. Die ers­ten Reaktionen waren:

Ist das ein Format, was mit ihm abge­spro­chen ist? 

[Der neue Vorstand] wird sein Diensttelefon am 1. Mai bekom­men, und Du möch­test ihm bis dahin schon mal 1000(!) Fragen auf den Anrufbeantworter quatschen?

Ich an Deiner Stelle, wür­de mir daher über­le­gen, die­sen Text wie­der aus dem Wiki zu nehmen

Weißt du schon, was du mit den Fragen machen möchtest?

Das klingt nicht nach Zustimmung oder Ermunterung. In der Folge wur­den jedoch auch Stimmen laut, die mei­ne Intention unter­stüt­zen, viel­leicht das Format in Frage stell­ten, aber auch neu­gie­rig auf die neue Person in der wich­tigs­ten Funktion des Vereins sind und nicht dar­auf war­ten wol­len, Infohäppchen prä­sen­tiert zu bekommen.

Denn so geht Partizipation nicht. SO ERSTICKT MAN PARTIZIPATION IM KEIM.

Kommentare zum Governance Review für Wikimedia Deutschland

Vintage Franz Zajizek Astronomical Clock machinery. Foto:  Jorge Royan, CC-BY-SA-3.0 via Wikimedia Commons

Vintage Franz Zajizek Astronomical Clock machine­ry. Foto: Jorge Royan, CC-BY-SA3.0 via Wikimedia Commons

Ich habe end­lich Zeit gefun­den, mich aus­führ­li­cher mit dem Governance Review für Wikimedia Deutschland zu beschäf­ti­gen (Erläuterungen, Dokument). Es gibt bereits eine rege Diskussion dazu. In die­sem Beitrag fas­se ich mei­ne Kommentare zusammen.

WMDE hat eine beacht­li­che zehn­jäh­ri­ge Erfolgsgeschichte, ver­bun­den mit einem gro­ßen Spendenaufwuchs (2013 war das Spendenaufkommen das 18fache von 2008) und raschem orga­ni­sa­to­ri­schem Wachstum, hin­ter sich. – S. 6

Es wer­den als mit der beacht­li­chen Erfolgsgeschichte ver­bun­den“ Spendenaufwuchs und orga­ni­sa­to­ri­sches Wachstum genannt. Das klingt, als soll­ten das die Belege für die Beachtlichkeit“ sein. Es soll­te her­aus­ge­stellt wer­den, dass dies Begleitumstände sind, die posi­tiv und nega­tiv auf die Vereinsgeschichte gewirkt haben.

Das 3. Präsidium agier­te des­halb bis zu den neu­en Wahlen im November 2014 mit 8 statt 10 Mitgliedern und einem nach­be­setz­tem Präsidiumsvorsitzenden. – S. 7

Warum wird das erwähnt? Werden damit Auswirkungen impli­ziert? Welche?

Die Einführung eines ange­mes­se­nen Kontrollinstruments ist für das Beraterteam eine prio­ri­tä­re Aufgabe sei­tens des Präsidiums – S. 11

Wieso ord­net das Beraterteam die­se Aufgabe dem Präsidium zu? Diese zeit­auf­wän­di­ge Aufgabe, die tie­fe Kenntnisse der Abläufe, Prozesse und Arbeitsweisen der Geschäftsstelle erfor­dert, ist mei­nes Erachtens dem Vorstand zuzu­ord­nen. Der kann dies an Mitarbeitende oder initi­al an exter­ne Beratende dele­gie­ren. Das Präsidium ist mit der Fortschreibung der Strategie sowie der Wahrnehmung der Kontrollfunktion genü­gend aus­ge­las­tet. Warum soll es den Aufbau eines Berichtswesens über­neh­men, was sehr spe­zi­el­le Kenntnisse und Erfahrungen bedarf? Warum soll es Aufgabe des Präsidiums sein, Vorgaben für die Berichterstattung zu machen? Es bedarf einer tie­fen Kenntnis der Arbeitsweise der Geschäftsstelle, um Vorgaben für Berichte zu machen zu kön­nen. Das Präsidium schreibt die stra­te­gi­sche Ausrichtung des Vereins fort. Die Vorgaben für den Vorstand erge­ben sich aus den Strategiepapieren, den Leitlinien, den Kommentaren zum Jahresplan und den Kommentaren zu den Berichten des Vorstands. Vorgaben zu Kennzahlen und Informationsbedarf kön­nen immer nur all­ge­mei­ner Natur sein. Die kon­kre­te Ausgestaltung erfolgt dann anhand der kon­kre­ten Berichte.

