Ich bin ein Anti-Bremser

Historische Luer-Lock-Spritze, Glas und Metall, zerlegbar. Foto: Stefan Bellini, CC0, via Wikimedia Commons
Historische Luer-Lock-Spritze, Glas und Metall, zerlegbar. Foto: Stefan Bellini, CC0, via Wikimedia Commons

(Übersetzung des Blogs “I’m an Anti-Braker” von Robert Moore Jr.)

Leute, ich wollte Euch über eine persönliche Entscheidung informieren, die ich kürzlich traf. Ich will wirklich nicht darüber diskutieren, wollte aber hier meinen Standpunkt klar machen. Bitte seid respektvoll. Das ist ein wirklich langer Beitrag, bitte lest ihn vollständig.

Ich werde die Bremsen aus meinem Auto entfernen. Das ist keine unüberlegte Entscheidung, also hört zu.

Vor ein paar Wochen sah ich einen Autounfall – zwei Leute fuhren zur gleichen Zeit über eine Kreuzung. Beide traten gleichzeitig auf die Bremse und stießen zusammen. Glücklicherweise wurde niemand ernsthaft verletzt.

Aber plötzlich wurde mir eines klar – wenn sie die Kreuzung einfach überquert hätten, wären sie nicht zusammengestoßen. Die Bremsen haben den Unfall VERURSACHT!

Deshalb beschloss ich, eigene Nachforschungen anzustellen und was ich herausfand war *erschütternd*: Hunderte Menschen werden jedes Jahr wegen unnötigen Bremsens ernsthaft verletzt. Einmal fuhr ich bei Schnee und trat nur leicht auf die Bremse und so VERLOR ICH VOLLSTÄNDIG DIE KONTROLLE über mein Auto. Meine Bremsen hätten mich leicht töten können. Noch erstaunlicher ist, wie oft Bremsen die Bremsscheiben verziehen und verbiegen, was zu unregelmäßiger Fahrt und quietschenden Rädern führt.

Und weißt Du was? Ich habe herausgefunden, dass vor Jahrzehnten Bremsen überhaupt nicht benutzt wurden! Die Leute kontrollierten die Geschwindigkeit ihrer Fahrzeuge durch Herunterschalten oder Motorbremsen. Vielleicht ist es nur ein zufälliges Zusammentreffen, aber zu Zeiten, als die Motorbremse verwendet wurde, gab es fast keine Autounfälle. Damals wurden Autounfälle NIEMALS durch Bremsen verursacht.

Nachdem ich ein wenig tiefer gegraben hatte, stieß ich auf eine ruchlose Verschwörung – Mechaniker: Genau die Leute, denen wir vertrauen, wenn sie an unseren Autos arbeiten und sich um unsere Autos kümmern – werden BEZAHLT um Bremsen einzubauen und zu verändern! Du GLAUBST vielleicht, dass sie sich um unsere und die Sicherheit unserer Autos kümmern – aber sie tun es schlicht für die $49,99 Bremsbelaginstallationen.

Also wies ich meinen Mechaniker an, die Bremsen aus meinem Auto zu entfernen und ich war angewidert, wie schlecht er mich behandelte. Er beschuldigte mich der Ignoranz als ich darlegte, wie viel Drehmoment Bremsen in ihre Bremsscheiben einbringen. Er wusste nicht einmal, wie viel Drehmoment eine Bremsscheibe aufnehmen kann, bevor sie verbiegt!!! Er sagte “Bremsscheiben sind so entworfen, dass sie zusammengepresst werden, das ist nicht das tatsächliche Problem” und lehnte mich vollständig ab.

Dann hatte er die NERVEN mir zu sagen, dass meine persönliche Entscheidung Konsequenzen haben würde, da ich jedermann um mich herum gefährden würde. Das war’s dann für mich, ich suche mir einen neuen Mechaniker. Das Problem  ist, dass so viele Mechaniker gekauft sind und von der Automobilindustrie bezahlt werden, dass ALLE darauf beharren, dass mein Auto Bremsen haben müsste. Die meisten sehen sich mein Auto gar nicht wegen andere Dinge an, weil sie behaupten, dass ein bremsenloses Auto ihrem Geschäft und anderen Autos schaden könnte. Was für ein Haufen Mist, sie mögen einfach die nicht, die an alternative Bremstechniken glauben.

