Architektengemeinheiten

Architektengemeinheiten

Maler: Eduardo Zamacois y Zabala, 1868, Public Domain, Quelle: <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:%27Taming_the_Donkey%27,_painting_by_Eduardo_Zamacois_y_Zabala,_1868,_private_collection.jpg">Wikimedia Commons</a>

Maler: Eduardo Zamacois y Zabala, 1868, Public Domain, Quelle: Wikimedia Commons

In dem Film Die fabel­haf­te Welt der Amélie“ treibt die Hauptfigur einen hart­her­zi­gen Gemüseverkäufer in die Verzweiflung, indem sie in sei­ner Wohnung ein paar Kleinigkeiten nur einen Deut ändert. So tauscht sie sei­ne Pantoffeln gegen ein nur eine Nummer klei­ne­res Paar aus.

Architekten haben auch so einen Humor.

1. Raumhohe Fenster sehen wirk­lich majes­tä­tisch aus. Dem Betrachter bie­tet sich ein Blick ins Weite – der frei­lich oft an der gegen­über­lie­gen­den Hauswand endet. Außerdem bie­tet sich dem Betrachter von außen eben­falls ein fabel­haf­ter Blick ins Wohnungsinnere und auch die lie­be Sonne schickt ihre Strahlen unge­hin­dert ins Wohnungsinnere. Dass der Architekt über den Fensterflügeln weni­ger als 3 cm Platz gelas­sen hat, wird dem Bewohner erst auf­fal­len, wenn er ver­sucht, einen Vorhang anzubringen.

2. Wohnungen zu däm­men, dar­in haben es Architekten in Deutschland zu wah­rer Meisterschaft gebracht. Ein Passivhaus kann man im Winter im Prinzip mit einer Kerze hei­zen. Dass es in Deutschland hei­ße Sommer gibt, wird dem Bewohner erst auf­fal­len, wenn er bei 42°C Innentemperatur matt auf dem Sofa vor sich hin schwitzt. Denn Wärme kann die Wohnung super hal­ten, Kühle jedoch nicht. (sie­he auch 1. die lie­be Sonne“)

3. Schiffsplanken auf dem Balkon sehen sehr hübsch aus. Und der Schmutz rie­selt prak­ti­scher Weise ein­fach zwi­schen den Ritzen durch. Nur irgend­wann ist der Raum zwi­schen Holz und Balkonplatte voll und erst dann fällt den Bewohner auf, dass er jede Planke ein­zeln abschrau­ben muss, um den Dreck dar­un­ter wegzubekommen.

Ich könn­te noch eine gan­ze Weile so wei­ter machen. Aber jetzt muss ich den Müll run­ter­brin­gen und dabei auf­pas­sen, sie Hausflurwände nicht zu strei­fen – die sind näm­lich in einer auf­wän­dig aus­ge­wähl­ten, aber gegen mecha­ni­sche Beanspruchung äußerst emp­find­li­chen Farbe gestrichen.

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Sebastian Wallroth administrator