Zuständigkeit für die Strategie-Entwicklung – S. 11

Wieso wird nicht auf eine Einbindung des Präsidiums in die Jahresplanung ein­ge­gan­gen? Es wird zwar auf die Wichtigkeit der Einbindung des Vorstandes in die Strategieentwicklung ver­wie­sen – war­um aber nicht auf die eben­so logisch Einbindung des Präsidiums in die Planung der Umsetzung? Diese ist for­mal eben­falls nicht fest­ge­schrie­ben und in der Praxis erfolg­te eine rei­ne Alibi-Einbindung. Die Information liegt dem Beraterteam vor – war­um wird nicht dar­auf eingegangen?

Dies hat in der Vergangenheit zu Reibungen geführt, da Strategie-Entwicklung und Operationsplanung (Jahresplanung) nicht aus­rei­chend koor­di­niert waren – S. 11

Warum müs­sen die­se mehr koor­di­niert wer­den? Es hat ja nicht in jedem Jahr eine neue Strategie gege­ben. Die Jahresplanung ori­en­tiert sich an der vor­lie­gen­den Strategie. Wenn kei­ne geän­der­te vor­liegt, dann ist das so. Zudem sind Änderungen an der Strategie nicht vom hei­te­ren Himmel gefal­len, da der Vorstand immer eng in die Strategieentwicklung ein­ge­bun­den war. Strategie ist außer­dem etwas lang­fris­ti­ges. Hier wird schein­bar ein Strategieprozess gefor­dert, der jähr­lich pünkt­lich zu Beginn der Jahresplanung eine erneu­er­te Strategie vor­zu­le­gen hat. Da wird das Pferd von hin­ten aufgezäumt.

da (…) das Präsidium nicht immer den Strategiebildungsprozess strin­gent und zeit­nah vor­an­ge­trie­ben hat. – S. 12

Inwiefern muss eine Strategieplanung zeit­nah erfol­gen, bzw. zu was“ soll das Fortschreiben der Strategie zeit­nah“ sein? Zur Jahresplanung?

Zwar ist es dem Präsidium frei­ge­stellt, den Vorstand ein­zu­bin­den, dies ist aber nicht aus­rei­chend fest­ge­schrie­ben. – S. 12

Der Vorstand war immer sehr eng in die Strategieentwicklung ein­ge­bun­den, auch wenn das for­mal nicht fest­ge­schrie­ben war. Was ist durch die feh­len­de Formalie unter­blie­ben? Wird durch die Festschreibung der Vorstand tie­fer ein­ge­bun­den? Oder wird nur der bestehen­de Zustand for­ma­li­siert? Dieser Abschnitt erweckt jeden­falls den Eindruck, als ob durch die Festschreibung der Einbindung ein Mangel ent­stan­den wäre.

Ressort-Ansatz des Präsidiums – S. 13

In die­sem Abschnitt wird mei­nes Erachtens völ­lig ver­kannt, dass die Einführung des Ressort-Ansatzes ein Versuch des Präsidiums war, das man­gel­haf­te Berichtswesen zwi­schen Vorstand und Präsidium eigen­in­itia­tiv aus­zu­glei­chen. Durch das direk­te Gespräch mit den Bereichsleitern erhoff­ten sich die Präsidiumsmitglieder Informationen aus dem Geschäftsbetrieb, auf deren Grundlage sie bei der Umsetzung der aus den stra­te­gi­schen Vorgaben abge­lei­te­ten Planungen hel­fen und steu­ernd ein­grei­fen könn­ten. Die unter­schied­li­che Ausgestaltung des Ressort-Ansatzes ergab sich aus den unter­schied­li­chen Erfahrungen der Präsidiumsmitglieder. Ein wei­te­rer Faktor war die man­geln­de Begleitung der Einführung des Ressort-Ansatzes. Die Einführung beschränk­te sich auf die Vorlage der ent­spre­chen­den Geschäftsordnungsänderung durch ein Präsidiumsmitglied und einer rela­tiv kur­zen Beratung dazu. Der Ressort-Ansatz war nur ein Behelf und for­der­te den Präsidiumsmitgliedern Managementaufgaben ab, die im Ehrenamt für eine solch gro­ße Organisation nicht leist­bar sein. Zudem hal­te ich es grund­sätz­lich für falsch, dem Präsidium Managementaufgaben zuzuordnen.

