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Wie sich einen Troll entpuppte

Vor Jahren hielt ich den Wikipedia-Benutzer Fossa für einen Mephisto. Für einen Geist, der stets ver­neint und damit die Sache vor­an­bringt. Leider sind die­se Zeiten vor­bei und Fossa ist nur noch ein cha­rak­ter­lo­ser Troll. Sehr schade.

Höhlentroll. Foto von Kevin Dooley [CC-BY-2.0 (http://creativecommons.org/licenses/by/2.0)], via Wikimedia Commons

Höhlentroll. Foto von Kevin Dooley, CC-BY2.0, http://creativecommons.org/licenses/by/2.0, via Wikimedia Commons

Das wur­de mir klar, nach­dem ich kurz hin­ter­ein­an­der die­se Kommentare lesen musste.

Am 5. Februar 2013 schrieb Ziko van Dijk eine aus­führ­li­che Entgegnung auf einen Brief des Boards der Wikimedia Foundation. Darin geht es um die zukünf­ti­ge Struktur der Wikimedia-Bewegung. Ziko unterschrieb:

Ziko van Dijk

Deputy Chairman of the WCA Council
Wikipedia edi­tor sin­ce 2003
Ziko (talk) 16:31, 5 February 2013 (UTC)

über­setzt:

Ziko van Dijk

Stellvertretender Geschäftsführer des Rates der Wikimedia Chapters Association
Wikipedia-Autor seit 2003

Als Kommentar dar­auf schrieb Fossa:

I’m impres­sed, you are an edi­tor sin­ce 2003. Great creden­ti­als. Fossa (talk) 20:01, 5 February 2013 (UTC)

über­setzt

Ich bin beein­druckt, Du bist Autor seit 2003. Großartige Referenzen.

Mit die­sen sar­kas­ti­schen, unsach­li­chen, nicht zur Diskussion bei­tra­gen­den Sätzen unter­stellt Fossa Ziko, dass er sich mit sei­nen Wikipedia-Meriten brüs­ten wür­de und unter­stellt wei­ter­hin, dass lang­jäh­ri­ge Teilhabe an der Wikimedia-Bewegung kein Indiz für Sachkompetenz seien.

Am 14. Februar 2013 wur­de im Wikipedia:Kurier ein Beitrag zum einem von Arne Klempert pro­gram­mier­ten Tool ver­öf­fent­licht, mit dem Unternehmen Wikipedia-Artikel bes­ser ein­schät­zen ler­nen kön­nen. Auf der Diskussionsseite merkt Fossa an:

Ist doch egal, solan­ge es Arne Klempert, dem Wikipedia-Urgestein“ mit die­sen 50 Artikel-Edits in den letz­ten 6 Jahren was nützt. fos­sa net ?! 21:52, 14. Feb. 2013 (CET)

Mit der Tatsache von sehr weni­gen Änderungen in der Wikipedia in den letz­ten Jahren will Fossa Arne Klempert, dem ers­ten Geschäftsführer von Wikimedia Deutschland, jede Kompetenz im Wikimedia-Umfeld absprechen.

Während Fossa Ziko damit her­ab­wür­di­gen will, dass die­ser sich angeb­lich mit sei­nen Wikipedia-Meriten brüs­te, ver­sucht er Arne Klempert mit des­sen vor­geb­lich man­geln­den Meriten herabzuwürdigen.

Ich weiß, dass ich mit die­sem Beitrag der Regel Trolle nicht füt­tern“ zuwi­der­hand­le. Aber ich muss­te mei­nen Frust loswerden.

Für 2013 hat Wikimedia Deutschland 5.750.000 € Spendengelder verplant

Das im Meta-Wiki ver­öf­fent­lich­te Budget des Wikimedia Deutschland e.V. habe ich hier mal in einer Tree Map dar­ge­stellt. Es wird deut­lich, dass der größ­te Teil in die Freiwilligenförderung fließt – wozu ich auch Einrichtung und Betrieb des Haus des Freien Wissens zähle.

Treemap

Budget Wikimedia Deutschland 2013 Tree Map von Sebastian Wallroth CC0

Hinweise:

  1. Die Zahlen sind Beträge in Euro.
  2. Die Färbung der Boxen kor­re­liert mit der Größe der Zahlen.
  3. Wikidata und Render wer­den voll­stän­dig durch zweck­ge­bun­de­ne Einzelspender finan­ziert und nicht aus dem Fundraising-Topf.

