Liste anonymer Websuchmaschinen

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Liste der von LibraryThing 2016 genannten sozialen Netzwerke

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Auf der Profilseite der sozialen Buchverwaltungsseite LibraryThing kann man die sozialen Netzwerke angeben, in denen man zu finden ist. Man kann in diesen Netzwerken nach Bekannten suchen, die auch bei LibraryThing zu finden sind.

  1. 43Things
  2. AIM
  3. Amazon
  4. Ask500People
  5. basenotes
  6. Bebo
  7. blog.hu
  8. Blogger
  9. Bloglines
  10. blogspot
  11. BoardGameGeek
  12. bodymodifications
  13. Bokelskere
  14. BookCrossing
  15. BookMooch
  16. Buzznet
  17. CafePress
  18. Catster
  19. CellarHQ
  20. Chasing the Frog
  21. CiteULike
  22. Clipmarks
  23. COLOURlovers
  24. Comic Book DB
  25. Comic Book Realm
  26. ComicVine
  27. Cork’d
  28. CouchSurfing
  29. Craftster
  30. DailyLit
  31. Dailymile
  32. delicious
  33. deviantART
  34. Digg
  35. Diigo
  36. Discogs
  37. Disqus
  38. Distributed Proofrea
  39. Dogster
  40. Dopplr
  41. Dreamwidth
  42. DVD Aficionado
  43. DVDCrate
  44. DVDProfiler
  45. eBay
  46. eMusic
  47. Endomondo
  48. Etsy
  49. Everything2
  50. Facebook
  51. FanFictionNet
  52. FictFact
  53. FictionPress
  54. FindAGrave
  55. Findings
  56. Fishpond
  57. Flickr
  58. Flixster
  59. fragrantica
  60. friendfeed
  61. Friendster
  62. Fur Affinity
  63. Furl
  64. Gaia
  65. Garmin Connect
  66. Geobirds
  67. GitHub
  68. Goodreads
  69. Google
  70. Google Talk
  71. h2g2
  72. hi5
  73. Historic Naval Ficti
  74. Historypin
  75. Hyves
  76. I Heart Movies
  77. ICQ
  78. identi.ca
  79. IMDB
  80. InkedNation
  81. IRC-Galleria
  82. iTaggit
  83. jinni
  84. Kiva
  85. Lala
  86. Last.fm
  87. LinkedIn
  88. Listography
  89. Lists of Bests
  90. LiveJournal
  91. LoveIt
  92. Ma.gnolia
  93. Mediafire
  94. MetaFilter
  95. metafilter [num]
  96. MetaxuCafe.com
  97. Mog.com
  98. MSN Messenger
  99. Multiply
  100. Muxtape
  101. My Fitness Pal
  102. MyAnimeList
  103. MyFilmz
  104. MyFolia
  105. MyGamerCard
  106. MyMovies
  107. MySpace
  108. NaNo
  109. Netvouz
  110. Nike Plus
  111. OGDB
  112. Orkut
  113. OZtion
  114. Pandora
  115. PaperBackSwap
  116. pbase.com
  117. Photobucket
  118. Picasa
  119. Pinterest
  120. Plurk
  121. PMOG
  122. PoemHunter
  123. Pogo
  124. Postcrossing
  125. Rakkausrunot
  126. Rate My Drawings
  127. Rate Your Music
  128. Ravelry
  129. Red Room (author)
  130. Red Room (member)
  131. RunKeeper
  132. Second Life
  133. sffworld.com
  134. Shelfari
  135. ShoutLife.com
  136. Skype
  137. Slashdot
  138. Small Demons
  139. SmugMug
  140. SocialCatalogers
  141. SongMeanings
  142. SourceForge.net
  143. Sporcle
  144. Spotify
  145. Spurl
  146. Squirl
  147. StackExchange
  148. Stashmatic
  149. StumbleUpon
  150. Swap.com
  151. swaptree
  152. Take11
  153. Technorati
  154. TED
  155. The Haunt
  156. Title Trader
  157. Tribe
  158. Tumblr
  159. Twango
  160. Twitter
  161. Untapped
  162. Urbanspoon
  163. Vimeo
  164. Vocabulary.com
  165. We Heart It
  166. WEbook
  167. WhatIWatch
  168. WhatsOnMyBookshelf?
  169. Wikipedia
  170. WikiThing (LT)
  171. Windows Live Spaces
  172. WineLog
  173. Wonderpage
  174. Wordie
  175. WordPress
  176. Writing.com
  177. Xanga
  178. XMPP (Jabber)
  179. Yahoo Messenger
  180. Yahoo! 360
  181. Yelp
  182. Yelp (custom)
  183. YouTube
  184. Zaadz
  185. zoominfo
  186. Zoomr
  187. Zune