Alternativ zu den Ressorts soll­ten vom Präsidium Arbeitsgruppen/​Arbeitskreise (…) ein­ge­rich­tet werden

Hier fehlt eine Empfehlung zur Zuständigkeiten und der Verbindlichkeit von in den Arbeitskreise erar­bei­te­ten Entscheidungsvorlagen. Wenn die vor­ge­schla­ge­nen Arbeitskreise kei­ne Alibi-Veranstaltungen wer­den sol­len, in denen die Zeit der Ehrenamtlichen fol­gen­los ver­brannt wird, soll­te hier eben­so kla­re Festlegungen getrof­fen wer­den, wie sie für die Strategieentwicklung ver­langt werden.

Die Ansprüche an Managementkompetenzen in einem Verein, der stark gewach­sen ist und meh­re­re Millionen Euro sinn­voll in Ergebnisse umset­zen soll, erfor­dern auch vom Präsidium hohe pro­fes­sio­nel­le Standards. – S. 15

An die­sem Punkt muss ich ent­schie­den und grund­sätz­lich wider­spre­chen. Das Präsidium ist kein Managementorgan. Ich bedie­ne mich der Einfachheit hal­ber bei Warren Bennis, weil ich mich vor kur­zem mit ihm beschäf­tig­te: Das Präsidium ist ein Führungsorgan (stra­te­gi­sche Ausrichtung fort­schrei­ben; Zielvorgaben für Vorstand for­mu­lie­ren; Geschäftsführung kon­trol­lie­ren und beauf­sich­ti­gen) kein Managementorgan. Manager und Führer machen voll­stän­dig unter­schied­li­che Sachen. Manager ver­wal­ten, Führer erneu­ern. Manager kon­zen­trie­ren sich auf Systeme und Strukturen, Führer auf Menschen und ihre Fähigkeiten. Manager fra­gen wie“ und wann“, Führer fra­gen was“ und war­um“. Manager akzep­tie­ren und fes­ti­gen den Status quo, Führer for­dern den gegen­wär­ti­gen Zustand immer wie­der her­aus. Manager machen die Sachen rich­tig, Führer machen die rich­ti­gen Dinge. Das Präsidium soll­te mit Managementaufgaben ver­traut sein, es mana­ged“ den Verein jedoch in kei­ner Weise. Trotz und wegen der fun­da­men­ta­len Unterschiede in der Herangehensweise von Vorstand und Präsidium soll­ten sie sich zum Wohle des Vereins ide­al ergän­zen. Vorstand und Präsidium sol­len sich nicht bekämp­fen, sie sol­len sich aber auch nicht anein­an­der anglei­chen. (Davon unab­hän­gig wird der Vorstand gegen­über den Bereichsleitungen der Geschäftsstelle wie­der­um als teil­wei­se als Führungsperson auf­tre­ten, um die Weiterentwicklung zu fördern.)

Kommunikations- und Abstimmungsprozesse erge­ben bei einer rela­tiv hohen Zahl von 10 Präsidiumsmitgliedern einen hohen Aufwand. – S. 15

Ich kann aus mei­ner mehr­jäh­ri­gen Erfahrung in der Präsidiumsarbeit kei­ne sich durch die Anzahl der Präsidiumsmitglieder erge­ben­den hohen Aufwände bei Kommunikations- und Abstimmungsprozesse erken­nen. Die Präsidiums erfolgt über­wie­gend asyn­chron, gestützt auf Online-Tools (Wiki, Google Drive, Mails), sowie syn­chron per Telefon und durch per­sön­li­che Treffen. Eine hohe oder nied­ri­ge Anzahl der Mitglieder hat­te mei­nes Erachtens kei­ne Auswirkung. Die Anzahl von zehn ermög­lich­te im Gegenteil immer, dass eine aus­rei­chen­de Anzahl der ehren­amt­li­chen Präsidiumsmitglieder zusam­men­kam, um Diskussionen vor­an­zu­trei­ben und Entscheidungen zu fällen.

Live Blog vom Wiki Loves Monuments 2015 Kickoff in Wiesbaden

Schloss Biebrich. Foto: Sebastian Wallroth. CC-BY-3.0

Schloss Biebrich. Foto: Sebastian Wallroth. CC-BY3.0

Am 20. März fand im Schloss Biebrich in Wiesbaden das Kickoff Meeting für den Wettbewerb Wiki Loves Monuments statt. Dies sind mei­ne unge­fil­ter­ten Notizen von der Tagung.

