Deutsche Architekten sind zu dämlich zum Schwitzen

gouttes de transpiration sur peau humaine. foto: Minghong, CC-BY-SA-3.0, via Wikimedia Commons
gouttes de transpiration sur peau humaine. foto: Minghong, CC-BY-SA-3.0, via Wikimedia Commons

Es ist zu warm. Wenn ich in einem Raum sitze und die Lufttemperatur 26 °C übersteigt, merke ich das. Mein Körper fährt runter. Das Gehirn wird langsamer. Die Stimmung sinkt. Kein Quatsch. Ich leide.

Ich leide unter dämlichen Architekten. Architekten, die zu zweit in riesigen 3,60 m hohen Altbauwohnungen sitzen und sich Betonwüsten ausdenken. Oder Passivhäuser. Architekten, die dem Dämmwahn aufgesessen sind. Die in Deutschland peinlich genau darauf achten, dass es im Winter in den Wohnungen immer schön kuschlig warm ist.

Werfen wir einen Blick auf die Jahrestemperaturen von 1761 bis 2013:

Temperaturreihe Deutschland, 30 und 10 jährig geglättet
Temperaturreihe Deutschland, 30 und 10 jährig geglättet

Na, könnt ihr es erkennen? Auch die Architekten unter euch?

ES WIRD IMMER WÄRMER IN DEUTSCHLAND! ES IST KACKE HEIß IM SOMMER IN DEUTSCHLAND. UND IN NACH EUREN SCHEIß ENTWÜRFEN GEBAUTEN HÄUSERN IST ES IM SOMMER AUCH KOTZIG HEIß IM SOMMER! 27 °C, 28 °C, 29 °C IST VIEL ZU HEIß! DEN LEUTEN, DIE IN EUREN WUNDERPALÄSTEN SITZEN MÜSSEN, TROPFT DER SCHWEIß VON DEN ARMEN AUF DEN TISCH. TROPF! TROPF! TROPF!

Es kann doch nicht so schwer sein, Häuser zu bauen, in denen es süße 22 °C ist, auch wenn draußen die Großwetterlage 31 °C im Schatten beschert. Das kriegen die Leute doch anderswo auch hin. Soweit muss man gar nicht gehen. Neulich war ich bei Bekannten in einem stinknormalen Mehrfamilienhaus aus dem 1960er Jahren. DA WAR ES KÜHL DRIN! Da war kein dämliches Styropor draufgeklebt. Es gab nur simples zweischaliges Mauerwerk und Doppelfenster. UND ES WAR KÜHL DRIN! Wie mir die Bekannten versicherten, ist es Winter auch schön warm. GEHT DOCH!

Und wenn hier ein einziger “Ventilator” auch nur denkt – der kriegt gescheuert. DIE BLASEN DIE TROPFEN VON MEINEN ARMEN MIT PISSWARMER LUFT SEITLICH VON MEINEN ARMEN RUNTER. Prima! Da fallen sie nicht mehr in die Tastatur. Da freut sich der IT-Fritze.

Und jetzt reißt Euch zusammen und fangt an, auch in Deutschland Häuser zu bauen, in denen man es im Sommer aushalten kann!

Kleine Statistik zur Einkommensgerechtigkeit in Deutschland

Auf der Website des Statistischen Bundesamtes Deutschlands bin ich auf die Zahlen zu Einkommen, Einnahmen und Ausgaben privater Haushalte nach dem monatlichen Haushaltsnettoeinkommen 2011 gestoßen.

Einkommen, Einnahmen und Ausgaben privater Haushalte nach dem monatlichen Haushaltsnettoeinkommen 2011. © Statistisches Bundesamt, Wiesbaden 2014
Einkommen, Einnahmen und Ausgaben privater Haushalte nach dem monatlichen Haushaltsnettoeinkommen 2011. © Statistisches Bundesamt, Wiesbaden 2014

Aus der Zeile “Hochgerechnete Haushalte (1 000)” entnehme ich die Anzahl der Haushalte für die in den Spalten angegeben Einkommensgruppen. Das ergibt folgendes Bild:

Haushalte nach Nettoeinkommen im Monat. CC-BY-SA-3.0 Sebastian Wallroth
Haushalte nach Nettoeinkommen im Monat. CC-BY-SA-3.0 Sebastian Wallroth

Die beiden Gruppen mit den niedrigsten Einkommen stellen über die Hälfte der Haushalte.

Der Zeile “Haushaltsnettoeinkommen” entnehme ich nun das durchschnittliche Einkommen für die Einkommensgruppen. Das multipliziere ich mit den Anzahlen der Haushalte. Somit ergibt sich folgendes interessante Bild.

Haushalte nach Nettoeinkommen im Monat - Anteil am Gesamteinkommen. CC-BY-SA-3.0 Sebastian Wallroth
Haushalte nach Nettoeinkommen im Monat – Anteil am Gesamteinkommen. CC-BY-SA-3.0 Sebastian Wallroth

Im deutlichen Gegensatz zur ersten Grafik stellen hier die Gruppen mit den höchsten Einkommen die Mehrheit der Haushalte.

Nicht nur, dass die Anzahl der Haushalte mit höheren Einkommen niedriger ist als die der Haushalte mit niedrigen Einkommen. Die Haushalte mit höheren Einkommen nehmen auch noch einen erheblich höheren Anteil am Gesamteinkommen ein.