Zweiter Tag der #WikiCON15 2015 in Dresden

Birgit Müller (WMDE). Foto: Sebastian Wallroth, CC-BY-3.0
Birgit Müller (WMDE). Foto: Sebastian Wallroth, CC-BY-3.0

Pünktlich halb zehn geht es los: Birgit Müller, Projektmanagerin in der Softwareentwicklung von Wikimedia Deutschland stellt das “Projekt Technische Wünsche” vor.  Hauptthema des Projektes war die Kommunikation über und die Darstellung der Softwareentwicklungsprozesse. Die Ideen und Wünsche der Wikipedianer wurden mit Umfragen eingeholt. Das war eine sehr ertragreiche Methode: es kamen mehr als 200 Einträge zusammen. Der Input muss jedoch von erfahrenen Wikipedianern und Projektmanagern moderiert werden, damit alle Seiten die Problemstellungen verstehen. Workshops ermöglichen dann tiefer gehende Diskussionen.

Zum Abschluss ihres Vortrags gab Birgit eine interessante Zusammenfassung von Erkenntnissen, u.a.:

  • Wikipedia ist ein kollaboratives Projekt – Austausch und transparente Prozesse ermöglichen erst eine Zusammenarbeit
  • das Projektmanagement muss (Un)Möglichkeiten in der Softwareentwicklung verständlich kommunizieren
  • Wikipedia ist ein Hobby – die Mitarbeit im Projekt sollte Spaß machen

Wir, die hauptamtlichen Mitarbeiter von Wikimedia Deutschland denken vielleicht zu wenig darüber nach, dass die Wikipedia für die Freiwilligen ein Hobby ist, das Spaß machen sollte. – Birgit Müller (WMDE)

Danach sitze ich ein wenig im Schatten von Sonnenschirmen im Vorhof des Museums und führe entspannte, angeregte und aufgeregte Gespräche.

Konzentration. Foto: Sebastian Wallroth, CC-BY-3.0
Konzentration. Foto: Sebastian Wallroth, CC-BY-3.0

Halb elf fragen Austriantraveler und Regiomontanus, wie es nach dem erfolgreichen Projekt Denkmallisten in Österreich weiter gehen soll. Am Anfang des Projekts stand die Frage: Wie wird man mit gigantischen Denkmallisten fertig? Antwort: Indem man gleich richtig anfängt. Aus dieser Überlegung entstand das Projekt Österreichische Denkmallisten. Zu Beginn des Denkmallisten-Projekts gab es teilweise nur Papier; meist aber “echte”, durchsuchbare PDFs, aus denen man Text kopieren kann; bei 37.000 unbeweglichen Denkmälern in rund 2.400 Gemeindelisten ist das trotzdem viel Arbeit. Das weitaus bekanntere Projekt Wiki Loves Monuments und das Denkmallisten-Projekt haben eine Schnittmenge; das Denkmallisten-Projekt ist jedoch für die Wikipedia wohl das wichtigere. Das österreichische Bundesdenkmalamt stellte 2011 erstmals maschinenlesbare Denkmallisten mit eindeutiger ID zur Verfügung. Im Projekt “lieferten” die Freiwilligen:

  • Fehlerkorrekturen,
  • Aktualisierungen,
  • kompletter Vor-Ort-Besuch aller Objekte,
  • Koordinaten aller Objekte (früher wurde nur das Grundstück angegeben, auf dem das Denkmal zu finden war),
  • textuelle Kurzbeschreibung der Objekte (nicht Begründung des Denkmalwerts; die muss vom Denkmalamt kommen)

Die Schwierigkeit mit dem öffentlichkeitswirksamen Wiki Loves Monuments ist, dass dort bevorzugt beliebte, leicht zugängliche Denkmäler fotografiert werden. 3.700 Fotos der Wiener Hofburg (ohne Museen) stehen 2.900 Denkmäler ohne Foto gegenüber.  Es ist ziemlich klar, dass die letzten 10% der Denkmallisteneinträge nicht mehr mit Hilfe von über Wiki Loves Monuments herein kommenden Fotos bebildert werden.

Hauptfazit des österreichischen Denkmallisten-Projektes: Zusammenarbeit mit dem Denkmalamt ist das Um und Auf.