Meinungen zum gestrigen Gespräch mit dem Landesamt für Denkmalpflege Hessen

  • sehr auf­ge­schlos­sen, wenn auch im Detail zurückhaltend
  • das Amt erwar­tet von unse­rer Seite Vorleistungen, bevor man sich auf Projekte einlässt
  • wenig Initiative von deren Seite
  • posi­ti­ve Grundeinstellung von Amtsseite
  • für ein Amt gran­dio­se Offenheit
  • es hat sogar min­des­tens eine kon­kre­te Zusage gegeben
  • gut war, dass der Justitiar dem Projekt posi­tiv gegenübersteht
  • die Ämter haben Angst vor Klagen, zum Beispiel von Hauseigentümern, weil es nun neben der amt­li­chen Liste eine Liste in der Wikipedia gibt
  • wir haben eine typi­sche Behörde erlebt
  • es haben sich vie­le Möglichkeiten eröff­net, wir müs­sen dranbleiben
  • durch den per­sön­li­chen Kontakt war viel mög­lich, was am Telefon sonst nicht erreicht wer­den kann
  • Amt ist auch bereit, sich finan­zi­ell zu betei­li­gen, das braucht aber vie­le Monate Vorlauf
  • Amt hat Denkmallisten als Ausdruck angeboten
  • Hessen könn­te Pilotprojekt werden
  • Landesamt inter­es­siert dar­an, wel­che Kontakte die Wikipedia zu ande­ren Landesämtern haben

Rückblick auf vier Jahre Wiki Loves Monuments – Lessons learned

  • Bildbeschreibungen min­des­tens in Deutsch und Englisch
  • Bücher als Preise sind sehr gut angekommen
  • Denkmäler ohne Koordinaten sind teil­wei­se schwer zu finden
  • Jurysitzung
    • zen­tral in Deutschland wegen Reisezeiten
    • Ausstattung pla­nen, damit (Rechner, Beamer, Monitor, Software)
    • Jury, Jurysitzungsdatum und ‑ort sehr früh festlegen
  • Kriterien für Wettbewerb fest­le­gen und kommunizieren
  • Uploads schon wäh­rend des Wettbewerbzeitraums pflegen
  • es gab immer wie­der den Wunsch, dass der Upload auf Commons viel, viel ein­fa­cher wird
  • wir brau­chen mehr Öffentlichkeitsarbeit

Nachnutzung der Bilder ermöglichen, Teilnehmer gewinnen und ermuntern

Wünsche der Tagungsteilnehmer an Wiki Loves Monuments

  • jedes Denkmal soll min­des­tens ein Foto auf Commons haben
  • alle Denkmale sol­len in Denkmallisten in der Wikipedia erfasst sein
  • es soll­ten mehr qua­li­ta­tiv hoch­wer­ti­ge Bilder hoch­ge­la­den wer­den, was auch immer das heißt
  • es soll­te mehr Öffentlichkeitsarbeit geben

Fazit: drei Hauptrichtungen

  • voll­stän­dig bebil­der­te Denkmallisten
  • voll­stän­di­ge Informationen zu den ein­zel­nen Denkmalen
  • mög­lichst vie­le Fotos

Pause

  • Schloss Biebrich. Foto: Sebastian Wallroth, CC-BY-3.0

    Schloss Biebrich. Foto: Sebastian Wallroth, CC-BY3.0

    in Schloss Biebrich gibt es nur 10 bis 14 Termin im Jahr, an denen das ein­lie­gen­de Standesamt genutzt wer­den kann; ent­spre­chend groß ist der Andrang; im Schlosshof bil­de­ten sich klei­ne Haufen von Hochzeitsgesellschaften.

Zeile und Grundphilosophie von Wiki Loves Monuments 2015

  • mehr Artikel mit Fotos
  • mehr Fotos mit Beschreibungen
  • mehr Fotos mit Kategorisierung
  • mehr Partner

Projektideen

  • Orga
  • Zusammenarbeit mit Landesdenkmalämtern
  • Generierung von Denkmallisten
  • Fototouren
  • Kalender erstel­len
  • Upload-Prozess ver­ein­fa­chen

Wünsche an die Geschäftsstelle von Wikimedia Deutschland

  • Statistische Auswertung des Wettbewerbs
  • Infografiker bereit stellen
  • Programmierer für Commonsuploads bereit stellen
  • Pressebüro betrei­ben

Zeitplanung, Etappen und Meilensteine

Es gibt in Deutschland etwa 900.000 Baudenkmale.