Nun schaltet sich natürlich die großartige Regierung ein und sagt ich *MÜSSTE* Bremsen verwenden. Dass es nicht nur um mich ginge und dass ich anderen Menschen schaden könnte. Wo bleibt der persönliche Entscheidungsspielraum? Wo bleibt die Freiheit?

Alles was ich vorschlage ist, prüfe es selbst nach. Höre nicht auf den TÜV und den ADAC und die großen Automobilkonzerne. Ich traf eine persönliche Entscheidung für meine Familie; wir sagen einfach Nein zu Bremsen. Wir benutzen natürliche Mittel, wie die Gravitation und stemmen unsere Füße auf die Erde um anzuhalten. Außerdem: was für mich als Kind auf dem Fahrrad gut war, sollte gut genug für meine Kinder in meinem Auto sein.

Bitte bleibt bei Euren Kommentaren respektvoll!

Haftungsausschluss: Ich bin kein Mechaniker und kann nicht als ausreichende Quelle für Informationen in Autofragen herangezogen werden.

Deutsche Architekten sind zu dämlich zum Schwitzen

gouttes de transpiration sur peau humaine. foto: Minghong, CC-BY-SA-3.0, via Wikimedia Commons
gouttes de transpiration sur peau humaine. foto: Minghong, CC-BY-SA-3.0, via Wikimedia Commons

Es ist zu warm. Wenn ich in einem Raum sitze und die Lufttemperatur 26 °C übersteigt, merke ich das. Mein Körper fährt runter. Das Gehirn wird langsamer. Die Stimmung sinkt. Kein Quatsch. Ich leide.

Ich leide unter dämlichen Architekten. Architekten, die zu zweit in riesigen 3,60 m hohen Altbauwohnungen sitzen und sich Betonwüsten ausdenken. Oder Passivhäuser. Architekten, die dem Dämmwahn aufgesessen sind. Die in Deutschland peinlich genau darauf achten, dass es im Winter in den Wohnungen immer schön kuschlig warm ist.

Werfen wir einen Blick auf die Jahrestemperaturen von 1761 bis 2013:

Temperaturreihe Deutschland, 30 und 10 jährig geglättet
Temperaturreihe Deutschland, 30 und 10 jährig geglättet

Na, könnt ihr es erkennen? Auch die Architekten unter euch?

ES WIRD IMMER WÄRMER IN DEUTSCHLAND! ES IST KACKE HEIß IM SOMMER IN DEUTSCHLAND. UND IN NACH EUREN SCHEIß ENTWÜRFEN GEBAUTEN HÄUSERN IST ES IM SOMMER AUCH KOTZIG HEIß IM SOMMER! 27 °C, 28 °C, 29 °C IST VIEL ZU HEIß! DEN LEUTEN, DIE IN EUREN WUNDERPALÄSTEN SITZEN MÜSSEN, TROPFT DER SCHWEIß VON DEN ARMEN AUF DEN TISCH. TROPF! TROPF! TROPF!

Es kann doch nicht so schwer sein, Häuser zu bauen, in denen es süße 22 °C ist, auch wenn draußen die Großwetterlage 31 °C im Schatten beschert. Das kriegen die Leute doch anderswo auch hin. Soweit muss man gar nicht gehen. Neulich war ich bei Bekannten in einem stinknormalen Mehrfamilienhaus aus dem 1960er Jahren. DA WAR ES KÜHL DRIN! Da war kein dämliches Styropor draufgeklebt. Es gab nur simples zweischaliges Mauerwerk und Doppelfenster. UND ES WAR KÜHL DRIN! Wie mir die Bekannten versicherten, ist es Winter auch schön warm. GEHT DOCH!

Und wenn hier ein einziger “Ventilator” auch nur denkt – der kriegt gescheuert. DIE BLASEN DIE TROPFEN VON MEINEN ARMEN MIT PISSWARMER LUFT SEITLICH VON MEINEN ARMEN RUNTER. Prima! Da fallen sie nicht mehr in die Tastatur. Da freut sich der IT-Fritze.