Ich spreche die Referenten darauf an, ob sie nicht in sieben Wochen nach Schwerin zu WikiDACH kommen wollen, um mit ihren Erfolgen die dortigen Denkmalbehörden zu beeindrucken. Sie scheinen nicht abgeneigt.

Ich haste zur nächsten Session. Im großen Saal behaupten Gereon K., Renate, Martin Rulsch, Marcus Cyron und Veronika Krämer, “nach der Wikimania ist vor der Wikimania“. Gereon erzählt von dem Vortrag auf der Wikimania 2015 in Mexiko-Stadt, der ihn am meisten beeinflusst hat. Der Vortrag “Ebola Translations: How We Did it & How to Get Involved” handelte davon, dass eine internationale Organisation ein milliardenschweres Informationsprogramm für afrikanische Länder gestartet hatte, die von Ebola betroffen waren. Bei einer Evaluation stellte die Organisation fest, dass sich 80% der Menschen vor Ort nicht bei ihrem Informationsprogramm, sondern in der Wikipedia über Ebola informierten. Daraufhin wandten sie sich an Wikimedia, um ein gemeinsames Projekt anzustoßen. Die Herausforderung war, dass in den betroffenen Ländern viele Einwohner die jeweiligen Kolonialsprachen Französisch oder Englisch gar nicht verstanden. Mit Hilfe von Translators without Borders wurden die betreffenden Artikel in 110 lokale Sprachen übersetzt. Am meisten war Gereon K. von dem Vorzeichenwechsel beeindruckt: Organisationen mit Weltbedeutung kommen inzwischen auf die Wikipedia-Community zu.

Drei Wikipedianerinnen. Foto: Sebastian Wallroth, CC-BY-3.0
Drei Wikipedianerinnen. Foto: Sebastian Wallroth, CC-BY-3.0

Danach erzählten Martin Rulsch über den Stipendienprozess und Marcus Cyron über Änderungen, die das Programmkomitee für die kommende Wikimania bei der Planung des Programms vornehmen will. Unter anderem mit Hilfe von anonymen Einreichungen von Vorträgen soll der Fokus auf den Austausch der Autoren gerichtet werden. Der Anteil der Beiträge von Funktionären und Angestellten der Wikimedia-Bewegung soll angemessen reduziert werden.

Mittagspause. Es gibt Kartoffelsuppe mit Würstchen und Kartoffelsuppe ohne Würstchen. Ich mache mit Renate einen Abstecher zum Dresdner Altmarkt. Es gibt Penna Arrabiata. Wir unterhalten uns über dies und das. Zum Beispiel über einen Workshop für Wikipedianer, die auf der Wikimania 2016 einen Vortrag halten möchten. Auf dem Workshop könnte man gemeinsam mit anderen die Idee zu dem Vortrag ausarbeiten und die Session vorbereiten.  Zurück im Hygienemuseum entdecke ich, dass es nicht nur Filterkaffee aus der Pumpkanne, sondern auch richtigen Kaffee aus dem WMF-Automaten gibt. Ich unterhalte mich prächtig mit wechselnden Gesprächspartnern über dies und das. Zum Beispiel die persönliche Angefasstheit, wenn eine eigene Bearbeitung in der Wikipedia von jemandem zurückgesetzt wird.

Lukas. Foto: Sebastian Wallroth, CC-BY-3.0
Lukas. Foto: Sebastian Wallroth, CC-BY-3.0

In der nächsten von mir besuchten Session spricht Lukas Mezger über fehlende Strukturen für Opfer von Schmutzkampagnen, rechtlichen Auseinandersetzungen und Stalking im Wikipedia-Umfeld. Zunächst gibt er eine Übersicht über Konflikte innerhalb und außerhalb der Wikipedia. Als gut in der Wikipedia nannte er:

  • Es gibt Regeln.
  • Es gibt Prozesse.
  • Es gibt ein Ende, indem man einfach den Browser zumacht.

Aber manche Konflikte verlassen die Wikipedia.

  • Es gibt Schmutzkampagnen, die auf Konflikten innerhalb der Wikipedia beruhen und außerhalb ausgetragen werden, zum Beispiel in so genannten Hass-Blogs.
  • Es gibt juristische Auseinandersetzungen.
  • Es gibt das Nachstellen (das ist das deutsche Wort für Stalking).