  • laaaan­ge Diskussion zum alten und zum neu­en Flyer, pro­fes­sio­nel­le Öffentlichkeitsarbeit und das, was man sel­ber machen kann
  • zum Beispiel mit loka­len Zeitungen zusam­men­ar­bei­ten; das passt auch gut in’s Sommerloch
  • alle bra­in­dum­pen in ein Etherpad

Führung durch das Biebricher Schloss

  • die ehren­amt­li­che Schlossführerin ist eine wasch­ech­te Biebricherin mit Haaren auf Zähnen
  • Innenfotos dür­fen nicht für kom­mer­zi­el­le Zwecke ver­wen­det wer­den (trotz­dem knip­sen alle)

Jury und Preise

  • es müss­te mehr Preise als nur für die zehn Gewinner geben
  • Teilnahme am Wettbewerb soll­te per se gewür­digt werden
  • nicht nur Fotografen soll­ten Preise erhalten

Die Sitzung wird unter den Freien Himmel ver­tagt, da das Schloss schließt.

- Ende -

Wikimedia Lenken und Leiten: Fragen und Antworten zur Antragsgarage

Reichstag, Plenarsitzungssaal. Public Domain. Deutsches Bundesarchiv via Wikimedia Commons

Reichstag, Plenarsitzungssaal. Public Domain. Deutsches Bundesarchiv via Wikimedia Commons

Q: Wo warst Du am vor­letz­ten Wochenende?

A: Ich war bei einer Veranstaltung beim Verein Wikimedia Deutschland, bei der Anträge an die Mitgliederversammlung bespro­chen wur­den.

Q: Was ist denn ein Antrag?

A: Das obers­te Entscheidungsorgan im Verein ist die Mitgliederversammlung. Damit die etwas ent­schei­den kann, muss ein Antrag vor­lie­gen, den sie dann beschließt. Oder ablehnt.

Q:Was kann man denn beantragen?

A: Alles was den Verein betrifft. Da die Mitgliederversammlung alles beschlie­ßen kann, was den Verein betrifft, kann man auch alles beantragen

Anträge wer­den von Mitgliedern für alles mög­li­che miss­braucht, das nicht in einen Antrag gehört. (ehren­amt­li­cher Wikimedia Funktionär)

Q: Was gibt es denn außer Anträgen für Möglichkeiten, um im Verein etwas zu ver­än­dern oder voranzubringen?

A: Mitglieder kön­nen das Präsidium wäh­len und über den Jahresplan abstim­men. Außerdem wer­den die Mitglieder in die stra­te­gi­sche Planung ein­be­zo­gen. Letzteres jedoch mit for­mal unkla­ren Auswirkungen.

Q: Sind das nicht zu wenig Möglichkeiten für Mitglieder, um an der Vereinsarbeit teilzunehmen?

A: Das den­ke ich auch. Es ist dar­um kein Wunder, dass Antragsteller alles mög­li­che in die Form eines Antrags pres­sen, um sich Gehör zu ver­schaf­fen oder um etwas zu ver­än­dern und so zu am Vereinsleben teilzuhaben.

Die Antragsteller kip­pen etwas ein und der Verein soll’s machen. (ehren­amt­li­cher Wikimedia Funktionär)

Q: Wenn sich aus den beschlos­se­nen Anträgen Arbeitsaufgaben erge­ben, wer setzt die denn um?

A: Der Vorstand ist dafür ver­ant­wort­lich, die Beschlüsse umzusetzen.

Es nützt nichts, eine gute Idee anzu­brin­gen, die dann im luft­lee­ren Raum hängt. (ehren­amt­li­cher Wikimedia Funktionär)

Q: Erfährt der Antragsteller Zwischenstände über die Umsetzung sei­nes Antrags? Gibt es einen Schlussbericht?

A: Das ist der­zeit nicht Brauch in unse­rem Verein.

Q: Warum nicht?

A: Das weiß ich nicht.

Die Antragsteller kom­men mit einem Antrag an und dann wer­den sie nie wie­der gese­hen. (Wikimedia Mitarbeiter)

Q: Aber der Antragsteller ist doch irgend­wie ver­ant­wort­lich für sei­nen Antrag, oder? Ist er nicht irgend­wie in der Pflicht, sich nach dem Stand der Umsetzung zu erkun­di­gen oder Hilfe anzubieten?