Und jetzt reißt Euch zusammen und fangt an, auch in Deutschland Häuser zu bauen, in denen man es im Sommer aushalten kann!

Kein Mensch weiß genau, warum wir im Wasser schrumplige Finger kriegen. Aber es wird geforscht.

Wissenschaftler glauben, dass mit Schrumpelfingern Speere nicht aus der Hand glitschen können. Ich freue mich, dass die menschliche Neugier unendlich ist.

Ein StartUp ist keine kleinere Version einer großen Firma

Der US-amerikanische Serial Entrepreneur und Dozent für Unternehmertum Steve Blank schreibt am 14. Januar 2010 in seinem Blog über die Umwandlungsphasen von einem skalierbaren StartUp zu einer großen Firma.

Blank verweist auf die vor 500 Jahren in Europa verbreitete Ansicht, dass ein Kind eine kleine Ausgabe eines Erwachsenen sei. Und genau so, wie diese Ansicht verworfen wurde, verwirft er auch die Anwendung von Business-Regeln für große Firmen auf StartUps. Eine Firma durchläuft von ihrem Weg aus der Garage hin zu Google drei getrennte Entwicklungsstadien.

1. Stadium: Das wachstumsfähige StartUp

Das wachstumsfähige (skalierbare) StartUp wird mit dem Vorsatz gegründet zu wachsen. Die Gründer glauben eine große Idee zu haben, aus der sie durch das Aufbrechen von Märkten, die Übernahme von Kunden oder die Schaffung neuer Märkte ein Multimillionen-Dollar-Geschäft machen könnten. Erfahrene Gründer wissen, dass ein StartUp sich in vielen Punkten von einer großen Firma unterscheidet: in den Zielen, den Messmethoden, den Angestellten und der Firmenkultur. Nur sehr wenige Fähigkeiten, Prozesse, Leute oder Strategien, die in kleinen Firmen funktionierten, sind in großen Firmen erfolgreich – und umgekehrt.

Daraus folgt

a) StartUps brauchen andere Managementprinzipien, Leute und Strategien als große, etablierte Unternehmen.
b) Jeder Ratschlag, der für große, etablierte Firmen gilt, ist für das Wachsen und Managen eines StartUps irrelevant, Verwirrung stiftend und potenziell tödlich.

Der Weg

Wenn man den CEO eines StartUps bäte, in einem Diagramm darzustellen, wie sein StartUp zu einer großen Firma wird, erhielte man wahrscheinlich eine einfache Linie von “hier sind wir” zu “dort wollen wir hin”.

Skalierbares StartUp zu Grosser Firma

In diesem vereinfachenden Modell steckten alle Aktivitäten eines StartUps wie Kundenentwicklung, agile Entwicklung, Geschäftsmodell, Teamaufbau usw. in der linken Box. Und an dem Tag, an dem das StartUp im Markt angekommen wäre, würden alle diese Tätigkeiten abrupt eingestellt und aus dem StartUp wurde in einem Wimpernschlag eine große Firma mit völlig neuen Fähigkeiten, Geschäftsmodellen usw.

Uns ist schon klar, dass es so nicht funktioniert, also: Wo ist der Prozess, der aus einem StartUp eine große Firma macht?

2. Stadium: Metamorphose – die Umwandlung

Die Erfahrung zeigt, dass das skalierbare StartUp auf dem Weg zur großen Firma ein klar definiertes und ein äußerst chaotisches Stadium der Metamorphose durchmacht.

Und wieder bleiben der wachsenden Firma während der Umwandlung nur sehr wenige Fähigkeiten, Personen, Prozesse und Strategien erhalten.

Skalierbar zu Umwandlung zu Firma mit Text

Die Übergangsphase vom StartUp zur großen Firma ist eine eigene organisatorische Einheit.

Das ist das “Sie haben die Gründer gefeuert und die freien Getränke gestrichen”-Stadium.

Zusammenfassung

Skalierbares StartUp zu Grosser Firma

Jedes Stadium ist eine vollständig eigene Geschäftseinheit mit verschiedenen Managementtechniken. In den nächsten Beiträgen will Steve Blank ausführen. wie sie sich unterscheiden in

  • Management
  • Kultur
  • Sales
  • Marketing
  • Strategie

Ich bin gespannt.