Static, Customized, and Personalized Websites

Personalization - Good or bad?
Personalization – Good or bad?

Auf dem Usability Camp Europe 2010 in Berlin saß ich in der Session der wunderhübschen Dariia Ivashchenko mit dem Thema Personalization: Good or bad? Dabei kam mir der Gedanke, dass man zwischen statischen, customized und personalisierten Websites unterscheiden muss. Es gibt keine gute Übersetzung, wenn man zwischen customized und personalized unterscheiden will. Wikipedia hilft auch nicht weiter, weil ich die Artikel da erst noch schreiben muss 😉

Ich unterscheide zwischen customized Seiten, die auf Grund von statistisch ermittelten Werten verändert werden und personalized Seiten, die auf den einzelnen Benutzer zugeschnitten sind. Zum Beispiel beruht eine Top 10 auf der Auswertung statistischer Daten, während eine Mailbox nur Inhalte für einen einzelnen Benutzer anzeigt und für jeden Benutzer einen anderen Inhalt.

Auf der von mir betreuten Website des Online-Versandhändlers für Markenbrillen Mister Spex gibt es im wesentlichen drei Produktgruppen: Korrekturbrillen (Brillen im herkömmlichen Sinne), Sonnenbrillen und Kontaktlinsen, die genau in diese drei Gruppen fallen.

  1. Kontaktlinsen sind Produkte, die vom anpassenden Optiker oder Augenarzt genau spezifiziert werden. Der Kunde sucht nach einer ganz bestimmten Kontaktlinse und braucht keine Empfehlungen. Entsprechend muss die Webseite nicht auf den Kunden zugeschnitten werden. Schon eine Sortierung nach “beliebtesten Kontaktlinsen” ist überflüssig.
  2. Sonnenbrillen müssen, wenn sich nicht mir Korrekturgläsern versehen (“verglast”) werden, nicht für den Kunden angepasst werden. Der Kunde will vielmehr wissen, welche Sonnenbrillen modern sind oder zu einem bestimmten Stil passen. Dazu will er zum Beispiel wissen, welche Sonnenbrillen die beliebtesten sind, welcher Star welche Sonnenbrille trägt oder zu welchen sozialen Gruppe man mit welcher Brille gezählt wird (siehe “Nerdbrillen“).
  3. Brillen werden in Deutschland noch kaum als modisches Accessoire gesehen. Der Kunde entscheidet sich für ein Modell und trägt es dann mehrere Jahre lang. Entsprechend individuell muss die Beratung sein. Das zeigt sich auch darin, dass zwar mehrere Sortierungsmöglichkeiten (Preis, Name, Beliebtheit) und Filter (Farbe, Material, Marke, Typ, etc.) angeboten werden, sich dennoch eine erhebliche Anzahl Kunden alle Modelle anschauen. Sehr gut wird die persönliche Brillenberatung angenommen. Dabei lädt der Kunde ein Foto von sich auf den Server von Mister Spex, an Hand dessen sich speziell geschulte Brillenberater eine Auswahl von Brillen zusammenstellen und dem Kunden eine Mail mit Fotos, Informationen und Links zu den Brillen schicken. Eine überdurchschnittliche Anzahl von Kunden kauft sich nach der Beratung eine oder mehrere der empfohlenen Brillen.

Nachdem ich mir den Unterschied zwischen statischen (static), dynamischen (customized) und personalisierten (personalized) Webseiten klar gemacht habe, fällt es mir viel leichter, die weitere Entwicklung der Seiten zu steuern.

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