A: Der Antrag des Antragstellers wird von der Mitgliederversammlung beschlos­sen. Danach beauf­tragt die Mitgliederversammlung den Vorstand mit der Umsetzung des Beschlusses. Der Antragsteller ist damit raus aus der Verantwortung. Er ist frei­lich ein inter­es­san­ter Ansprechpartner für den Vorstand, da er sich ver­mut­lich bes­tens mit dem Thema auskennt.

Q: Wenn der Antragsteller eigent­lich nichts mit dem Beschluss zu tun hat – wie kann er dann die Umsetzung des Beschlusses beeinflussen?

A: Strenggenommen kann der Antragsteller die Umsetzung oder einen Bericht über die Umsetzung beim Vorstand nicht ein­for­dern. Er kann aber die Mitgliederversammlung dar­an erin­nern, dass dies ein­ge­for­dert wird. Notfalls mit einem Antrag.

Anträge müs­sen kon­kre­te Lösungsmöglichkeiten ent­hal­ten. (ehren­amt­li­cher Wikimedia Funktionär)

Anträge dür­fen nicht zu detail­liert sein, denn die Geschäftsstelle ist an den Wortlaut gebun­den. (Wikimedia Mitarbeiter)

Q: Das fin­de ich verwirrend.

A: Es ist was es ist.

Das Projekt FFW soll­te auf­ge­löst wer­den, denn die zuge­hö­ri­ge Antragsdiskussion ist schwie­rig und belas­tet. (Wikimedia Mitarbeiter)

Q: Manchmal ist ein har­ter Schnitt bei einer schwie­ri­gen und lang­wie­ri­gen Diskussion bestimmt gut, oder?

A: Demokratische Willensbildung ist immer schwie­rig und belas­tet. Es ist har­te Arbeit und muss nicht zwin­gend zu kla­ren Ergebnissen füh­ren. Ein neu­er Ansatz kann sehr erfri­schend sein, darf jedoch nicht dazu füh­ren, dass man die in den vor­her­ge­hen­den Diskussionen erlang­ten Erkenntnisse verwirft.

Q: Die von Dir aus­ge­wähl­ten Zitate erwe­cken den Eindruck, als ob mit den Antragstellern geschimpft wur­de. War das denn so?

A: Nein, das war nicht so. In der Diskussion wur­de deut­lich, dass der Umgang mit Anträgen und Beschlüssen im Verein ver­bes­sert wer­den muss. Es muss über die Umsetzung von Beschlüssen berich­tet wer­den. Die Antragsteller müs­sen ein­ge­bun­den wer­den, wenn die dazu bereit sind. Bei der Veranstaltung wur­de frei von der Leber weg dis­ku­tiert, da kling man­ches Zitat här­ter, als es im Zusammenhang gemeint war.

Q: Gab es noch ande­re Themen?

A: Ja, es wur­de über Partizipation gespro­chen, aber ich war in einer Diskussionsrunde zur Jahresplanung. Bei der Diskussion zur Partizipation wur­de unter ande­rem über die Tücken der Anwendung von Onlinewahlen gesprochen.

Q: Was ist denn da so schwierig?

A: Ich war lei­der nicht bei der Diskussion dabei. Ich habe jedoch die Vermutung, dass viel ein­fa­che­re Methoden der Partizipation noch gar nicht in Betracht gezo­gen wur­den. Wenn sich eine hoch moti­vier­te Handvoll Freiwilliger mit kom­pli­zier­tem Regelwerk aus­ein­an­der­setzt, könn­te das Ergebnis nur ein hoch kom­pli­zier­tes Regelwerk sein. Die Partizipation könn­te auf der Strecke blei­ben. Ist aber nur so ein Gedanke von mir. Wenn die Online-Wahlen so kom­pli­ziert sind, könn­te man das zuge­hö­ri­ge Tools zunächst für Meinungsbilder ein­set­zen, um den Gebrauch zu üben.

Partizipation ist bei Wikimedia Deutschland bis­her nicht gelun­gen, und das nicht, weil das nie­mand will. (ehren­amt­li­cher Wikimedia Funktionär)

Q: Warum redet ihr im Verein so viel über Partizipation und macht es nicht einfach?

A: Ich glau­be fast, dass der Verein das mit der Einbindung von Freiwilligen und Mitgliedern in sei­ne Arbeit dem­nächst ganz sein las­sen wird. Dass es auch ohne gut geht, sieht man an der gegen­wär­ti­gen Arbeitsweise der Geschäftsstelle. Ich fürch­te nur, dass die­se Entscheidung zu einer Loslösung aus der Wikimedia Bewegung führt. Vor allem aber wird die Finanzierung über selbst­ge­schal­te­te Spendenbanner in der Wikipedia dann nicht mehr begründ­bar sein.