Innerhalb der Wikipedia gibt es strenge Regeln. Zum Beispiel ist es in Diskussionen in der Wikipedia verboten, mit rechtlichen Konsequenzen zu drohen. So etwas kann zu einer Sperrung des Accounts führen. Was ist aber, wenn die Konflikte die Wikipedia verlassen? Lukas nennt Ratschläge:

  1. Ruhe bewahren.
  2. Einen Vertrauten hinzuziehen.
  3. Bei Stalking:
    1. Polizei anrufen. 112.
    2. Wenn man sich nicht traut oder die Polizei nicht angemessen reagiert: An das Community Advocacy Team der Wikimedia Foundation wenden. Die rufen sogar für Dich die Polizei an.
  4. Bei rechtlichen Auseinandersetzungen:
    1. Anwalt einschalten. Immer.
    2. Aber besonders, wenn Fristen gesetzt werden.
  5. Bei Schmutzkampagnen:
    1. Don’t feed the troll.
    2. Community Advocacy Team der Wikimedia Foundation einschalten.

Lukas weist darauf hin, dass es keine Anlaufstelle von Opfern von Konflikten gibt, die die Wikipedia verlassen. In der englischsprachigen Community gibt es bereits Diskussionen dazu.

In der nachfolgenden Diskussion wird angesprochen:

  • Was ist mit falschen Anschuldigungen? Lukas meint, dass ein Zuviel an Solidarität derzeit nicht unser Problem sei.
  • Wieso brauchen wir noch eine Anlaufstelle? Reichen die bestehenden nicht aus?
  • Was ist mit dem Schaden, der realen Personen durch Einträge in der Wikipedia entsteht?

Es folgt ein kurzer Zwischenstopp in der Lounge, wo ich wieder interessante Gespräche führe. Zum Beispiel über die längste Denkmalliste in der deutschsprachigen Wikipedia (angeblich Berlin-Mitte).

Entspannte Atmosphäre. Foto: Sebastian Wallroth, CC-BY-3.0
Entspannte Atmosphäre. Foto: Sebastian Wallroth, CC-BY-3.0

In der folgenden Session stellen der Wikimedia Deutschland-Vorstand Christian Rickerts und der Wikimedia Deutschland-Präsidiumsvorsitzende Tim Moritz Hector in entspannter Atmosphäre kurz den Jahresplanungsprozess von Wikimedia Deutschland für 2016 vor. Die Partizipation der Mitglieder sollte besonders hoch ausfallen und nach Einschätzung von Tim Moritz ist das auch gelungen. Wieder eingeführt wurden in Zahlen ausgedrückte Ziele. Die Zahl von durch Maßnahmen des Vereins neu hinzuzugewinnende 20.000 Wikipedia-Autoren-Accounts führte zu Diskussionen, die eine Verlängerung der Session erforderte. Wie schon in Mexiko-Stadt wurde von den Veranstaltern der Session das Interesse der Leute außerhalb ihrer Kreise unterschätzt.

Zum Abend gab es ein leckeres Büfett; allein das Zucchini-Gemüse fand wenig Anklang.

Eulenverleihung. Foto: Sebastian Wallroth, CC-BY-3.0
Eulenverleihung. Foto: Sebastian Wallroth, CC-BY-3.0

Bei der Abendveranstaltung werden verdienten Wikipedianern Eulen verliehen. Bravo!

Erster Tag der #WikiCON15 2015 in Dresden

Ach, wie schön ist Dresden. Das Flugzeug schaukelt über’s Elbtal und landet weich in Klotzsche. Die S-Bahn ruckt an und schon bin ich im Funkloch. Klotzsches  Bahnhofsgebäude hat seinen letzten Anstrich vor dem letzten Krieg bekommen; die verrostete Satellitenschüssel macht’s nicht modern. Dann: Dresden Neustadt; der Bahnhof – ein kleiner Triumph. Dresden Mitte. Dresden Hauptbahnhof. Die Radeberger Bier-Werbung ist eine alte Vertraute. Draußen erkenne ich nichts wieder. Die Prager Straße ist kein breiter Boulevard mehr, der mit quer stehenden Hotels als Segeln gen Altstadt strebt sondern ein eigenes Stadtviertel. Ich verliebe mich neu in diese Stadt.

Dresden Hauptbahnhof und Prager Straße
Dresden Hauptbahnhof und Prager Straße

Die WikiCON wartet im Deutschen Hygienemuseum. Ein einschüchternder Bau mit riesigen Säulen, gigantischen Vestibülen und winzigen Menschlein. Die WikiCON wartet jedoch nicht; sie hat schon begonnen. Die Begrüßung ist rum, es gab schon was zu Essen. Ich schüttle ein paar Hände, freudestrahle in ein paar Gesichter und umarme den einen oder die andere. Ich esse ein Hühnerbein.

