Wenn Du kostenpflichtig Downloads anbietest, dann kommt am 1. Januar was auf Dich zu

Wenn Du kostenpflichtig Downloads anbietest, dann kommt am 1. Januar was auf Dich zu

Auf eRecht24 las ich gera­de, dass zum 1. Januar 2015 beim Handel mit digi­ta­len Gütern EU-weit neue Regeln für die Abführung der Umsatzsteuer gelten.

Der Händler muss die Umsatzsteuer im Land des Käufers abfüh­ren. Dazu muss der Händler vor­her im Land des Käufers sei­ne Umsatzsteuerpflicht ange­mel­det haben. Im Zweifel also in 24 Ländern mit unter­schied­li­chen Melderegeln (und Strafen). Der Händler wird sich also über­le­gen müs­sen, für wel­che Länder er Downloads anbie­ten kann. Des wei­te­ren ten­diert die Rechtsprechung ein­deu­tig dahin, dass der Kunde in der Produktdarstellung den kom­plet­ten Preis ange­zeigt bekommt, ein­schließ­lich Umsatzsteuer und sons­ti­gen Kosten.

Ich ver­mu­te, dass es dar­auf hin­aus läuft, dass der Kunde beim Einstieg in den Online-Shop ange­ben muss, aus wel­chem Land er kommt. (Vermutlich das Land, in dem der Kunde steu­er­lich gemel­det ist? Muss der Händler dem Kunden glau­ben oder braucht es einen Nachweis?)

Auf jeden Fall wird es schwie­rig sein, dem Kunden sofort den rich­ti­gen Preis anzu­zei­gen, wenn er auf einer belie­bi­gen Produktseite lan­det. Mit IP-Sperren wür­de ich nicht arbei­ten, um nicht Downloadkunden zu ver­lie­ren, die außer­halb der EU Urlaub machen (oder aus ande­rem Grund eine IP haben, die außer­halb der EU loka­li­siert wird).

Ein Schlag in die Fresse der UX (der Göttin der Benutzbarkeit) wären Popup-Fensterchen mit der Begrüßungsfrage Woher kommst Du?!?“

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Sebastian Wallroth administrator