Gedanken zur Schatzkammer Das Grüne Gewölbe in Dresden

Was fasziniert mich am Geglitzer und Gefunkel? Der materielle Wert ist es nicht. Dass ein Diamant so unglaublich viel mehr Wert sein soll als ein Straßstein ist doch Quatsch. Klar, der Diamant wird im Erdinnern durch ungeheuren Druck erzeugt – das ist beeindruckend. Aber Strass glitzert mindestens ebenso hübsch. Und wir Menschen können Industriediamanten herstellen, die genauso hart sind wie natürlich entstandene.

Der Gedanke, das ich mir für einen einzelnen Stein ein ganzes Schloss kaufen könnte ist auch nicht zuende gedacht. Man will also einen Stein haben, um ihn dann wieder wegzugeben. Und so ein Schloss kann auch ein Klotz am Bein sein. Da kannst Du jeden Schlossbesitzer fragen. Da braucht wenigstens noch einen weiteren Stein, um das Schloss in der eigenen Lebensspanne zu unterhalten. Ich glaube nicht, dass ein Schloss eine wesentlich Verbesserung gegenüber meiner 110 qm Wohnung mit meiner schönen und klugen Frau und meinem gesunden und klugen Kind darstellt.

Die Faszination ergibt sich für mich aus dem Kunsthandwerk. Der geschickte und respektvolle Umgang mit den seinerzeit unfassbar seltenen Materialien. Da gibt es mit zierlichen Goldleisten eingefasste Perlmuttkästchen. Die Perlmuttkästchen wurden schon damals von indischen Handwerkern seit Tausend Jahren auf die gleiche Weise hergestellt. Heute bekommt man sie im Eine-Welt-Laden um die Ecke für 30 Euro. Damals wurden sie von Menschen oder Tieren auf dem Rücken nach Europa getragen oder man transportierte sie auf Schiffen, von denen die meisten sanken oder auf jeden Fall der größte Teil der Mannschaft starb.

Unser Blick auf die filigranen Goldleisten ist heute durch die Industrialisierung vor 150 Jahren versaut. Schmuck kann heute in gigantischen Stückzahlen hergestellt werden, aus in großen Mengen verfügbaren Materialien, die hübscher und haltbarer sind als ihre natürlichen Vorbilder. Aber Gold war damals wirklich schwer zu kriegen. Und für eine Goldzierleiste mit 80 kleinen Schnörkeln drauf musste jeder einzelne Schnörkel von Hand geformt werden. Und dass die Schnörkel alke gleich aussehen, liegt nicht daran, dass eine Maschine sie hirnlos reproduziert har, sondern daran, dass ein Mensch sich so viel Kunstfertigkeit angeeignet hat, soetwas hervorzubringen.

Wenn die S-Bahn Schneeflocken so gut ausweichen könnte wie Fragen, dann wäre doch alles gut, oder?

Bei der Berliner S-Bahn kam es in den letzten Tagen zu erheblichen Einschränkungen. Die S-Bahn Berlin GmbH führt auf ihrer Website die Gründe auf.

1. Weichen waren blockiert. (“Der Wintereinbruch am 2. Dezember hatte im gesamten Netz zu über 50 Weichenstörungen geführt.”)
2. Wegen der blockierten Weichen konnten Teile der Fahrzeugflotte nicht gewartet werden und konnten darum nicht eingesetzt werden. (“Folgenreich war insbesondere, dass dadurch Fahrzeuge den notwendigen Wartungs- und Prüfarbeiten nicht zugeführt werden konnten und deswegen am Folgetag nicht einsetzbar waren.”)

Ich frage mich: Winter gibt es doch jedes Jahr, oder?

S-Bahn: Die DB Netz AG hatte sich auf derartige Situationen vorbereitet und auch entsprechende Testläufe durchgeführt.

Ich frage mich: Wie konnte so relativ wenig Schnee zu so erheblichen Ausfällen führen?

S-Bahn: Doch gegen den andauernden Schneefall und die Verwehungen konnten Weichenheizungen nichts mehr ausrichten.

Ich frage mich: Dass die Weichenheizungen bei durchaus durchschnittlichen Schneemengen nicht ausreichen, hätte der Testlauf ergeben sollen? Da muss man wohl Personal dick anziehen und mit Besen und Schaufel bewaffnet die Weichen frei räumem lassen, oder?

S-Bahn: Personal war draußen im Einsatz, um die Weichen von Eis und Schnee zu befreien.

Ich frage mich: Warum lief es dann nicht wie geschmiert?

S-Bahn: In den folgenden Tagen verschlimmerte sich der Fahrzeugengpass, weil Antriebsstörungen an den S-Bahn-Zügen hinzu kamen.

Ich frage mich: Lenken Sie jetzt nicht ein bisschen ab? Waren die Antriebsstörungen an den S-Bahn-Zügen kälte- oder schneebedingt? Waren die Antriebe nicht Teil der Tests?

S-Bahn: Wir bitten unsere Kunden für die derzeitigen Betriebseinschränkungen ausdrücklich um Entschuldigung.

Ich frage mich: Hat die S-Bahn sich nicht erst letzte Wochen mit Fahrpreisermäßigungen für die Ausfälle im letzten Winter entschuldigt?

S-Bahn: Unser Ziel ist es, Anfang nächster Woche wieder den derzeit regulären Fahrplan anbieten zu können.

Ich frage mich: Wenn die S-Bahn Schneeflocken so gut ausweichen könnte wie Fragen, dann wäre doch alles gut, oder?