Auf, auf in den Raum “Brühlsche Terrasse”: Ich darf den Vortragsreigen eröffnen: “Fotoexkursionen mit Neulingen und die Zusammenarbeit mit Volkshochschulen – Eine Vor- und Rückschau”

Meine zusammen mit einer Volkshochschule geplanten Exkursionen fielen mangels Beteiligung aus, aber mein vorbereiteter Vortrag “Bessere Architekturfotos für Wikimedia Commons – Ermunterungen und Tipps für Amateurfotografen” kommt gut an. Alle teilen ihre Erfahrungen, zerbrechen sich mit mir den Kopf über bessere Bildkompositionen und geben mir Tipps, wie ich den Vortrag verbessern und meine Exkursionen besser bewerben kann.

Vortragsfolien:

Download (PDF, 28.23MB)

Danach höre ich Martin Kraft leidenschaftlich über Höhen und Tiefen von Infografiken in der Wikipedia sprechen. Fazit: Da gibt es noch viel zu tun. Grafiken können lügen oder auch mal gar keine Aussagekraft haben.

Es folgt Bobo11 mit einem Erfahrungsbericht des Schweizers zu einer Fotoexkursion in Österreich. Fazit: Vorbereitung und Nachbereitung einer Fototour sind mindestens ebenso wichtig wie das Fotografieren selbst; auf jeden Fall muss man dafür mehr Zeit aufwenden als für das Knipsen.

Ich halte dann noch einen zweiten Vortrag; diesmal über meinen Selbstversuch als Nachnutzer von Bilder von Wiki Loves Monuments, der wie meine erste Session zu höchst interessanten Diskussionen führt.

Bier und Wein und ekliger Eistee und Cola und Apfelsaft auf dem Vorhof des Museums. Vor allem aber inspirierende Gespräche. Wenn es nur dieser Nachmittag gewesen wäre, hätte sich die Reise schon gelohnt, aber es geht morgen weiter!

#Wikimania 2015 // Rechtliche Aspekte: Ein Schlachtgemälde

Mexiko-Stadt, 18. Juli 2015

In den Sessions “Kriegsberichte von WMF Legal: Verteidigung von Benutzern und Inhalten” und “Was bedeutet ‘frei’ bei Wikimedia?” erzählten Rechtsexperten der Wikimedia Foundation aus ihrem Arbeitsalltag.

In der erstgenannten Session wurden Beispiele genannt, womit sich die Rechtsabteilung der Wikimedia Foundation auseinanderzusetzen hat, und welche Lösungen sie finden.

Beispiel 1: Es gibt regelmäßig Anfragen von Gerichten, staatlichen Stellen und anderen nach den persönlichen Daten von Personen, die die Wikipedia bearbeitet haben. Von Januar 2015 bis Juni 2015 gab es 23 solcher Anfragen. In keinem der Fälle wurden die Daten herausgegeben.

Beispiel 2: Anfragen nach Änderung oder Löschung von Inhalten. Von Januar 2015 bis Juni 2015 gab es 234 Anfragen, von denen keine postitiv beantwortet wurde.

Die Foundation geht mit solchen Anfragen sehr transparent um, alles wird im Transparenzbericht dargestellt.

Es gibt aber auch Anfragen, denen nachgekommen wird. Beispielsweise hatte jemand das Fotos eines Passes von einem Blog kopiert und bei Wikimedia Commons hochgeladen, auf dem alle persönlichen Inhalte des Passinhabers zu sehen waren. Auf Anfrage des Passinhabers wurde das Bild sofort gelöscht.

Andere Beispiele der Tätigkeit der Rechtsabteilung:

  • Ein Autor kündigte in einem Projektwiki seinen Selbstmord an. Die Wikimedia Foundation wandte sich sofort an die lokale Polizei. Dem Autoren geht es besser.
  • Ein Administrator der griechischsprachigen Wikipedia wurde von einem bekannten griechischen Politiker verklagt, da der Wikipedia-Artikel über diesen Politiker wahrheitsgemäße und belegte jedoch unbequeme Wahrheiten enthält. Dieser Fall ist immer noch anhängig.

In der zweiten Session präsentierten zwei Foundation-Mitarbeiter Ergebnisse und Erkenntnisse aus der Dateien-Metadaten-Aufräumaktion. Ziel der Aktion war Datei-Beschreibungsseiten und zugehörige Vorlagen so abzuändern, dass Multimedia-Dateien sämtlicher Wikimedia Wikis einheitliche maschinenlesbare Metadaten aufweisen. Am 18. Juli 2015 wiesen 1.343.085 von 28.788.823 Dateien keine maschinenlesbaren Daten auf.