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Für 2013 hat Wikimedia Deutschland 5.750.000 € Spendengelder verplant

Das im Meta-Wiki veröffentlichte Budget des Wikimedia Deutschland e.V. habe ich hier mal in einer Tree Map dargestellt. Es wird deutlich, dass der größte Teil in die Freiwilligenförderung fließt – wozu ich auch Einrichtung und Betrieb des Haus des Freien Wissens zähle.

Treemap
Budget Wikimedia Deutschland 2013 Tree Map von Sebastian Wallroth CC-0

Hinweise:

  1. Die Zahlen sind Beträge in Euro.
  2. Die Färbung der Boxen korreliert mit der Größe der Zahlen.
  3. Wikidata und Render werden vollständig durch zweckgebundene Einzelspender finanziert und nicht aus dem Fundraising-Topf.

Nach Abschluss der Spendenkampagne will ich ein großes Lob für das Fundraiser-Team aussprechen, das mit Augenmaß und Leidenschaft eine großartige Leistung erbracht hat.

Des Kunden liebste Zahlmethode II

Im Oktober 2009 schrieb ich über die beliebtesten Zahlungsarten bei Mister Spex als Reaktion auf Matthias Schumachers Artikel im Hitmeister-Blog. Angeregt durch Nicola Straubs Artikel “Deutsche Shopper vertrauen deutschen Shops und zahlen elektronisch” liefere ich ein Update zu meinem Artikel. Denn inzwischen wurde bei Mister Spex Rechnungskauf als Bezahlart eingeführt, was sich wesentlich auf das Beliebtheitsranking ausgewirkt hat.

Zahlungsarten 01.02.10-15.04.10 bei Mister Spex nach Anzahl Warenkörben
Zahlungsarten 01.02.10-15.04.10 bei Mister Spex nach Anzahl Warenkörben
Zahlungsarten 01.02.10-15.04.10 bei Mister Spex nach Umsatz
Zahlungsarten 01.02.10-15.04.10 bei Mister Spex nach Umsatz

Hinweis: Die Bezahlmethode “Rechnung” wird nur Kunden angezeigt, die bei einem Scoring durch einen externen Dienstleister eine bestimmte Punktzahl erreichen.

Des Kunden liebste Zahlmethode

Matthias Schumacher schreibt im Hitmeister-Blog über die Beliebtheit der Online-Bezahlmethoden bei Hitmeister. Fast 40% der Kunden nutzen dort das elektronische Lastverfahren (ELV). Ich möchte seiner Bitte gern nachkommen und die Verteilung der Zahlungsmethoden bei Mister Spex offenlegen.

Beliebte Zahlungsarten 2009 bei misterspex.de
Beliebte Zahlungsarten 2009 bei misterspex.de

Die Zahlen sind schwer vergleichbar, da Mister Spex zur Zeit Vorkasse, Kreditkarte, Paypal und Nachnahme anbietet. Noch 2008 bot Mister Spex auch Lastschrift als Zahlungsart an. 45% bis 55% der Kunden wählten diese Zahlungsart. Da leider über die Hälfte der Bestellungen mit dieser Zahlungsart Betrugsfälle waren, wurde sie bis auf weiteres aus dem Angebot genommen.

Mich würde interessieren, wie die Korrelation Betrug zu Zahlungsart bei anderen Online-Shops aussieht.

Deutsche Internetnutzer nach Alter @mobilefriend im Detail

Mein Tweet über die Anteile Deutscher Internetnutzer nach Altergruppen wurde mit Unglauben aufgenommen.

Tweet

Das kann ich gut verstehen; darum hier ausführlich, was ich mir zuvor auf die Schnelle zusammengerechnet hatte. Ich lasse mich gern berichtigen.

Der ARD/ZDF-Onlinestudie 2009 entnehme ich den Anteil der Deutschen, die das Internet nutzen, aufgeteilt nach Altersgruppen.

ARD/ZDF Online Studie 2009

Der Datenbank der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder entnehme ich Anzahl der Deutschen, aufgeteilt nach Altersgruppen.

Aufzeichnen

Die aktuellsten Daten stammen von 2007. Sei’s drum. Seither haben sich weder die Internetnutzung noch die Bevölkerungszahl stark geändert.

Aus der ARD/ZDF-Tabelle nehme ich die Spalte “2007” und die Zeilen mit dem Altergruppen und aus der Datenbank der Statistischen Ämter die Spalte “Insgesamt”. Jetzt passe ich die Altergruppen an: aus “15 bis unter 18 Jahre” und “18 bis unter 20 Jahre” wird “14-19J.”, ich addiere also 2688387 und 1954577 und erhalte mit 4642964 die Anzahl Deutscher im Alter von 14 bis 19 Jahren. Davon sind laut ARD/ZDF-Studie 95,8% Internetnutzer. 4642964 * 0,958 = 4447960 (gerundet). 4.447.960 Deutsche im Alter von 14 bis 19 Jahren sind Internetnutzer. Das rechne ich für alle Altergruppen aus.

Altersgruppe Anzahl Anteil
14-19J. 4,447,960 9.87%
20-29J. 9,271,793 20.57%
30-39J. 8,798,801 19.52%
40-49J. 10,246,461 22.73%
50-59J. 7,102,982 15.76%
60+J. 5,213,188 11.56%

Damit das in einen Tweet passt, fasse ich die Altergruppen noch einmal zusammen und addiere die Prozentzahlen:

Altersgruppe Deutsche Internetnutzer
14-29J. 30%
30-49J. 42%
50+J. 27%

Hier die komplette Berechnung als Tabellenkalkulation.

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