Fresco der heiligen Anna aus Farras (8. Jh. n. Chr.)

Wikimedia Deutschland und die Partizipation

Der Verein Wikimedia Deutschland hat über 19.000 Mitglieder. Davon bringen sich geschätzt über 100 regelmäßig aus eigenem Antrieb in die Vereinsarbeit ein, wo es geht: Sie kandidieren für Gremien und nehmen an den halbjährlichen Mitgliederversammlungen teil.

Fresco der heiligen Anna aus Farras (8. Jh. n. Chr.)
Fresco der heiligen Anna aus Farras (8. Jh. n. Chr.)

Das soll vielleicht anders werden. Gerade findet eine Wahl für eine Arbeitsgruppe Partizipation statt. Die soll die Nachfolge einer Arbeitsgruppe Wahlen antreten, die Online-Wahlen im Verein ermöglicht hat.

Der Verein hat auf dem Weg zu umfassender Partizipation noch einen weiten Weg vor sich. Vor allem muss sich offensichtlich die Einstellung in den Köpfen ändern, wie dieses Beispiel zeigt:

Zum 1. Mai diesen Jahres tritt ein neuer Vorstand seine Arbeit an. Als einfaches Mitglied kenne ich derzeit wenig mehr als seinen Namen. Darum habe ich eine Liste mit Fragen an den neuen Vorstand angefangen und zur Diskussion gestellt. Die ersten Reaktionen waren:

Ist das ein Format, was mit ihm abgesprochen ist? 

[Der neue Vorstand] wird sein Diensttelefon am 1. Mai bekommen, und Du möchtest ihm bis dahin schon mal 1000(!) Fragen auf den Anrufbeantworter quatschen?

Ich an Deiner Stelle, würde mir daher überlegen, diesen Text wieder aus dem Wiki zu nehmen

Weißt du schon, was du mit den Fragen machen möchtest?

Das klingt nicht nach Zustimmung oder Ermunterung. In der Folge wurden jedoch auch Stimmen laut, die meine Intention unterstützen, vielleicht das Format in Frage stellten, aber auch neugierig auf die neue Person in der wichtigsten Funktion des Vereins sind und nicht darauf warten wollen, Infohäppchen präsentiert zu bekommen.

Denn so geht Partizipation nicht. SO ERSTICKT MAN PARTIZIPATION IM KEIM.

 

 

2 Gedanken zu „Wikimedia Deutschland und die Partizipation“

  1. Ist es für dich wirklich so schwer verständlich, dass diese Fragen nun einmal wie die Inquisition wirken? Ich habe keinen Zweifel, dass du nicht wolltest, dass es so verstanden wird. Es ändert aber nichts daran, dass es sehr leicht fällt, deine Fragenliste so zu interpretieren. Daraus kann man zwei verschiedene Schlüsse ziehen: entweder “muss sich offensichtlich die Einstellung in den Köpfen [der Anderen] ändern” oder du erkennst, dass deine Herangehensweise suboptimal war und suchst eine andere, die geeingeter ist, das von dir gewünschte Ziel zu erreichen. Angesichts des beträchtlichen Aufwands, den du reinstecken müsstest, um Ersteres zu erreichen, wäre meine Empfehlung, es mit Letzterem zu versuchen.

  2. Ich verstehe, dass das Format nicht so toll ist. Es ist bisher nicht mehr als ein Braindump, keine ausgefeilte Kommunikationstrategie. Aber ich hätte mir gewünscht, dass die Idee, die Kommunikation mit dem neuen Vorstand bereits vor Jobantritt vorzubereiten aufgegriffen und gemeinsam angegangen wird. Das ist inzwischen auch geschehen; die ersten Reaktionen waren jedoch abschreckend.

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