Hier eine Auswahl der Erkenntnisse, die ich aufschnappen konnte:

  • Die meisten Dateien mit einigen wenigen Lizenzvorlagen auskommen. Die große Menge der Lizenzvorlagen wird von nur wenigen Dateien genutzt. Die Ergebnisse der Untersuchung stehen auf github zur Verfügung.
  • 689 der von der Wikimedia Foundation betriebenen Wikis weisen eigene Dateiuploads auf. (Manchmal ist das nur eine Datei: Das Logo des Wikis.)
  • Verschachtelte Lizenzkategorien sind meist nicht sinnvoll, da oft die Vererbung von Eigenschaften nicht gegeben ist. (Außerdem erschweren sie eine Auswertung.)
  • 33 Wikis der Foundation OHNE Wikimedia Commons beinhalten 379.820 freie Dateien und 753.085 unfreie Dateien auf. Etwas 85% dieser freien Dateien und etwa 70% dieser unfreien Dateien liegen in der englischsprachigen Wikipedia.
  • Von den insgesamt mehr als 29.000.000 Dateien liegen etwa 26.700.000 auf Wikimedia Commons (das sind etwa 92%) und 860.000 (3%) in der englischsprachigen Wikipedia.
  • Die meisten Dateien auf Wikimedia Commons sind unproblematisch, vor allem weil dort Fair Use nicht zugelassen ist. Ausnahmen sind Inhalte, bei denen die Wikimedia Bewegung das Copyright inne hat und Dateien, gleichzeitig frei und unfrei lizenziert sind (z.B. GFDL 1.2 und CC-BY-NC).

Download (PDF, 6.81MB)

#Wikimania 2015 // Mexikanische Volksmusik

2015 Wikimania opening ceremony. Foto: VGrigas (WMF), CC-BY-SA 3.0
2015 Wikimania opening ceremony. Foto: VGrigas (WMF), CC-BY-SA 3.0

Mexiko-Stadt, 18. Juli 2015

Gestern sprach im Community Village mit einem Wikimedia Commons-Administrator über anstehende Löscharbeiten nach der Wikimania. Obgleich es hier eine geballte Ansammlung von Fachwissen gibt, wird es bei den Uploads mit Fotos und Videos zur Wikimania 2015 etliche Urheberrechtsverletzungen geben. Als Beispiel nannte mögliche Videos von den mexikanischen Volkstänzen bei der Eröffnungszeremonie. Die dabei gespielte Musik falle sehr wahrscheinlich unter den Schutz des Urheberrechtes. Meiner Überlegung, dass man die Musik herausschneiden könnte setzte er zu Recht entgegen, dass sich erstens niemand die Arbeit machen würde und zweitens das Video dann deutlich an Aussagekraft verlöre.

Bei der gestrigen Busfahrt ins Anthropologische Museum saß ich neben einem mexikanischen Freiwilligen und fragte ihn nach der mexikanischen Musik bei der Öffnungszeremonie. Er bestätigte, dass die Kompositionen als Volksmusik sehr wahrscheinlich nicht mehr urheberrechtlich geschützt seien. Da Musik jedoch vom Band kam, sei die Aufnahme an sich geschützt. “Eine Schande!” rief er aus und erzählte, dass er von einem Projekt gehört habe, Freie Aufnahmen mexikanischer Volksmusik zu erstellen.

Freie-Inhalte-Nerd-Gequassel halt.

#Wikimania 2015 // Die coolsten Projekte aus aller Welt und Community Monitoring

cheese photo
Photo by Refracted Moments™

Mexiko-Stadt, 17. Juli 2015

Bei der Wikimania ist es inzwischen Tradition, interessante (oder jugendsprachlich: coole) Projekte vorzustellen, die im vergangenen Jahr im Wikimedia-Universum stattgefunden haben. Auch diesmal waren wieder einige Perlen dabei. Besonders gefallen hat mir das Projekt Westliches Armenien, bei dem die große Gruppe im Ausland lebender Armenier über die Armenische Wikipedia integriert wird.. In einer abschließenden Abstimmung wurde das Projekt WikiCheese zum Sieger gekürt.

Ich wechselte in eine Session zum Thema Monitoring von Communityprojekten (der englische Titel lautet, etwas ausladender “Crowd control – How to build effective community monitoring for crowdsourced projects”). Leider kam ich sehr spät dazu, man war in die Arbeitsweise eines Workshops umgeschwenkt. Also so eine Art Selbsthilfegruppe, in der sich alle ihre Erlebnisse zu Thema mitteilten. Die Ergebnisse wurden in einem Etherpad festgehalten. Hier bin ich auf die Slides gespannt, da mich das Thema Messbarkeit von Projektarbeit sehr interessiert.

