Schlagwort-Archiv geschichte

Leben und Sterben zwischen 1650 und 1750

Bei Recherchen zur Erweiterung des Wikipedia-Artikels über Alexander Gottlieb Baumgarten um Lebensdaten sei­ner Eltern, Geschwister, Frauen und Kinder fiel mir auf, wie hoch die Kindersterblichkeit in Deutschland vor 400 Jahren war.

Baumgartensche Lebenslinien

Lebensdaten der Eltern, Geschwister, Frauen und Kinder von Alexander Gottlieb Baumgarten vom Geburtsjahr sei­nes Vaters bis zum Todesjahr sei­ner zwei­ten Frau. Die Ehejahre sind schwarz umran­det. Grafik: Sebastian Wallroth, gemeinfrei

Schon die­ser klei­ne Ausschnitt von 15 Personen zeigt, dass man ent­we­der im ers­ten Lebensjahr starb oder gute Chancen hat­te, weit über 50 Jahre alt zu wer­den. Frauen wur­de nicht so alt wie die Männer. Was wohl dar­an lag, dass sie alle zwei bis drei Jahre ein Kind austrugen.

Hausaufgaben am Küchentisch, Margarinewürfel und Kriegsgeschichten

Ausgabe von Lebensmittelkarten in Berlin 1950. Bundesarchiv, Bild 183-09069-0001 / CC-BY-SA

Ausgabe von Lebensmittelkarten in Berlin 1950. Bundesarchiv, Bild 18309069-0001 /​CC-BY-SA

Mein Kind saß neu­lich am Küchentische und bas­tel­te etwas für den Schulunterricht. Da erin­ner­te ich mich an eine Aufgabe, als ich in der zwei­ten Klasse war. Ich soll­te eine Tagesration Lebensmittel für Menschen in Ostdeutschland Ende der 1940er Jahre nach­stel­len. Also eine Scheibe Graubrot, ein klei­ner Würfel Margarine, ein Klecks Marmelade und drei Kartoffeln (die genaue Menge weiß ich nicht mehr).

Da die Eltern der Mitlernenden mei­nes Kindes zwi­schen Mitte zwan­zig und Anfang fünf­zig Jahre alt sind, über­leg­te ich, wie alt die Eltern in mei­ner Klasse damals 1976 waren. Meine Eltern waren Anfang Dreißig – 1944 und 1945 gebo­ren. Sie hat­ten kei­ne kon­kre­ten Erinnerungen an die Rationierung. Die Eltern min­des­tens eines Mitschülers waren Anfang fünf­zig Jahre alt – Ende der 1920er Jahre gebo­ren. Sie waren nach Kriegsende jun­ge Erwachsene und hat­ten sehr kon­kre­te Erinnerungen an Hunger und Rationierung. Während mei­ne Eltern kei­nen ech­ten Bezug zu mei­ner Fummelei mit den Lebensmitteln hat­ten, war das bei mei­nem Mitschüler ganz etwas ande­res. Die Brot und Fett wan­der­ten nach dem Anschauungsunterricht in den Müll. Wie muss das wohl für die Eltern mei­nes Mitschülers gewe­sen sein?

Wenn ich den Bogen zu der Klasse mei­nes Kindes zurück­schla­ge, gehö­re ich der um 1968 gebo­re­nen Generation an, die vor der Wende jun­ge Erwachsene waren, wäh­rend Eltern von Mitschülern der Nachwendegeneration ange­hö­ren. Für sie sind Erzählungen aus der DDR so weit ent­fernt wie für mei­ne Eltern Geschichten aus dem Krieg.

Liste der Länder, die nie von Großbritannien militärisch angegriffen worden

The Telegraph hat eine Liste der Länder ver­öf­fent­licht, die in der lan­gen und abwechs­lungs­rei­chen Geschichte Großbritannien nie von des­sen Armeen ange­grif­fen wur­den. Die ist recht kurz. Nur Frankreich kann Großbritannien in die­ser Hinsicht das Wasser reichen—war aber auch häu­figs­tes Ziel von des­sen Attacken.

  • Andorra
  • Belarus („Weißrussland“)
  • Bolivien
  • Burundi
  • Zentralafrikanische Republik
  • Tschad
  • Republik Kongo
  • Guatemala
  • Elfenbeinküste
  • Kirgyzstan
  • Liechtenstein
  • Luxembourg
  • Mali
  • Marshallinseln
  • Monaco
  • Mongolei
  • Paraguay
  • Sao Tome und Principe
  • Schweden
  • Tadjikistan
  • Usbekistan
  • Vatikanstadt

Was ist an Frankfurt (Oder) so schwierig?

Das Frankfurt an der Oder soll einem Gerücht nach einer geplan­ten Zeitungs-Ente wegen dem Frankfurt am Main nach­be­nannt sein. Irgendwann nach 1250 soll­te ein Gegenkaiser gekrönt wer­den. Kaiser wur­den zu der Zeit in Frankfurt am Main gekrönt. Also wur­de eine Nikolaisiedlung an der Oder Frankfurt“ getauft, um nach der Krönung ohne Falsch ver­kün­den zu kön­nen: Ein neu­er Kaiser wur­de zu Frankfurt gekrönt.“ Die Flüsse sehen eh‘ alle gleich aus.

So kam Frankfurt an der Oder zu sei­ner Marienkirche, die an Größe dem Kölner Dom nur wenig nach­steht, soll­te doch ein Kaiser dar­in gekrönt wer­den. Aber die Namensverwirrung lag mit in der Wiege. Frankfurt selbst schrieb man mal Franckfurt, Frankfort, Frankenforde oder sonst­wie – mit dem prä­zi­sie­ren­den Flussnamen und mög­li­chen Abkürzungen wur­den der Variationen jedoch viel mehr; Frankfurt (Oder) ist heu­te die offi­zi­el­le Schreibweise; Frankfurt/​Oder, Frankfurt an der Oder, Frankfurt a. Oder, Frankfurt a. d. Oder. Frankfurt/​O. und Frankfurt (O.) sind nur eine klei­ne Auswahl der auch zu fin­den­den Bezeichnungen. Man fra­ge den Künstler Gerhard Trost nach einer voll­stän­di­gen Sammlung.

Der Gegenkaiser wur­de nicht gekrönt; das Frankfurt am Main ist nach wie vor an an Größe und Bedeutung über­le­gen. Armer Spinner, der sich als Hobby das Sammeln von Ansichtskarten aus Frankfurt (Oder) gewählt hat. Ich brin­ge viel Zeit damit zu, mei­ne Suchabfrage bei ebay zu opti­mie­ren: frank­furt („o“,oder) -(main,eintracht, …