Putzerjob in der Wikipedia

Putzerjob in der Wikipedia

Ich schrei­be schon seit einer Weile nur noch sel­ten Artikel in der Wikipedia. Damit bin ich im eigent­li­chen Sinne kein Autor mehr. Trotzdem hal­te ich mei­nen Beitrag für wich­tig: Ich put­ze Artikel.

Wikipedia Screenshot, Foto: von Mpande, CC-BY-SA-3.0, via Wikimedia Commons

Wikipedia Screenshot, Foto: von Mpande, CC-BY-SA3.0, http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0, via Wikimedia Commons

Mein Einstieg ist das Tool CheckWikipedia, das Artikel mit auto­ma­tisch zu erken­nen­den Fehlern auf­lis­tet. Zum Beispiel Abschnitte ohne Inhalt, Anzahl öff­nen­der ecki­ger Klammern nicht kor­rekt, Anzahl schlie­ßen­der ecki­ger Klammern nicht kor­rekt, Überschrift allein ste­hend, Überschrift dop­pelt, Überschrift groß­ge­schrie­ben, Überschrift in HTML-Tags, Überschrift mit Doppelpunkt und so weiter.

Nach mei­ner Erfahrung wei­sen Artikel mit so ein­fach zu fin­den­den Fehler wei­te­re Fehler auf. Damit sind natür­lich nicht inhalt­li­che Fehler gemeint, son­dern Formfehler, wie zum Beispiel :

  • über­mä­ßi­ge Verlinkung von Wörtern (das so genann­te Bläuen“)
  • Wortwahl und Floskeln
  • Fett-Formatierung statt Abschnittsüberschriften
  • Abkürzungen

Solche Fehler zu fin­den unter­stützt das Tool wikil­int, dass den Quelltext eines ange­ge­be­nen Artikels durch­sucht und Fundstellen far­big markiert.

Eine wei­te­re Aufgabe ist die Überprüfung von Weblinks. Zum einen sind vie­le Links nicht beschrie­ben. Wenn die Links eines Tages nicht mehr funk­tio­nie­ren soll­ten, ist es dann schwer, die Inhalte dahin­ter im Web wie­der­zu­fin­den. Vieles ist nicht unwie­der­bring­lich ver­lo­ren, son­dern kann unter einer ande­ren URL oder bei http://www.archive.org wie­der gefun­den wer­den. Zum ande­ren gilt es zu über­prü­fen, ob alle Links einer Seite noch funk­tio­nie­ren; aber dafür gibt es das Tool CheckLinks.

Nachdenken ist mein Beruf. Artikelputzen ist für mich rei­ne Entspannung. Ich set­ze mich abends vor den Rechner, schal­te nur die erfor­der­li­chen Gehirnregionen ein und scan­ne nach Formalien. Und schrei­be in die Zusammenfassung stolz und knapp: Formalia“.

Über den Autor

Sebastian Wallroth administrator