Nach Abschluss der Spendenkampagne will ich ein gro­ßes Lob für das Fundraiser-Team aus­spre­chen, das mit Augenmaß und Leidenschaft eine groß­ar­ti­ge Leistung erbracht hat.

Liste von Microblogging-Diensten für Unternehmen

Für alle Dienste gibt es kos­ten­lo­se Versionen.

Wie zerstöre ich eine Community in zehn einfachen Schritten

Vanessa DiMauro ver­öf­fent­lich­te am 13. August 2009 eine wun­der­vol­le Liste mit Verboten für Communitymanager, die ich gern auf deutsch wie­der­ge­ben möchte.

1. Starte eine Community unbe­dingt ohne Betatester.
Binde bloß kei­ne Nutzer beim Entwerfen der Community ein. Du weißt doch selbst viel bes­ser, was Deine Nutzer brau­chen, als die sel­ber. Entwirf ein­fach die Funktionen ohne die und geh‘ davon aus, dass sie sie mögen werden.
2. Wirf Funktionen wie Spaghetti an die Decke – ein paar wer­den schon kle­ben bleiben.
Füge Deiner (Geschäfts-)Community so vie­le und so tol­le Funktionen wie mög­lich hin­zu und schmü­cke sie mit Flitter und Girlanden. Geschäftskunden lie­ben die Mühe, vie­le neue Funktionen zu erlernen.
3. Füttere Deine neue Community nicht zu sehr.
Wirb so vie­le Mitglieder an, wie nur mög­lich. Dann leh­ne Dich zurück und beob­ach­te, wie sich die Dinge ent­wi­ckeln. Du kannst fest davon aus­ge­hen, dass die Community-Mitglieder vom Start weg die gan­ze Arbeit machen und kei­ne Inhalte oder Hilfen brau­chen, wenn sie erst­mal Mitglieder gewor­den sind.
4. Vergiss Offline-Reichweite und Offline-Techniken.
Warte ein­fach ab, bis Leute Nachrichten abset­zen und dann mode­rie­re sie, ohne Mühe in das Aktivieren der Leute hin­ter den Nachrichten zu stecken.
5. Geh‘ davon aus, das Größe DER kri­ti­sche Faktor ist.
Vergößere Deine Community mit jedem, den Du krie­gen kannst, ohnen Ansicht derer Rolle oder Funktion. Wenn sie noch einen Puls haben, sind sie will­kom­men. Es ist völ­lig Schnurz, ob es irgend­ei­nen Grund für die Gruppe gibt, zusammenzuarbeiten.
6. Unterlasse kei­nen Versuch, aus Deiner Community Geld zu schlagen.
Die Leute lie­ben es mit Micropayments und Ankündigungen beläs­tigt zu wer­den, wenn sie sich in einer Community-Umgebung befin­den. Vermeide eine Geschäftsstrategie. Entwickle ein­fach kei­ne. Gib den Leuten ein­fach ganz vie­le Möglichkeiten, bei jeden Schritt für den Zugriff auf Inhalte zu bezahlen.
7. Für die Moderation Deiner Community kannst Du jeden x‑beliebigen einstellen.
Jeder Ungelernte kann eine Community mode­rie­ren, egal ob er Erfahrung im Wissensmanagement hat oder nicht. Immerhin hat er dann was zu tun!
8. Niemand braucht einen Newsletter oder eine ande­re regel­mä­ßi­ge und abseh­ba­re Kommunikation mit sei­nen Community-Mitgliedern.
Du kannst fest davon aus­ge­hen, dass die Mitglieder von selbst mit­ten in ihrem Arbeitstag Deine Community besu­chen wol­len und das von sich aus tun.
9. Entwickle Deine Community auf kei­nen Fall auf Basis des Mitglieder-Feedbacks und derer Vorschlägen weiter.
Wenn Du die Community gestar­tet hast, dann ist Deine Arbeit getan. Melde Deinen Investoren und Vorständen, dass die Kommunikationsarbeit voll­bracht ist, sobald die Seite online ist. Dann ver­schwen­de kei­ne Zeit mehr darauf.
10. Erhebe unwich­ti­ge Daten, solan­ge sie Dich nur gut aus­se­hen lassen.
Die Anzahl aller Nachrichten (ein­schließ­lich der Me too“- oder I like“-Markierungen) und die Anzahl der Mitglieder (unbe­se­hen derer Aktivitäten und Besuchshäufigkeit) las­sen Dich her­vor­ra­gend daste­hen und krat­zen nicht an der heik­len Frage, ob Deine Community Dein Geschäft und Deine Kunden unterstützt.