Q: Da Greenpeace ohne die­ses Partizipationsdings funk­tio­niert, könn­te das hier doch auch gehen, oder?

A: Ja, kann es. Es wäre auch nicht die ers­te Organisation, die sich aus der Wikimedia Bewegung her­aus grün­det. Aber das wäre dann nicht mehr mein Verein.

Vollständige Partizipation ist genau­so uner­reich­bar wie der Weltfrieden. (ehren­amt­li­cher Wikimedia Funktionär)

Q: Stimmt doch, oder?

A: Ja, aber jede Verallgemeinerung ist gefähr­lich. Es gibt doch Abstufungen zwi­schen Weltkrieg und Weltfrieden.

Man kann doch nicht die Mitglieder über Entlassung von Mitarbeitern abstim­men las­sen. (ehren­amt­li­cher Wikimedia Funktionär)

Q: Wenn ich jetzt Stimmt doch, oder?“ fra­ge, gibst Du mir dann die­sel­be Antwort wie eben?

A: Ja.

Q: Gab es etwas, was Dich über­rascht hat?

A: Ja, die­ses Zitat eines ehe­ma­li­gen Mitarbeiters der Geschäftsstelle:

Die Geschäftsstelle ist eine Blackbox. Man weiß nicht, was dort gemacht wird. Auch als Mitarbeiter weiß man wenig dar­über, was in der Nachbarabteilung pas­siert. (ehe­ma­li­ger Wikimedia Mitarbeiter)

Q: Was hat dich dar­an überrascht?

A: Ich habe die­se Erfahrung selbst gemacht, als ich für ein paar Monate nicht im Präsidium mit­ge­ar­bei­tet habe. Ich habe jedoch den Eindruck, dass ich die­se Erfahrung nicht durch Erzählungen ver­mit­teln kann. Meine Zuhörer ver­ste­hen nicht oder erst nach sehr lan­ger Zeit, was ich über die­se Erfahrung erzäh­le. Anscheinend muss man selbst in die Lage kom­men, bevor man Verständnis dafür hat. Jetzt von jeman­dem genau mei­ne Erfahrung aus­spre­chen zu hören, hat mich überrascht.

Q: Hat Dir die Veranstaltung gefallen?

A: Ja, sehr. Ich konn­te mich über den Jahresplan und das Stellen von Anträgen aus­tau­schen. Wenn ich allein in mei­ner Stube sit­ze, kom­me ich viel schwe­rer oder gar nicht mit sol­chen Themen vor­an. Das soll­te unbe­dingt fort­ge­führt oder aus­ge­baut werden.


P.S. Man lese auch: Wikimedia len­ken und for­men: die ers­te Antragsgarage von WMDE fand statt.

Ich bin ein Anti-Bremser

Historische Luer-Lock-Spritze, Glas und Metall, zerlegbar. Foto: Stefan Bellini, CC0, via Wikimedia Commons

Historische Luer-Lock-Spritze, Glas und Metall, zer­leg­bar. Foto: Stefan Bellini, CC0, via Wikimedia Commons

(Übersetzung des Blogs I’m an Anti-Braker“ von Robert Moore Jr.)

Leute, ich woll­te Euch über eine per­sön­li­che Entscheidung infor­mie­ren, die ich kürz­lich traf. Ich will wirk­lich nicht dar­über dis­ku­tie­ren, woll­te aber hier mei­nen Standpunkt klar machen. Bitte seid respekt­voll. Das ist ein wirk­lich lan­ger Beitrag, bit­te lest ihn vollständig.

Ich wer­de die Bremsen aus mei­nem Auto ent­fer­nen. Das ist kei­ne unüber­leg­te Entscheidung, also hört zu.

Vor ein paar Wochen sah ich einen Autounfall – zwei Leute fuh­ren zur glei­chen Zeit über eine Kreuzung. Beide tra­ten gleich­zei­tig auf die Bremse und stie­ßen zusam­men. Glücklicherweise wur­de nie­mand ernst­haft verletzt.

Aber plötz­lich wur­de mir eines klar – wenn sie die Kreuzung ein­fach über­quert hät­ten, wären sie nicht zusam­men­ge­sto­ßen. Die Bremsen haben den Unfall VERURSACHT!