#Wikimania 2015 // Eröffnungsveranstaltung

Wikimania 2015 Eröffnungszeremonie
Wikimania 2015 Eröffnungszeremonie

Mexiko-Stadt, 17. Juli 2015

Die traditionelle feierliche Eröffnung der Wikimania Konferenz fiel traditionell feierlich aus. Die Konferenz wird immer von Freiwilligen organisiert und der jeweilige Boss hält eine Rede. Iván Martínez hielt die seine auf spanisch und englisch und sehr emotional. Allen wurde gedankt; eine beeindruckende Zahl Personen aus einer beeindruckenden Zahl Länder nimmt in diesem Jahr an der Wikimania teil.

Was mit schon im Vorfeld der Konferenz auffiel: Das Organisationskomitee kommuniziert vorwiegend in Spanisch. Das wurde mit Stolz bestätigt: “In diesem Jahr ist die Wikimania mexikanisch. Und spricht spanisch!”

Dann Auftritt Lila Tretikov, Geschäftsführerin der Wikimedia Foundation. Erstmal geht es nicht richtig los, weil die Folien sich nicht starten lassen; Wikipedia-Mitgründer Jimmy Wales steht auf und fragt, ob Computer-Experten im Publikum sehen. Dann kann Lila doch loslegen. Sie zeigt Landschaftsbilder, erzählt von ihrer Kindheit in Moskau und Umgebung, gefolgt von Garten- und Weinanbaufotos. Die Metapher habe ich nicht verstanden.

Sie sieht den Grund für den Erfolg der Wikipedia darin,

  • dass es jedem offen steht darin Wissen zu teilen,
  • dass jede Stimme zählt und jeder eine Wirkung hinterlassen kann
  • und dass alle sich bei der Wissensproduktion vereinen.

Sie berichtet über das vergangene Jahr, in dem so viele Mitglieder der Wikimedia Bewegung wie möglich zur strategischen Ausrichtung befragt wurden: “Listen and Learn – Zuhören und Lernen”. Es wurden 2.468 Kommentare in 29 Sprachen von 1.295 Leuten aus 86 Ländern aus 40 Projekten ausgewertet.

Es gab erwartete, aber auch unerwartete Schwerpunktsetzungen. Erwartet war unter anderem Mobile, Zitate, Bearbeitungswerkzeuge. Erwartet waren auch Beschwerden über die Bürokratie und das allgemeine Klima. Eher unerwartet war der Wunsch nach Multimediawerkzeugen, verbesserter Benutzerfreundlichkeit, Werkzeuge für Social Sharing und Social Networking.

Dann ging sie auf den Start des neuen Übersetzungstools ein. Dort patzte sie oder ihr Zulieferer jedoch. Lila ließ beklatschen, dass im ersten Monat nach dem Start ca. 700 und im zweiten Monat ca. 8.100 Artikel übersetzt wurden. Bei Neustart einer Applikation und vor dem Hintergrund von ca. 12.000.000 Bearbeitungen im Monat ist das noch nicht so der Kracher. 8.100 Übersetzungen sind durchaus beeindruckend, die Darstellung hat aber Geschmäckle von Schönfärberei.

Dann wies sie auf einen Fakt hin, der mir wie eine Binsenweisheit erscheint, jedoch vielen unbekannt sein muss: Es gibt in den nicht-englischen Wikipedias Artikel und Inhalte, die nicht in der englischen Wikipedia zu finden sind. Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen: Es gibt viele Autoren der englischen Wikipedia die glauben, dass die englische Wikipedia die eigentliche Wikipedia sei, die nur noch in die anderen Sprachen übersetzt werden müsse. Alte-weiße-Männer-Denkweise halt. Ich hoffe, dass diese Ansage Lilas Wirkung zeigt und den Anglozentrismus zurück drängt.

Dann noch eine schöne Ansage: “Be bold. Break your own rules.  – Sei mutig. Brich Deine eigenen Regeln.” Das lässt hoffen, dass ein paar alte Zöpfe abgeschnitten werden.

Danach eine Folie mit “2/3” und einem angebissenen Apfel. Wenn ich es richtig verstanden habe, geht es darum, dass wir mit den bisherigen technischen Mitteln nur 1/3 des Wissens überhaupt abbilden könnten.

