Am 25. März ist Document Freedom Day

Stadtarchiv Herne, Lastenausgleichsakten. Foto: Arnoldius, CC-BY-SA-3.0 via Wikimedia Commons
Stadtarchiv Herne, Lastenausgleichsakten. Foto: Arnoldius, CC-BY-SA-3.0 via Wikimedia Commons

Der Document Freedom Day ist ein weltweiter Aktionstag, der eingeführt wurde, um auf die Bedeutung offener Standards hinzuweisen. Offen sind Standards, die für alle Marktteilnehmer besonders leicht zugänglich, weiterentwickelbar und einsetzbar sind. Der Document Freedom Day wird am letzten Mittwoch im März begangen. An diesem Tag finden weltweit Veranstaltungen statt, bei denen Internetauftritte ausgezeichnet werden, die offene Standards als Regel anbieten.

In Berlin plant die Berlin Linux User Group BeLUG einen Themenabend Document Freedom Day in den Vereinsräumen in der Lehrter Straße 53 ab 16:00.

Ist Wikimedia dogmatisch?

Free Beer. Foto: Tom Morris CC-BY-SA-3.0 via Wikimedia Commons
Free Beer. Foto: Tom Morris CC-BY-SA-3.0 via Wikimedia Commons

Bei einem Gespräch in der letzten Woche sagte mir ein Freund, dass er mich gut leiden könne, aber bei Wikimedia wolle er nicht mitmachen. Wir seien ihm zu dogmatisch.

Sind wir dogmatisch?

Wir wollen bei Wikimedia wollen

  1. Wissen schriftlich und in Bildern und Tönen zusammentragen,
  2. dass jeder dabei mitmachen kann und
  3. dass sich jeder das Gesammelte für was-auch-immer verwenden kann.

Das schließt aus,

  1. dass geschönte (z. B. Werbung, PR, Propaganda) oder verleumdende (z. B. Politik, PR) Informationen hinzugefügt werden und
  2. dass Texte, Bilder oder Töne hinzugefügt werden, die nicht von jedem für was-auch-immer verwendet werden können.

Mal in der Wikipedia nachgeschaut:

Unter einem Dogma (altgriechisch δόγμα, dógma, „Meinung, Lehrsatz; Beschluss, Verordnung“) versteht man eine feststehende Definition oder eine grundlegende, normative (Lehr-)Meinung, deren Wahrheitsanspruch als unumstößlich festgestellt wird. 1

Was ist unsere grundlegende, unumstößliche Meinung? Unsere Wissenssammlung soll frei sein. “Frei” wie in “Freiheit” und wie in “Freibier”. Wenn das als zu dogmatisch gilt, kann ich damit leben.

Notes:

  1. Seite „Dogma“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 18. September 2013, 17:14 UTC. URL: http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Dogma&oldid=122660948 (Abgerufen: 10. November 2013, 11:03 UTC)

Ich backe Brot

Graubrot. Foto: Sebastian Wallroth, CC-BY-3.0
Graubrot. Foto: Sebastian Wallroth, CC-BY-3.0

Etwas Salz, Roggenmehl, Weizenmehl, etwas warmes Wasser und ein Würfel Hefe. Kosten der Zutaten: etwa 2,50 EUR. Rühren, ruhen lassen, noch ein bisschen ruhen lassen, backen.

Es erstaunt mich immer wieder, wie einfach Lebensmittel hergestellt werden können. Warum habe ich das nicht als Kind gelernt?

Pockey Lam über Computerunterricht für Migrantenkinder in Peking auf der #OpenSym

Pockey Lam at OpenSym + WikiSym 2013 in Hong Kong. Foto: Sebastian Wallroth, <a href="https://creativecommons.org/licenses/by/3.0/">CC-BY-3.0</a>
Pockey Lam at OpenSym + WikiSym 2013 in Hong Kong. Foto: Sebastian Wallroth, CC-BY-3.0

In der Eröffnungsrede der WikiSym + OpenSym 2013 stellte Pockey Lam das Projekt Greenboard vor.

Im Projekt stellen Freiwillige bedürftigen Migrantenkindern in Peking kostenlose, fertig eingerichtete PCs zur Verfügung. In den (privaten) Schulen für Arbeitsmigrantenkinder in Peking herrschen Dritte-Welt-Bedingungen: keine Heizung, baufällige Häuser, schlecht ausgebildete und schlecht bezahlte Lehrer. Migrantenkinder können nicht in öffentliche Schulen gehen; dass dürften sie nur an ihren Heimatorten. Die Freiwilligen richteten mit viel Enthusiasmus und hohem Zeitaufwand ausgemusterte PCs mit Freier Software ein.

Kurze Zeit nach der Fertigstellung wurde die Software jedoch zu Gunsten von Microsoft-Produkten deinstalliert. Microsoft Windows ist China legal kostenlos erhhältlich; Pockey Lam nennt die Vertriebsmethode „wie im Drogenhandel“. Von Microsoft wurden außerdem gedruckte Lehrmaterialien kostenlos zur Verfügung gestellt. Die Lehrer ließen sich darauf ein, da es für die Freie Software zu wenig Inhalte und Anleitungen gab.

Nach eine kurzen Phase der Depression konzentrierten sich die Aktivisten auf die Ursachen: Das fehlen von Freien Inhalten und Freien Bildungsmaterialien (Open Content + Open Educational Ressources, OER). In der Folge ergriffen sie folgende Maßnahmen

  • Gespräche mit den Lehrern
  • Übersetzen von und Anfertigen von Unterrichtsmaterialien für die Freie Software Rur-ple, mit der Kinder die Programmiersprache Python
  • Einrichten von Klassenräumen: Renovieren, Tafel, Heizung, Gebäudestabilität, Internet
  • Installation der Software iTALC, mit der Lehrer die PCs der Schüler steuern und betrachten können, auch wenn verschiedene Betriebssysteme im Einsatz sind
  • Ausbildung der Lehrer in vier mal anderthalb Stunden, da die meisten äußerst geringe Computerkenntnisse haben

Die weitere Arbeit konzentriert sich auf folgendes

  • Erstellung eines vorinstallierten USB-Sticks
  • Erweiterung der Lehrmaterialien

Weitere Informationen zum Projekt gibt es unter http://www.greenboard.org/