Deshalb beschloss ich, eige­ne Nachforschungen anzu­stel­len und was ich her­aus­fand war *erschüt­ternd*: Hunderte Menschen wer­den jedes Jahr wegen unnö­ti­gen Bremsens ernst­haft ver­letzt. Einmal fuhr ich bei Schnee und trat nur leicht auf die Bremse und so VERLOR ICH VOLLSTÄNDIG DIE KONTROLLE über mein Auto. Meine Bremsen hät­ten mich leicht töten kön­nen. Noch erstaun­li­cher ist, wie oft Bremsen die Bremsscheiben ver­zie­hen und ver­bie­gen, was zu unre­gel­mä­ßi­ger Fahrt und quiet­schen­den Rädern führt.

Und weißt Du was? Ich habe her­aus­ge­fun­den, dass vor Jahrzehnten Bremsen über­haupt nicht benutzt wur­den! Die Leute kon­trol­lier­ten die Geschwindigkeit ihrer Fahrzeuge durch Herunterschalten oder Motorbremsen. Vielleicht ist es nur ein zufäl­li­ges Zusammentreffen, aber zu Zeiten, als die Motorbremse ver­wen­det wur­de, gab es fast kei­ne Autounfälle. Damals wur­den Autounfälle NIEMALS durch Bremsen verursacht.

Nachdem ich ein wenig tie­fer gegra­ben hat­te, stieß ich auf eine ruch­lo­se Verschwörung – Mechaniker: Genau die Leute, denen wir ver­trau­en, wenn sie an unse­ren Autos arbei­ten und sich um unse­re Autos küm­mern – wer­den BEZAHLT um Bremsen ein­zu­bau­en und zu ver­än­dern! Du GLAUBST viel­leicht, dass sie sich um unse­re und die Sicherheit unse­rer Autos küm­mern – aber sie tun es schlicht für die $49,99 Bremsbelaginstallationen.

Also wies ich mei­nen Mechaniker an, die Bremsen aus mei­nem Auto zu ent­fer­nen und ich war ange­wi­dert, wie schlecht er mich behan­del­te. Er beschul­dig­te mich der Ignoranz als ich dar­leg­te, wie viel Drehmoment Bremsen in ihre Bremsscheiben ein­brin­gen. Er wuss­te nicht ein­mal, wie viel Drehmoment eine Bremsscheibe auf­neh­men kann, bevor sie ver­biegt!!! Er sag­te Bremsscheiben sind so ent­wor­fen, dass sie zusam­men­ge­presst wer­den, das ist nicht das tat­säch­li­che Problem“ und lehn­te mich voll­stän­dig ab.

Dann hat­te er die NERVEN mir zu sagen, dass mei­ne per­sön­li­che Entscheidung Konsequenzen haben wür­de, da ich jeder­mann um mich her­um gefähr­den wür­de. Das war’s dann für mich, ich suche mir einen neu­en Mechaniker. Das Problem ist, dass so vie­le Mechaniker gekauft sind und von der Automobilindustrie bezahlt wer­den, dass ALLE dar­auf behar­ren, dass mein Auto Bremsen haben müss­te. Die meis­ten sehen sich mein Auto gar nicht wegen ande­re Dinge an, weil sie behaup­ten, dass ein brem­sen­lo­ses Auto ihrem Geschäft und ande­ren Autos scha­den könn­te. Was für ein Haufen Mist, sie mögen ein­fach die nicht, die an alter­na­ti­ve Bremstechniken glauben.

Nun schal­tet sich natür­lich die groß­ar­ti­ge Regierung ein und sagt ich *MÜSSTE* Bremsen ver­wen­den. Dass es nicht nur um mich gin­ge und dass ich ande­ren Menschen scha­den könn­te. Wo bleibt der per­sön­li­che Entscheidungsspielraum? Wo bleibt die Freiheit?

Alles was ich vor­schla­ge ist, prü­fe es selbst nach. Höre nicht auf den TÜV und den ADAC und die gro­ßen Automobilkonzerne. Ich traf eine per­sön­li­che Entscheidung für mei­ne Familie; wir sagen ein­fach Nein zu Bremsen. Wir benut­zen natür­li­che Mittel, wie die Gravitation und stem­men unse­re Füße auf die Erde um anzu­hal­ten. Außerdem: was für mich als Kind auf dem Fahrrad gut war, soll­te gut genug für mei­ne Kinder in mei­nem Auto sein.

Bitte bleibt bei Euren Kommentaren respektvoll!

Haftungsausschluss: Ich bin kein Mechaniker und kann nicht als aus­rei­chen­de Quelle für Informationen in Autofragen her­an­ge­zo­gen werden.