Sie ging noch auf weitere Aspekte ein – ich hoffe, dass man die Rede bald irgendwo als Video sehen kann, um die Einzelheiten verstehen zu können. Trotz meiner okayen Englischkenntnisse hatte ich Schwierigkeiten, vieles zu verstehen. Ich hätte wohl ein Erklärvideo gebraucht. 😉

Mal die Vortragskünste beiseite lassend: Ich bin mir nicht sicher, wie ich diese Rede einschätzen soll. Einige Leute, auf deren Meinung ich etwas gebe ziemlich begeistert sind, hat es mich nicht vom Hocker gehauen.

Auf der Hausmesse der Wikimedia Foundation sind richtungweisende Aussagen wichtig. Die hat es gegeben. Was fehlte war die Begeisterung, ein Mitreißen der Freiwilligen. Lila bleibt wohl unsere kühle Снегурочка. Nach der Rede gab es Applaus, aber aufgesprungen ist nur das Board der Foundation.

Begeisterung kam anschließend auf, als trachtentragende Tänzer zu Trompetenschmettern aus der Konserve fröhlich das Tanzbein schwangen. Mexikanische Tänze sind vor allem Beinarbeit, die Damen dürfen zusätzlich anmutig die Röcke schwingen. Das sieht eindeutig einfacher aus, als es ist, wie die verschwitzten, aber strahlenden Gesichter der Tanzenden hinterher bewiesen. Im Publikum wurde fröhlich mitgetanzt. Das war Klasse. ¡Hola México!

#Wikimania 2015 // Workshop Erklärvideos mit @simpleshow und @wikimediaAT

cartoon explanation photo
Photo by Internet Archive Book Images

Mexiko-Stadt, 17. Juli 2015

Am Vortag der Konferenz Wikimania 2015 hatte Wikimedia Österreich einen Workshop zusammen mit der SimpleShow Foundation organisiert. Die simpleshow foundation ist eine Non-Profit-Organisation der simpleshow GmbH. Während die GmbH für zahlende Auftraggeber produziert, bietet die Foundation ihre Dienste Non-Profit-Organisationen an. Der Schwerpunkt liegt dabei auf kurzen Erklärvideos, die komplexe Sachverhalte in kurzer Zeit für jeden verständlich vermitteln. Geförderte Inhalte werden unter einer Creative Commons-Lizenz publiziert und sind frei verfügbar.

Der Workshop ist Teil des von Wikimedia Österreich, Wikimedia Schweiz und Wikimedia Deutschland betriebenen Projekts Wikipedia:Erklärvido.

Bei der Herstellung der Videos wird bewusst auf wenige Elemente reduziert:

  • ausgeschnittene Zeichnungen
  • sichtbare Hände, die die Zeichnungen bewegen
  • Stop-Motion-Animationen der Zeichnungen
  • eine Erklärstimme
  • Musik
  • Geräusche

Diese Elemente bieten trotzdem einen erstaunliche Vielfalt von Darstellungsmöglichkeiten bei geringem Produktionsaufwand. Der aufwändigste Teil ist die Erstellung eines Storyboards mit einfach verständlichen Texten und und leicht interpretierbaren Visualisierungen. Der Produktionsprozess ist hier dokumentiert. Hier ein Beispiel für ein Erklärvideo:

Nach diesem Workshop habe ich große Lust, das auch mal auszuprobieren.

Und hier die Vortragsfolien zum Download (PDF; 30,9 MB).

#Wikimania 2015 // Hackathon

Mexiko-Stadt bei Nacht aus dem 19. Stock des Hilton Mexiko Cit Reforma
Mexiko-Stadt bei Nacht vom Balkon des Fiesta Inn

Mexiko-Stadt, 17. Juli 2015.

In den vergangen zwei Tagen füllte sich das Hilton Mexico City Reforma mit Konferenzteilnehmern aus aller Welt. Ich nahm an einer der Vorkonferenzen teil, einem Hackathon.

Dort konnte ich meine Erfahrung als Produktmanager und Projektmanager anbringen. Ich will in nächster Zeit helfen, einen Governance-Prozess für MediaWiki, der grundlegenden Software der Wikipedia einzurichten. Zur Zeit gibt es keine gesteuerte Entwicklung. Jeder macht, wozu er lustig ist (= Programmierer-zentrierte Softwareentwicklung). Gottseidank gibt es einen ausreichenden Prozess zur Qualitätssicherung.

An den benachbarten Tischen wir tatsächlich programmiert, oder übersetzt, oder qualitätsgesichert. Die kulinarische Versorgung ist ausgezeichnet.